Er hat ab der nächsten Saison das Sagen. Davide Carli ist neuer Chefcoach des SC Potsdam. Er war bereits als Assistenztrainer in Potsdam

SC Potsdam Viele personelle Veränderungen

Die Saison 2015/16 lief weitestgehend enttäuschend für den Frauenvolleyball-Bundesligisten SC Potsdam. Nach dem Abgang von Alberto Salomoni gibt es nun für die nächste Spielzeit einen neuen Cheftrainer und im Kader wird ein Umbruch vollzogen.

Sparsam ist der Frauenvolleyball-Bundesligist SC Potsdam zuletzt mit seinen Neuigkeiten umgegangen. Lediglich in der vergangenen und in dieser Woche gab der SCP zwei wichtige Personalentscheidungen – den Abgang von Saskia Hippe und die Verpflichtung von Roslandy Acosta – jeweils in einer vereinseigenen Mitteilung bekannt. In den Wochen davor wurden aber auch bereits andere personelle Veränderungen vollzogen, die der Club allerdings nicht selbst in offizieller Form verkündete. Ein Überblick.

Der neue Cheftrainer
Fünf Jahre lang war Alberto Salomoni Cheftrainer des SC Potsdam, nach der Bundesligasaison 2015/16 trat er ab. Sein Nachfolger ist Davide Carli. Ebenfalls ein Italiener. Und zugleich ein alter Bekannter in Potsdam. Im Spieljahr 2011/12 war „Charly“, wie er genannt wird, bereits als Salomonis Co-Trainer beim SCP tätig, ehe er dann Assistenzcoach beim deutschen Rekordmeister Schweriner SC wurde. Jetzt kehrt der 33-Jährige zurück an den Luftschiffhafen und tritt seine erste Cheftrainerstelle an. „Er ist noch ein sehr junger Coach mit vielen guten Ideen“, sagt Potsdams Sportdirektor Toni Rieger über Davide Carli, von dem er vor allem eines erwartet: „Charly soll das Team wieder spielerisch einen Schritt nach vorne bringen. Ich finde, wir sind in den vergangenen beiden Jahren in dieser Hinsicht stehen geblieben, waren oft zu ausrechenbar. Unser Spiel muss wieder besser und attraktiver werden.“ Nachdem vor einem Jahr sehr offensiv eine Top-4-Platzierung in der Meisterschaft als Ziel ausgegeben – und schlussendlich verpasst – wurde, geht Toni Rieger für die kommende Saison etwas zurückhaltender an die Sache: „Der direkte Play-off-Einzug soll es erst einmal sein. Und was danach kommt, steht in den Sternen.“

Die Abgänge
Als weitestgehend enttäuschend konnte die zurückliegende SCP-Saison verbucht werden. Viele Spielerinnen wurden den hohen Erwartungen nicht gerecht. Dementsprechend wurde nun im Kader rigoros aufgeräumt. „Mit Diana Arrechea, Yvonne Montano, Marina Katic, Manuela Roani und Nadja Schaus werden wir nicht mehr weiter zusammenarbeiten. Und mit Regina Mapeli Burchardt laufen noch Gespräche“, erklärt Rieger. Verlassen wird den SCP auch Luisa Sydlik – sie geht zum Studieren in die USA. Nach Griechenland – zu Meister Olympiakos Piräus – zieht es derweil Top-Scorerin Saskia Hippe. Bei ihrem einjährigen Intermezzo in Potsdam präsentierte sich die Diagonalangreiferin stark und weckte damit Begehrlichkeiten. „Dass es jetzt Griechenland geworden ist, hat uns schon überrascht. Der Finanzkrise zum Trotz fließt dort im Frauenvolleyball reichlich Geld.“

Die Beständigen
Aus dem festen Kader des Vorjahres bleiben Lisa Rühl, Lisa Gründing, Annegret Hölzig und auch Nationalspielerin Wiebke Silge dem SCP erhalten. Außerdem gehören Sophie Dreblow und Kimberly Drewniok zum Team. Beide hatten vergangene Saison hauptsächlich mit einem Zweitspielrecht für den VC Olympia Berlin in der Bundesliga gespielt. „Aber das sind prinzipiell zwei Spielerinnen des SC Potsdam. Und die Zwei werden dieses Jahr auch bei uns mittrainieren und sind auch für die Spiele eingeplant“, sagt der Sportdirektor.

Die Neuzugänge
Bislang stehen zwei Verpflichtungen fest. Bereits vor einem Monat unterschrieb Denise Imoudu einen Vertrag. Die 20 Jahre alte gebürtige Schwedterin soll die erste Zuspielerin werden und kommt vom VT Aurubis Hamburg, der sich wegen Geldnot aus der Bundesliga zurückzieht, nach Potsdam. Vor wenigen Tagen wurde nun auch der Deal mit Roslandy Acosta klar gemacht. Die 24-jährige Außenangreiferin aus Venezuela spielte zuletzt bei den Roten Raben Vilsbiburg und erhielt in der vergangenen Saison neunmal die goldene sowie zweimal die silberne Auszeichnung als wertvollste Spielerin der Partie. Nur Michelle Bartsch vom Meister aus Dresden konnte ebenfalls diese starke Bilanz vorweisen, sodass beide als wertvollste Akteurinnen der Saison gewertet werden. Rieger: „Wir haben zwei gute Transfers getätigt. Auf unserem Zettel stehen noch eine weitere Zuspielerin, Mittelblockerin, Diagonalangreiferin und Außen-Annahme-Spielerin. Die Verhandlungen sind schon weit vorangeschritten.“

Das Training
„Offizieller Trainingsauftakt wird am 8. August sein“, sagt Toni Rieger und ergänzt: „Aber die Mädels trainieren ja jetzt auch schon. Einige hier in Potsdam, andere bei der Nationalmannschaft.“ Zum Kreise der deutschen Auswahl gehörten zuletzt Wiebke Silge, Sophie Dreblow, Annegret Hölzig sowie Denise Imoudu und Kimberly Drewniok. Die beiden Letztgenannten sind inzwischen aber wieder nach Potsdam zurückgekehrt. „Weniger aus Leistungsgründen, sondern eher wegen ein paar Wehwehchen.“

Der Nachwuchs
Sehr hoffnungsfroh schaut Toni Rieger in die Zukunft. „Unsere Jugendarbeit hat sich sehr verbessert. Wir haben inzwischen eine Menge Talente ausgebildet, die das Zeug haben, perspektivisch für uns in der Bundesliga zu spielen. In der Vergangenheit hatten wir leider nicht allzu oft jemanden aus dem eigenen Nachwuchs hochziehen können“, sagt er und macht nunmehr einen neuen positiven Faktor für die Weiterentwicklung aus: „Unsere ausschließlich mit jungen Spielerinnen gespickte zweite Mannschaft ist in die dritte Liga aufgestiegen. Das ist enorm wichtig. So können sie auf höherem Niveau den nächsten Schritt gehen.“

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