Findet sein Echo. Der Turbine-Hallencup in der MBS-Arena fand stets regen Zuspruch. Foto: Jan Kuppert
© Jan Kuppert

Turbine-Hallencup 2019 Grüner Teppich für die Damen

In der MBS-Arena wird wieder europäischer Frauenfußball gespielt. Turbine Potsdam lädt zum Hallencup und will den Titel verteidigen. Und das unter den Augen von Potsdams Vereinslegenden. 

Potsdam - Ab Freitagmittag wird der Damen-Fußballwelt der Teppich ausgerollt. Kein roter, sondern ein grüner: In der MBS-Arena im Luftschiffhafen wird der Kunstrasen verlegt –quasi als funktionales Schmuckelement für den internationalen AOK-Hallencup des Fußball-Bundesligisten Turbine Potsdam. Zum siebten Mal schafft es der Verein mit Hilfe seiner Sponsoren, sieben internationale Teams nach Potsdam zu holen und den Zuschauern ein zweitägiges Sporthighlight zu Beginn des Jahres zu bieten. „Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz nicht ohne Stolz, denn Hallenturniere dieser Güte werden immer seltener.

Turbines Mischung aus erfahrenen und sehr jungen Spielerinnen

Auf europäische Klasse treffen die Gastgeberinnen bereits in der Vorrunde. Neben Celtic Glasgow sind mit Sparta Prag und SKN St. Pölten zwei Teams Gruppengegner, die es in den vergangenen Jahren mindestens ins Halbfinale des Turniers schafften. „Wer hat das denn ausgelost“, fragte Turbine-Cheftrainer Matthias Rudolph am vergangenen Mittwoch im Rahmen eines Pressetermins daher mit spürbarem Respekt vor der Gruppenphase. Es war Torjägerin Svenja Huth, die sich als Losfee übte und ihrem Verein durchaus schwierige Aufgaben zuteilte. „Aber als Titelverteidiger sind wir Favorit“, gibt sich Rudolph selbstbewusst.

Zweimal betreute er die Turbinen beim Hallencup als Cheftrainer, zweimal hieß der Sieger Potsdam. In der Mischung aus erfahrenen und sehr jungen Spielerinnen, die in den vergangenen beiden Jahren den Turnierkader bildeten, sieht Rudolph rückblickend den Schlüssel zum Erfolg, mit dem er auch am kommenden Wochenende die Tür zum dritten Sieg in Folge öffnen will. Wie das Aufgebot genau aussehen wird, werde erst kurzfristig entschieden. Turbines deutsche Nationalspielerinnen sind erst am vergangenen Dienstag vom DFB-Lehrgang zurückgekehrt, die ausländischen Auswahlspielerinnen wie Amanda Ilestedt, Rahel Kiwic und Lara Prašnikar kamen noch später wieder nach Potsdam. „Mal sehen, wen wir ins kalte Wasser werfen“, meinte Rudolph noch am Mittwoch. 

"Tradition gehört dazu, aber Gegenwart und Zukunft sollten im Fokus stehen"

Überaus bekannt und vertraut werden den Turbine-Fans die Namen der Spielerinnen sein, die am Samstagnachmittag zum Spiel der Legenden auflaufen. Ex-Kapitänin Jennifer Zietz hat Teamkolleginnen, mit denen sie beim Gewinn des UEFA-Pokals 2005 und beim Sieg der Champions League 2010 die größten internationalen Erfolge feierte, zu einem Wiedersehen nach Potsdam eingeladen. Unter anderem Nadine Angerer, Anja Mittag, Britta Carlson, Conny Pohlers und Fatmire Alushi (geborene Bajramaj) werden so manche Erinnerung an glanzvolle Zeiten wecken. So schön das „Klassentreffen“ sei, wie es Zietz bezeichnet, so sehr wehrt sie sich vor zu viel Nostalgie. „Die Tradition gehört dazu, aber Gegenwart und Zukunft sollten im Fokus stehen“, meint die 35-Jährige, die bei Turbine als Nachwuchskoordinatorin im Leistungsbereich zuständig ist. 

Für Talente wie Gina Chmielinski, Melissa Kössler und Caroline Siems war in den vergangenen beiden Jahren der Turbine-Cup das Sprungbrett in die erste Mannschaft und somit in die Bundesliga. „Gerade für junge Spielerinnen ist es eine gute Möglichkeit, sich mit internationalen Gegnerinnen zu messen“, so Rudolph. Und für alle – Aktive und Zuschauer – sind bei den aktuellen Temperaturen die zwei Tage in der warmen Halle eine „tolle Abwechslung“. 

+++ Überblick zu den Teilnehmern und zum Turnierablauf +++

Die acht Mannschaften des Hallenturniers sind in zwei Gruppen aufgeteilt.

Gruppe A: 1. FFC Turbine Potsdam, SKN St. Pölten, AC Sparta Prag, Celitc Glasgow
Gruppe B: Gintra Universitetas, MTK Hungária Budapest, Roter Stern Belgrad, Czarni Sosnowiec

In der Vorrunde spielen die Teams in ihren jeweiligen Gruppen zweimal gegeneinander. Offizielle Eröffnung des Hallencups ist am Samstag um 13 Uhr mit der Begrüßung der Mannschaften, die MBS-Arena öffnet eine Stunde zuvor. Der erste Anpfiff ertönt um 14 Uhr: Gastgeber Turbine Potsdam und SKN St. Pölten bestreiten das Auftaktmatch. Am Sonntag wird ab 10 Uhr die Vorrunde fortgesetzt, die Platzierungs- und Finalrunde beginnt kurz nach 14 Uhr. Zum Rahmenprogramm gehört am Sonntag gegen 13 Uhr der Auftritt des Sinfonie-Orchesters Collegium musicum Potsdam.

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