Großer Wunsch. Janine Kohlmann möchte jetzt langfristig verletzungsfrei bleiben. Foto: Henning Angerer/DVMF
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Potsdam bei der Fünfkampf-EM „Comeback kann ich nicht mehr hören“ 

Neben drei Männern ist aus Potsdam auch eine Frau bei der Fünfkampf-Europameisterschaft am Start: Janine Kohlmann. Vorab spricht sie über Rückschläge und Hoffnungen.

Frau Kohlmann, was denken Sie, wenn Sie das Wort Comeback hören?
 

Eigentlich kann ich das schon nicht mehr hören (lacht). Bei mir kam in den vergangenen Jahren leider immer zwischendurch etwas, irgendeine blöde Verletzung. Da ist es schwierig, jedes Mal wieder im Training neu aufzubauen. Daher hoffe ich jetzt, dass meine Entzündung im Knie vom Anfang dieses Jahres – die hat mich zwölf Wochen außer Gefecht gesetzt – die letzte große Verletzung gewesen ist. Ich möchte Richtung Olympia in Tokio mal voll durchtrainieren.

Trotz der zahlreichen Ausfälle haben Sie gute Resultate erreicht. Sie wurden 2018 WM-Siebte, holten zusammen mit Vizeweltmeisterin Annika Schleu aus Berlin und Ihrer derzeit verletzten Potsdamer Kollegin Anna Matthes Team-Bronze. Dieses Jahr gelang ein siebter Weltcup-Platz.

Nach den ganzen Problemen war das jeweils natürlich sehr überraschend und es hat mir Selbstvertrauen gegeben. Es bestätigt mich darin, dass ich vorne mitmischen kann.

Ihre Trainerin Claudia Adermann sieht das auch so. Nur müssten Sie dafür die Nerven bewahren, keine Selbstzweifel zulassen und „nicht mit den Emotionen auf Tiefgang gehen“, sagt sie. Wie ist das gemeint?

Es stimmt schon, dass ich nicht gerade wenig grüble. Die vielen Verletzungen haben das sicherlich nicht unbedingt besser gemacht. Solche Rückschläge verunsichern. Jedes Mal aufs Neue. Aber ich versuche, positiv zu sein, und merke auch, dass ich immer besser ins Laufen komme.

Bei der Deutschen Meisterschaft wurden Sie zuletzt Vierte, vergaben die schon greifbare Medaille durch ein schwaches letztes Schießen. Wie gehen Sie jetzt die Europameisterschaft an?

Das wird ein neuer Wettkampf. Bis zur Qualifikation am Freitag habe ich ein paar Tage zur Regeneration für den Körper und den Kopf. Das sollte dann schon passen. Ich weiß, dass ich gut drauf bin, und hoffe, dass ich in den Kampf um das Olympia-Ticket eingreifen kann.

Vor Olympia in Rio hatten Sie bei der EM als Sechste ein solches Ticket für Deutschland geholt, waren dann aber nicht bei den Spielen, weil sie über die nationale Rangliste nicht die Nominierung geschafft hatten. Wie fühlte sich das an?

Es war bitter. Wie 2012 war ich auch 2016 nur Dritte im deutschen Ranking und bekam daher keinen der zwei Olympia-Startplätze. Diesmal möchte ich den Sprung schaffen, brauche möglichst viele Qualipunkte. Aber dafür muss ich eben vor allem gesund bleiben.

ZUR PERSON: Janine Kohlmann, 28, wurde in Düsseldorf geboren. Die Fünfkämpferin des OSC Potsdam gewann bereits mehrfach Team- und Staffelmedaillen bei Welt- und Europameisterschaften.


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