Eine AfD-Besuchergruppe aus dem Wahlkreis von Alice Weidel besichtigte die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
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Update Holocaust-Leugnung in KZ-Gedenkstätte Großteil der AfD-Besuchergruppe in Sachsenhausen identifiziert

Alexander Fröhlich Klaus Peters

Eine AfD-Besuchergruppe wurde aus der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen verwiesen - wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung. Die Teilnehmer sollen bald vernommen werden.

Oranienburg/Neuruppin - Nach dem durch eine AfD-Besuchergruppe ausgelösten Eklat am 10. Juli in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen sind die Ermittler einen wichtigen Schritt vorangekommen. Obwohl die Teilnehmerlisten vernichtet worden waren, konnten die Behörde inzwischen die Mitglieder der AfD-Besuchergruppe identifizieren, die im Juli der KZ-Gedenkstätte Sachsenhause verwiesen wurden. Das bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann. Das Verfahren laufe aber noch weiter und sei noch nicht abgeschlossen. Teilnehmer der Gruppe aus dem Wahlkreis von Alice Weidel hatten zuvor bei der Führung Tatsachen zum Massenmord der Nationalsozialisten in Abrede gestellt. So zweifelten sie beispielsweise an der Existenz von Gaskammern.

Äußerungen sollen strafrechtlich überprüft werden

Nach Tagesspiegel-Informationen bereitet der Staatsschutz der Polizei in Neuruppin alles dafür vor, dass die Teilnehmer vernommen werden. Staatsanwaltschafts-Chef Lehmann sagte, es werde weiterhin geprüft, ob die Äußerungen strafrechtlich relevant sind und wem sie genau zuzuordnen sind.

Verdacht der Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung

Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Volksverhetzung durch Leugnung oder Verharmlosung des Holocaust sowie Störung der Totenruhe. Ausgelöst worden waren die Ermittlungen durch einen Bericht des Tagesspiegel. Die Brandenburger Polizei hatte deshalb bereits Ende August von Amts wegen Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft hatte zeitnah den Guide, der die AfD-Gruppe durch die KZ-Gedenkstätte geführt und die Tour abgebrochen hatte, vernommen. Bereits dadurch hatte sich der - durch die Tagesspiegel-Recherchen bekannt gewordene - Verdacht bestätigt. (mit dpa)

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