Seit 23 Jahren sind die Michendorfer Antje und Christian ein Paar - den Silvesterlauf absolvierten sie in ihrem originalen Hochzeits-Outfit. Foto: Peter Könnicke
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Potsdamer Silvesterlauf 2018 Das laufende Ende

Die einen gestalteten es beim Potsdamer Silvesterlauf sportlich, andere hielten während des Rennens einen Moment inne. Dazu sorgten die kreativen Verkleidungen wieder für viel Spaß.

Potsdam - Wenn es ein Synonym für Dauerlauf braucht, könnte es getrost „Björn Schwarz“ heißen. Der Potsdamer ist dauernd unterwegs. Ob der erste Lauf im Jahr des regionalen Wettkampfkalenders, der Caputher Seenlauf, oder der Potsdamer Silvesterlauf am 31. Dezember – Björn Schwarz ist immer dabei. 42 Wettkämpfe hat der 36-Jährige im vergangenen Jahr bestritten, den Silvesterlauf am vergangenen Montag lief er „mal nur zum Genießen mit. Das Jahr war lang genug“, meinte er vor dem Start.

Der Potsdamer Björn Schwarz bestritt 40 Wettkämpfe im Jahr 2018 und ließ sich zum Abschluss den Pfannkuchen schmecken.  Foto: Manfred Thomas Vergrößern
Der Potsdamer Björn Schwarz bestritt 40 Wettkämpfe im Jahr 2018 und ließ sich zum Abschluss den Pfannkuchen schmecken.  © Manfred Thomas

Björn Schwarz ist so etwas wie ein Markenzeichen der Potsdamer Laufszene. Etwas verrückt, immer ehrgeizig und mit dem Herzen dabei. Das vergangene Jahr war für Björn Schwarz überaus erfolgreich. In der Gesamtwertung des MBS-Cups wurde er Dritter, beim Halbmarathon in Magdeburg verbesserte er seine Bestzeit auf 1:18:32 Stunden und kurz vor Jahresschluss beim Michendorfer Nikolauslauf seine 10-Kilometer-Bestmarke auf 35:36 Minuten. Pläne für 2019 hat er bereits: Die regionalen Läufe sind Pflichtprogramm für den gebürtigen Potsdamer, einen Marathon möchte er auch laufen. „Welchen konkret, weiß ich noch nicht“, sagt Björn Schwarz.

Triathleten Nina Ein und Lars Pfeifer gewinnen den Silversterlauf

Für die beiden Sieger des Potsdamer Silvesterlaufes ist der erste Saison-Höhepunkt indes schon fest im Visier. Der Auftakt der ITU-Weltcupserie am 11. Februar in Kapstadt ist für die Triathleten Nina Eim und Lars Pfeifer der erste internationale Gradmesser in 2019. Für die 20-Jährige wird es der zweite Weltcup-Start nach ihrem letztjährigen Debüt in Antwerpen sein. „Ich will weiter Erfahrungen sammeln und mich auf internationalem Parkett weiterentwickeln“, so Eim. Ihr vier Jahre älterer Teamkollege Lars Pfeifer formuliert einen Platz unter den Top 100 der weltbesten Triathleten als ein Ziel für 2019.

Der Triathlet Lars Pfeifer drückte am letzten Tag des Jahres nochmal kräftig aufs Tempo. Foto: Manfred Thomas Vergrößern
Der Triathlet Lars Pfeifer drückte am letzten Tag des Jahres nochmal kräftig aufs Tempo. © Manfred Thomas

Bei ihrem Siegeslauf über die 7,3 Kilometer am vergangenen Montag ließen sich die beiden Spitzentriathleten am Sektstand am Templiner See etwa zwei Kilometer nach dem Start nicht aufhalten. 150 Becher standen mit Sekt gefüllt bereit für einen feucht-fröhlichen Jahresabschluss. Nicht nur die Führenden hasteten vorbei, auch viele der folgenden Läufer ließen des prickelnde Angebot rechts liegen, sodass sich die Standbetreuer vom Potsdamer Laufclub besorgt fragten, ob denn in diesem Jahr gar keiner anhalten will. Doch in der zweiten Hälfte des Laufpulks der etwa 400 Starter stieg die Sektlaune. Als erstes griff ein junges Paar zu, stieß an, küsste sich und weiter ging’s im Laufschritt. Wesentlich mehr Zeit nahm sich Wolfang Sarembe vom Lauf- und Wanderverein Nuthetal. Auf knapp 1800 Laufkilometer im vergangenen Jahr schaute der 74-Jährige zurück, darunter der Rennsteig-Marathon und der Potsdamer Schlösser-Halbmarathon. „Den habe ich bis jetzt in jedem Jahr mitgemacht“, sagt der Lauf-Veteran, für den 2019 auch ein Jahr des Abschieds wird. Da es für die ehrenamtliche Vorstandsarbeit keinen Nachwuchs mehr gibt, wird der Lauf- und Wanderverein wohl aufgelöst.

So viel Zeit muss sein. Ein Kuss unterwegs ist die beste Erfrischung. Foto: Peter Könnicke Vergrößern
So viel Zeit muss sein. Ein Kuss unterwegs ist die beste Erfrischung. © Peter Könnicke

Laufbegeisterter Oberbürgermeister Mike Schubert

Mit Sekt begossen haben auch Antje und Christian ihren Zwischenstopp. Seit 23 Jahren sind die Michendorfer ein Paar – auf den Tag genau am 31. Dezember. Vor 20 Jahren haben sie geheiratet. Das schmucke Hochzeitskleid und der schwarze Anzug passen noch immer fabelhaft, wie sich die Mitläufer überzeugen konnten. Fürsorglich hielt der Gatte die Scherpe des Brautkleides die gesamte Strecke lang hoch.

Der Spaß steht beim Potsdamer Silvesterlauf im Vordergrund. Für bunte Unterhaltung war am Streckenrand gesorgt. Foto: Peter Könnicke. Vergrößern
Der Spaß steht beim Potsdamer Silvesterlauf im Vordergrund. Für bunte Unterhaltung war am Streckenrand gesorgt. © Peter Könnicke.

Für Potsdams frisch gekürten Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) war der morgendliche Lauf der Auftakt einer Silvestertour durch die Stadt, die am Abend bei den Feuerwehrkameraden in der Babelsberger Tuchmacherstraße endete. In der letzten Woche des Jahres hat Schubert die 1000-Kilometer-Marke durchbrochen – so viel ist der 45-Jährige 2018 gelaufen. 

Zu den schönsten zehn Kilometern zählten für ihn die beim ersten Potsdamer Urban Run, bei dem es mitten durch Potsdamer Bauwerke wie das Museum Barberini, das Rathaus, das Film- oder das Naturkundemuseum ging. „Viel mehr Kilometer werde ich im neuen Jahr wohl nicht schaffen“, vermutet Schubert angesichts der Fülle an Aufgaben als Rathauschef. Die Einladung in Potsdams Partnerstadt Luzern zum dortigen Stadtlauf am 4. Mai wolle er jedoch gern sportlich annehmen.

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