Musste kräftig zupacken. VfL-Spieler Robin Huntz im Abwehrmodus.  Foto: Julius Frick
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VfL Potsdam verliert gegen TSV Altenholz Zwei Seiten einer Niederlage

Gegen den Tabellenführer TSV Altenholz erzielten die Drittliga-Handballer des VfL Potsdam 32 Tore. Doch das reichte nicht zum Sieg, denn den Adlern gelang es in der MBS-Arena nicht, die noch größere Offensivwucht der Gäste zu stoppen. 

Eine normale Leistung ist im Handball mitunter nicht genug. Vor allem nicht, wenn der Gegner TSV Altenholz heißt – die wohl beste Offensiv-Mannschaft der Nordstaffel der dritten Liga. Da braucht es schon eine herausragende Abwehrarbeit, die der VfL Potsdam am gestrigen Sonntag nicht aufs Parkett brachte und mit 32:34 (14:19) die zweite Saisonniederlage im vierten Spiel kassierte. „Mit Blick auf die Anzeigetafel stehen da eine Menge Tore auf der Habenseite“, meinte VfL-Trainer Daniel Deutsch nach Ende der unterhaltsamen Handball-Partie. Doch die Crux dabei formulierte Alexander Haase, der Sportliche Leiter des VfL: „Wenn du jedes Mal 30 Tore und mehr erzielen musst, um zu gewinnen, wird das auf Dauer nicht reichen.“ Ergo: Es gilt, Gegentore zu verhindern.

Das gelang gegen den „Schützenverein“ aus Altenholz in der MBS-Arena nur punktuell. Zu häufig gingen die wurfstarken Altenholzer Jannick Boldt (sieben Tore), Toby Fängler und Jonas Ottsen (je sechs) durch die VfL-Abwehr wie ein Messer durch weiche Butter, zu oft kassierten die Potsdamer leichte Tore. „Wir waren nicht durchgängig stabil genug, die Situation zu verteidigen“, sagte Haase. Eine gute defensive Phase hatte der VfL mit Beginn der zweiten Halbzeit, als Deutsch auf eine 5:1-Abwehr umstellte und durch Robin Huntz offensiver verteidigen ließ. Das zeigte zunächst Wirkung, sodass die Hausherren bis auf 24:25 herankamen. Doch war dieses Kräfte raubende Verteidigen nicht dauerhaft durchzuhalten. Zudem fanden die Altenholzer passende Alternativen über ihre Außenpositionen.

Potsdamer bewiesen gute Moral

Aber: Dass der zwischenzeitliche Fünf-Tore-Vorsprung der Gäste bis auf einen Treffer schmolz, ist ein Beleg für die gute Offensive des VfL. „Die vielen Gegentore und die Niederlage schmälert etwas unsere Angriffsleistung“, bedauerte Deutsch. Doch vergaben seine Spieler sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit zwei Big Points: Jeweils zwei Konter blieben ohne Torerfolg, in beiden Fällen hätte es den Ausgleich und die Führung bedeutet. Indes nutzten im Gegenzug die TSV-Handballer ihre Möglichkeiten und zogen wieder auf vier, fünf Tore davon. „Das ist gegen einen solchen Gegner zu viel“, so Deutsch. Der mentale Druck, sich wieder heranzukämpfen – zudem mit wesentlich mehr Aufwand als es die souverän spielenden Gäste taten – „wird dann immer größer“, meinte der VfL-Coach. 

Und dennoch wahrte sein Team mit starker Moral und festem Charakter bis zum Schluss zumindest die Chance auf ein Remis. Durch diese VfL-Mentalität, die gute Altenholzer Handballqualität und der Spannung verdiente sich das sonntägliche Drittligaspiel das Prädikat „sehenswert“. 

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