Gut gepunktet. Neuzugang Marta Drpa erzielte 17 Zähler und wurde zur wertvollsten Spielerin des SCP ernannt. Foto: Gerhard Pohl
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SC Potsdam Deutliche und doch zugleich knappe Niederlage

Die Volleyballerinnen des SC Potsdam verloren ihren Bundesliga-Auftakt gegen Schwerin glatt in drei Sätzen. Alle drei Durchgänge verliefen aber als Duell auf Augenhöhe. Ab Mittwoch arbeitet der SCP nun an der Realisierung eines großen Traums.

Ganz oberflächlich betrachtet scheint es eine klare Angelegenheit gewesen zu sein. Mit einer Satzbilanz von 0:3 verloren die Volleyballerinnen des SC Potsdam am Samstagabend ihr Bundesliga-Saisonauftaktspiel in der MBS-Arena gegen den Schweriner SC. Klingt nach einer Klatsche. War es aber nicht. Der Blick auf die einzelnen Satzergebnisse verrät, dass sich die Potsdamerinnen mit dem deutschen Rekordmeister vielmehr durchweg ein Duell auf Augenhöhe lieferten: Alle Durchgänge endeten aus SCP-Sicht denkbar knapp mit 23:25.

Daher räumte Schwerins Trainer Felix Koslowski anschließend auch ein: „Das 0:3 spiegelt nicht die Partie wider, es wird dem Ganzen nicht gerecht.“ Zudem gab es von ihm noch ein großes Lob für die gegnerische Seite. „Man hat schon gesehen, dass Charly hier gute Arbeit macht. Seine Mannschaft wird noch viel Spaß bereiten“, meinte Koslowski. Mit „Charly“ sprach er Davide Carli an, den neuen Cheftrainer des SC Potsdam, der zuletzt an Koslowskis Seite Assistenzcoach in Schwerin war. Ein jähes Wiedersehen gleich am ersten Spieltag.

Fast 1600 Zuschauer - die MBS-Arena war voll

Trotz des frühen Zeitpunkts im Saisonverlauf hatte die Begegnung am Samstag bereits viel Klasse. Sicherlich waren etliche Fehler mit dabei. Ganz normal am Anfang des Spieljahres, wenn die Nervosität hoch ist, weil keiner so richtig weiß, wo er nach der Vorbereitung steht, und die Hände mangels Wettkampfpraxis noch nicht den routinierten Umgang mit dem Ball haben. Dennoch: Dieses Aufeinandertreffen zwischen dem im Trainerstab und Kader erneuerten SC Potsdam und dem zu den Meisterschaftsfavoriten zählenden Schweriner SC fand auf gutem Niveau statt, bot Spannung und Abwechslung. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat vom ersten bis zum letzten Punkt gekämpft“, sagte SCP-Trainer Davide Carli, dessen alter Club aus Mecklenburg-Vorpommern letztlich nur um „Nuancen“ besser gewesen sei als sein neuer Club aus der Mark. „Schade, dass wir für unsere Fans nicht wenigstens einen Satz gewinnen konnten“, meinte der Italiener nach Spielschluss, als sich die Halle am Luftschiffhafen langsam leerte.

Zuvor war sie voll. Beachtlich voll. Eine Zuschauerzahl von 1578 – das sind knapp 500 mehr als beim Bestwert der Vorsaison – wurde verkündet. Mit dem Zusatz: ausverkauft. „Mehr Besucher hatten wir bisher nur im Playoff-Viertelfinale 2013 gegen Schwerin“, erklärte SCP-Sportdirektor Toni Rieger. „Damals waren es etwas mehr als 2000, denn da hatten wir alle Bereich geöffnet.“ Vorgestern wurde auf der Haupttribünenseite lediglich der mittlere Block voll bis unten an den Spielfeldrand heran ausgefahren, während links und rechts nur die Oberränge genutzt wurden. „Ein bisschen Luft zur Steigerung muss man sich ja lassen“, sagte Rieger mit einem Augenzwinkern.

Drei Siege sind es bis ins große Pokalfinale

Die große Zuschauerresonanz können er und die anderen Vereinsverantwortlichen als Zeichen dafür werten, dass nach dem personellen Umbruch das Interesse am SCP aufgefrischt worden ist. „Jetzt müssen wir zusehen“, erklärte Rieger, „dass wir die Leute durch attraktiven Volleyball immer wieder zu uns locken.“ Die Leistung zum Saisonstart gegen Schwerin war auf jeden Fall schon ordentliche Werbung und sollte viele Besucher dazu bewegen, am Sonntag beim nächsten Liga-Heimmatch gegen den VC Wiesbaden erneut vorbeizuschauen.

Vorher ist der SC Potsdam aber noch auswärts gefordert. Und zwar am Mittwoch im Achtelfinale des deutschen Pokals gegen den VfB 91 Suhl (Beginn: 18.30 Uhr). Der nationale Pokal ist ein Wettbewerb, der beim Club von der Havel zum Träumen anregt. „Im Finale zu stehen – das wäre es mal“, sagte Toni Rieger. „Der Weg bis dorthin, ist ja auch gar nicht so weit. Ein bisschen Losglück und drei Siege – dann bist du dabei.“ Das Endspiel der Frauen findet traditionell zusammen mit dem Männer-Finale im großen Rahmen statt. Diese Saison steigt das Pokalevent am 29. Januar 2017 in der Mannheimer SAP-Arena und wird auf Seite 29 des frisch gedruckten SC-Potsdam-Saisonhefts großflächig als „Das Volleyball-Highlight des Jahres“ beworben.

SCP sinnt nach Pokal-Revanche gegen Suhl

Um den Traum von der Teilnehmer daran zu wahren, müssen die Brandenburgerinnen nun zunächst einmal gegen Suhl bestehen. Vorige Saison gab es dieses Duell übrigens auch im Achtelfinale. Mit Grausen denkt Toni Rieger zurück: „Da hatten wir uns echt doof angestellt.“ 2:0 führte Potsdam vor eigenem Publikum und verlor dann noch 2:3. Revanche soll übermorgen genommen werden. 

SCP: Drpa (17), Rühl, Svobodnikova (3), Knauf, Drewniok (1), Gründing (2), Hölzig (2), Dreblow, Silge (4), Imoudu (2), Kecman (3), Acosta (11)

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