Nach dem Triumph herrschte bei den Potsdamerinnen grenzenloser Jubel.  Foto: dpa
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Update Nach Elfer-Krimi gegen Leverkusen Turbine Potsdam im DFB-Pokalfinale

Michael Lachmann

Sara Agrez verwandelte den entscheidenden Elfmeter. Im Finale trifft der Bundesliga-Dritte auf den VfL Wolfsburg. Gegen den Seriensieger verloren die Turbinen 2015 bei ihrer bislang letzten Finalteilnahme.

Leverkusen - Turbine Potsdam steht nach sieben Jahren wieder im DFB-Pokalfinale der Frauen. Der Bundesliga-Dritte hatte am Montagabend im Elfmeterschießen mit 4:3 bei Bayer Leverkusen das bessere Ende für sich. Nach 120 Spielminuten stand es 1:1 (1:1, 0:0), wobei auch beide Treffer aus Strafstößen resultierten.

Im Elfmeterschießen verschoss aus Potsdamer Sicht erst Melissa Kössler. Doch Isabel Kerschowski, die bereits im Spiel traf, Sara Holmgaard, Sophie Weidauer und Sara Agrez zeigten sich vom Punkt nervenstark, während die Leverkusenerinnen Milena Nikolic am Tor vorbei schoss und Caroline Siems an die Latte. 

„Defensiv standen wir gut, das war die Basis“, sagte Turbine-Trainer Sofian Chahed, der am Montag ein schönes Geschenk zu seinem 39. Geburtstag erhielt, nach dem Spiel am Sky-Mikrofon. „Es war kein Spiel auf hoher Qualität. Man hat gemerkt, dass beide Teams nicht oft solche K.o.-Spiele bestreiten“, sagte Chahed zum umkämpften und sich vorwiegend im Mittelfeld abspielenden Pokalfight. 

Turbine Potsdam trifft im Pokalfinale am 28. Mai auf den VfL Wolfsburg. Gegen den Seriensieger verloren die Turbinen 2015 bei ihrer bislang letzten Finalteilnahme mit 0:3. Potsdam steht zum insgesamt achten Mal im Finale. Seit dem dritten Sieg 2006 gingen vier Endspiele in Folge verloren. Final-Gegner Wolfsburg holte dagegen in den vergangenen sieben Jahren immer den Titel.

Leverkusen ging per Elfmeter in Führung

Potsdam versuchte im mit 2000 Zuschauern gut besuchten Ulrich-Haberland-Stadion am Fuße der BayArena dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Die optische Überlegenheit konnte zunächst nicht in Tore umgemünzt werden. Die beste Gelegenheit im ersten Abschnitt vergab Maria Plattner in der 34. Minute, als sie frei vorm Leverkusener Tor aus zehn Metern zum Schuss kam, aber Bayer-Torfrau Anna Klink den Ball im letzten Moment parieren konnte. „So eine Chance muss man verwandeln, wer weiß, ob man noch einmal so eine Chance bekommt“, meinte Ex-Turbine-Spielerin und TV-Expertin Fatmire Alushi-Bajramaj in der Pause am Sky-Mikrofon.

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Vor dem eigenen Tor ließ Turbine recht wenig zu und lag trotzdem urplötzlich zurück, als Schiedsrichterin Riem Hussien nach einem leichten Körperkontakt von Teninsoun Sissoko gegen Dora Zeller auf Strafstoß für die Bayer-Frauen entschied. Den verwandelte Dina Blagojevic sicher zur 1:0-Führung für die Gastgeberinnen (66.).

Als der vermeintliche Ausgleich durch Melissa Kössler wegen eines Foulspiels nicht anerkannt wurde (81.), schien Potsdam endgültig vom Glück verlassen. Doch nur 60 Sekunden später zeigte Hussein wieder auf den Elfmeterpunkt, diesmal nach Handspiel der Leverkusenerin Jessica Wich. Isabel Kerschowski verwandelte mit viel Glück - Klink war noch am Ball dran - zum 1:1 (83.) und sorgte so für die torlos bleibende Verlängerung.

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