Starker Rückhalt. Neuzugang Max Vernet Schweimer überzeugt im OSC-Tor. Foto: Sandra Seifert/Verein
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OSC Potsdam gegen ASC Duisburg Halber Schritt nach vorn

Wie schon beim Wasserball-Supercup gibt der OSC Potsdam auch im Bundesligaduell mit dem ASC Duisburg eine Führung aus der Hand. Zumindest holten die Potsdamer diesmal ein Unentschieden. Die "chaotische" Partie offenbarte "Kindergartenfehlern", machte dem OSC aber auch Mut. 

Potsdam - Es drohte eine bittere Duplizität der Dinge. Wie vor zwei Wochen im nationalen Wasserball-Supercup lag der OSC Potsdam am Samstag beim Bundesliga-Heimspiel gegen den ASC Duisburg schnell 0:3 zurück, kämpfte sich zunächst heran, dann sogar in Führung, um diese aber im letzten Viertel wieder abzugeben. Doch anders als im Supercup-Duell musste der OSC diesmal nicht noch spät einen Gegentreffer zur Niederlage hinnehmen. Stattdessen verteidigte die Mannschaft von Trainer Alexander Tchigir immerhin ein 12:12 (3:4, 4:2, 2:2, 3:4)-Unentschieden. „Das war ein Entwicklungsschritt nach vorn. Aber eben nur ein halber“, sagte Tchigir. „Ein Punkt ist okay. Trotzdem müssen wir auch enttäuscht sein, dass wir wieder unseren Vorsprung einfach verspielt haben.“

Zwischen dem OSC Potsdam und dem ASC Duisburg hat sich inzwischen eine gute Rivalität um den Status „Best of the Rest“ entwickelt. Mehrfach in jüngerer Vergangenheit trafen beide Clubs aufeinander, wenn es darum ging, hinter den in Deutschland übermächtigen Waspo Hannover und Wasserfreunden Spandau Rang drei auf nationalen Gewässern auszukämpfen. Bisher einmal – vorige Saison in der Meisterschaft – sicherten sich die Brandenburger Bronze. „Dass wir jetzt bereits wieder mit Duisburg auf gleichem Niveau liegen, gibt uns Mut. Schließlich ist unsere Mannschaft stark verändert“, erklärte Tchigir angesichts von sechs Neuzugängen. „Wir brauchen noch Zeit, damit es passt.“

"Wir hatten nicht die nötige Ruhe im Kopf"

Das wurde am Samstag deutlich. Die neu formierte und junge Mannschaft des OSC offenbarte gegen den ASC besonders defensive Probleme. Es fehlte die Ordnung vor dem eigenen Tor. Darin wachte jedoch ein überragender Rückhalt: Max Vernet Schweimer. Der im Sommer nach Potsdam gewechselte Keeper zeigte etliche starke Paraden und mutierte so zum Fels in der Brandung. „Es war ein chaotisches Spiel“, meinte der 21-Jährige, nachdem er aus dem Becken geklettert war. Sein Team startete schwach, fing sich dann und erarbeitete sich zu Beginn des Schlussabschnitts eine Drei-Tore-Führung. „Bitter, wenn man das nicht durchbringt. Wir hatten nicht die nötige Ruhe im Kopf“, sagte Schweimer und begründete dies mit der Unerfahrenheit der Potsdamer Truppe. Coach Alexander Tchigir wollte das Argument jedoch nicht gelten lassen: „Am Anfang und Ende machen wir Kindergartenfehler. Da waren unsere erfahrenen Spieler im Wasser – auch sie müssen stabiler werden.“

Dennoch: Der Tabellenvierte OSC fügte seinem Dauerrivalen aus dem Ruhrpott im fünften Saisonspiel den ersten Punktverlust zu. Ein Achtungszeichen. Und obendrein bauten die Havelstädter ihren guten Bundesliga-Lauf gegen den sechsfachen Deutschen Meister Duisburg aus, denn in den vergangenen sechs Liga-Vergleichen beider Teams mussten sie sich nur einmal geschlagen geben – das auch erst nach Fünfmeterschießen. Ansonsten gewann Potsdam, beziehungsweise zweimal hieß es Remis. „Wenn wir weiter gut als Team zusammenwachsen, haben wir sicher auch diese Saison eine ordentliche Chance, das Podest zu erreichen“, meinte Torwart Max Vernet Schweimer. Dafür, das wissen sie beim OSC genau, sind allerdings etliche weitere Entwicklungsschritte notwendig. Halbe oder am besten gleich ganze. Hauptsache, immer voran. 

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