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Neue CD Juliana Laakes Wiederentdeckung der Gambenmusik

Juliane Laake und ihr Ensmble musizierten sie fernab der Routine, mit geschmackvollen Ornamentierungen, Freude am Detail und feiner Klangkultur. Jetzt gibt es eine neue CD.

Die Potsdamer Gambistin Juliane Laake hat sich mit ihrem Ensemble Arte d’Echo wiederholt Komponisten zugewandt, die heute fast vergessen sind. Nun ist eine CD-Aufnahme entstanden, die Zeugnis von Juliane Laakes schöner Tradition der Wiederentdeckung unbekannter Gambenmusik weiterführt. „Triumvirat“ wird die Veröffentlichung genannt. 

Das „Triumvirat“ von Juliane Laake und ihrem Ensemble Arte d’Echo

Der Titel verweist auf ein Bündnis von ursprünglich drei Männern, die gleiche Interessen haben. Die auf der CD vorgestellten Komponisten Johann Schenck, August Kühnel und Conrad Höffler schmiedeten zwar kein Bündnis, aber sie vertraten ihre Interessen zu gleicher Zeit an verschiedenen Orten, nämlich das Gambenspiel zu perfektionieren. Sie gehörten zu den Herausragenden ihrer Zunft in der Barockzeit. Zu ihrer Zeit erreichten vor allem die Gambisten der englischen und französischen Königshöfe europaweites Renommee. Diesen Ruhm genossen die an kleinen Fürstenhöfen in Deutschland tätigen Gambenspieler kaum. Die PR-Schiene bewegte sich hier nur auf schmalen Bahnen.

Vielleicht strebten Schenck, der in der Hofkapelle des Pfalz-Kurfürsten Johann Wilhelm II. musizierte, Kühnel, der am Hof von Sachsen-Zeitz arbeitete, und Höffler, dessen Arbeitgeber der Herzog von Sachsen-Weißenfels war, in fachlicher Hinsicht nach mehr internationalem Austausch und sicherlich Anerkennung. So berühmt zu sein wie der zeitgenössische Gambenspieler Marin Marais: Das war auch Johann Schencks Wunsch. Er ließ sich auf einem Ölbild in dessen nobler Pose, gekleidet nach französischer Manier, den Bogen in der rechten Hand und die Gambe abgestützt auf einen samtbeschlagenen Hocker malen.

Abwechslungsreiches Programm der drei Barockkomponisten

Juliane Laake und das Ensemble Art d’Echo mit Julia Verto, Viola da gamba, Carsten Lohff, Cembalo, und Johannes Gontarski, Lauteninstrumente, haben ein höchst abwechslungsreiches Programm der drei Barockkomponisten für die CD eingespielt. Der Ausschnitt aus den „Scherzi musicali“, die Sonata 4 für Solo-Gambe sowie die Sonata I aus der Sammlung „Le Nymphe di Rheno“ verdeutlichen Johann Schencks Berührung mit verschiedenen musikalischen europäischen Einflüssen, stilistisch und spieltechnisch. Die auf der CD interpretierten Stücke erzählen von seinem Ideenreichtum und seiner Genialität. Aber auch Kühnels 2. Sonate für zwei Gamben und Partita Nr. 13 sowie Höfflers Suite I sind meisterhafte und attraktive Werke, deren Wiederentdeckung sich unbedingt lohnte. 

Juliane Laacke und ihre Partner sind die perfekten Interpreten dieser Musik. Jahrelang beschäftigen sie sich mit der historischen Spielweise der Gambenliteratur der Barockzeit. Somit sind sie mit den musikalischen Konventionen und Ausdrucksformen bestens vertraut. Laakes, doch auch Vertos warme, runde Gambentöne zeichnen die Aufnahme mit verlässlicher Qualität aus. Tänzerische Leichtigkeit und geistreiche Eleganz, melancholisch ruhiger Duktus, majestätischer Klang ist dieser Gambenliteratur eigen. Juliane Laake und ihr Ensmble musizierten sie fernab der Routine, mit geschmackvollen Ornamentierungen, Freude am Detail und feiner Klangkultur.

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