Trainer Jörg Buder (l.) und Sven Reimann jubeln nach dem Sieg.  Foto: dpa
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Pokal-Party in Babelsberg Trainer Buder warnt nach Traum-Debüt vor Alltag

Arne Richter

Babelsberg feiert seine Pokal-Helden. Der Sieg im Elfmeterkrimi gegen Bundesliga-Aufsteiger Greuther Fürth liefert alles, was den Pokal so reizvoll macht.

Potsdam - Petar Lela stand im Mittelkreis und erzählte und erzählte und erzählte. Der Regen störte den Kapitän des SV Babelsberg 03 nicht. Er quatschte einfach weiter in sein Handy. Es gab ja auch so viel Grund zur Freude. Lela hatte nach einer souveränen Leistung in 120 packenden Pokalminuten seinen Elfmeter beim dramatischen 5:4 (2:2, 2:2) des Regionalligisten gegen den Bundesliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth zwar verschossen. Die zwei Strafstoß-Paraden von Torwart Marco Flügel waren aber Initialzündung für ein ausgelassenes Fußball-Fest im Karl-Liebknecht-Stadion. Der Babelsberger Coup war die erste richtige Sensation in der ersten Runde des DFB-Pokals.

Einzig der neue Cheftrainer Jörg Buder wirkte in der Babelsberger Party-Atmosphäre ungewöhnlich gefasst. „Ich bin ruhig, erstaunlicherweise. Nicht, weil ich mit einem Sieg gerechnet habe, ich bin einfach stolz auf die Mannschaft, weil sie das umgesetzt hat, was sie kann, was drin war“, sagte der 51-Jährige nach seinem Glanzstück beim Debüt nur vier Tage nach seiner Beförderung.

Die Spieler von Babelsberg jubeln mit den Fans nach dem Sieg.  Foto: dpa Vergrößern
Die Spieler von Babelsberg jubeln mit den Fans nach dem Sieg.  © dpa

Torwart Flügel pariert zwei Elfmeter

Buder hatte maßgeblichen Anteil an der Sensation. Eine seiner ersten Amtshandlungen zahlte sich aus. Torwart Flügel kam für Jannick Theißen, der in den drei Spielen in der Regionalliga Nordost bislang die Nummer eins war. Flügel verursachte zwar den Strafstoß, den Fürths Branimir Hrgota (22. Minute) verwandelte, danach war er aber schon vor seinen Elfmeter-Paraden gegen Hrgota und Maximilian Bauer ein großer Ruhepol für Babelsberg.

Für „03“ zahlt sich der Pokal nun aus. In der zweiten Runde gibt es gut 250.000 Euro Prämie vom DFB. Die muss im Gegensatz zu den knapp 130.000 Euro aus Runde eins nicht mit anderen Teams aus dem Fußball-Landesverband Brandenburg geteilt werden.

Babelsbergs Torhüter Marco Flügel parierte im Elfmeterschießen zwei Strafstöße. Foto: dpa Vergrößern
Babelsbergs Torhüter Marco Flügel parierte im Elfmeterschießen zwei Strafstöße. © dpa

Der 7. August bleibt somit ein Pokal-Glückstag für die Filmstadt. Auf den Tag vor 22 Jahren war mit dem 1:0 gegen die SpVgg Unterhaching schon einmal ein Bundesliga-Aufsteiger bezwungen worden. Nun mussten die Franken leidvoll erfahren, dass das Karl-Liebknecht-Stadion alle Rahmenbedingungen liefert, die den Wettbewerb so attraktiv machen. Klein, eng, laut. Der Favorit wurde vor 3030 Fans immer nervöser und rettete sich nach den Gegentoren von Marcel Rausch (37.) und Marcus Hoffmann (70.) durch den Ausgleich von Julian Green (85.) noch in Verlängerung und Elfmeterschießen.

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Den Party-Express nicht bremsen

Buder wusste, dass er den Party-Express nicht bremsen konnte. „Jetzt sollen die Jungs erstmal feiern, dann treffen wir uns am Montag wieder zum Training, dann werden wir ein bisschen Alkohol ausschwitzen“, kündigte er das Programm für die nächsten Tage an. Der Trainer weiß, dass die womöglich komplizierteren Aufgaben bis zum nächsten Pokalspiel in der zweiten Runde (26./27. Oktober), die am 5. September ausgelost wird, im Liga-Alltag in der Regionalliga lauern.

„Nach solch einem Erfolg kommen die Leute her und denken, es geht nahtlos weiter. Aber das ist das Schwierige daran, die Jungs wieder in die Spur zu kriegen, dass das nicht von selbst so ist, sondern dass sie ganz anders in das Punktspiel reingehen werden“, sagte Buder. Am Freitag heißt der Gegner im „Karli“ BSG Chemie Leipzig. Mit einem Sieg könnte man in die Spitzengruppe der Regionalliga vorstoßen. „Das wird ein ganz anderes Spiel werden“, sagte Buder. Es bleibt abzuwarten, was Lela danach zu erzählen hat. (dpa)

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