Silvio Krause durfte zum zweiten Mal den Landespokalsieg mit der zweiten Oranienburger Mannschaft bejubeln. Foto: Julius Frick
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Handball-Landespokal in Potsdam Oranienburger Männer und Frauen aus Frankfurt holen die Titel

Wie im Vorjahr hat der Oranienburger HC II die Überraschung geschafft - der Triumph im Brandenburg-Cup war ein Meisterstück des Potsdamer Trainers Silvio Krause. Die Steinadler wurden indes Dritte, Werders Frauen verloren das Finale.

Zwei Jahre nach dem Überraschungscoup beim Gewinn des brandenburgischen Handball-Landespokals hat es diesmal für die Steinadler zur kleinen Trophäe gereicht. Die Traditionsmannschaft des VfL Potsdam gewann am Sonntag das Spiel um Platz drei beim Final-Four-Turnier in der MBS-Arena gegen den Oberligisten LHC Cottbus mit 29:26. Landespokalsieger wurde die zweite Mannschaft des Oranienburger HC, die damit ihren Vorjahreserfolg wiederholte. Bei den Frauen wurde der Frankfurter HC seiner Favoritenrolle gerecht und sicherte sich die Trophäe im Finale gegen Grün-Weiß Werder.

Oranienburgs erfolgreiche Cup-Verteidigung

Das Männer-Finale wurde zu einer packenden Angelegenheit. Viel Tempo, beherzte Zweikämpfe, tolle Torhüterparaden unterhielten die Fanlager des MTV 1860 Altlandsberg und des Oranienburger HC II am gestrigen Sonntagnachmittag. Nach ausgeglichener erster Halbzeit mit einer knappen 14:13-Pausenführung für Altlandsberg konnte der Oberligist nach dem Seitenwechsel bis auf zeitweilig vier Tore enteilen. Doch die OHC-Reserve kämpfte sich zurück ins Spiel und hatte mit Torhüter Erik Hansen die überragende Figur dieses Endspiels auf der Platte: Mit klasse Paraden und zwei gehaltenen Siebenmetern brachte er seine Mannschaft zurück ins Spiel. Zudem fand Oranienburg vor dem gegnerischen Tor sein Wurfglück zurück. 

OHC-Torwart Erik Hansen war beim Finale Sieggarant und wurde entsprechend gefeiert. Foto: Julius Frick Vergrößern
OHC-Torwart Erik Hansen war beim Finale Sieggarant und wurde entsprechend gefeiert. © Julius Frick

Mit drei Toren führte das Team des Potsdamer Trainers Silvio Krause. Und als beim Stand von 25:24 für den Brandenburgligisten Sekunden vor Schluss der letzte Altlandsberger Wurf geblockt wurde, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Krause schlug die Hände vors Gesicht und rang nach Worten: „Wahnsinn“, sagte er schließlich und lobte die Mentalität seiner Mannschaft. „Hier an zwei Tagen zwei Oberligisten zu schlagen, ist bockstark“, sagte Krause. Am Tag zuvor hatte der klassentiefste Endrundenteilnehmer bereits den LHC Cottbus im Halbfinale ausgeschaltet (24:21).

VfL-Haudegen können es immer noch

Die Steinadler machten es in ihrem Halbfinale am Samstag dem Favoriten vom MTV 1860 Altlandsberg schwer. Gegen den Tabellendritten der Ostsee-Spree-Oberliga konnte die alte Garde die Partie bis 20 Minuten vor Schluss offen halten – vor allem durch die individuelle Klasse ehemaliger Zweitliga-Spieler der goldenen VfL-Generation. Einen 4:0-Lauf der Altlandsberger konnten die Potsdamer jedoch nicht mehr beantworten, sodass die Partie letztlich mit 24:30 verloren ging.  Im Spiel um Platz drei am gestrigen Nachmittag war es dann Jan Piske, bis vor drei Jahren noch Kapitän des VfL-Drittliga-Teams, der gegen den LHC Cottbus den Unterschied machte. Sein Kampfgeist sowie die noch immer vorhandene Klasse beim Abschluss eines Björn Rupprecht, Viktor Pohlack, Stephan Mellack oder Marc Thiele waren mitentscheidend für den Erfolg gegen den Oberligisten.

Im Spiel um Platz drei hob Steinadler Jan Piske ab. Foto: Julius Frick Vergrößern
Im Spiel um Platz drei hob Steinadler Jan Piske ab. © Julius Frick

Spontane Beifallsbekundungen im Publikum nach einem Treffer von Pohlack: „Oh, der war ja stark“, sowie Szenenapplaus für sehenswerte Aktionen der Steinadler waren Beleg dafür, dass die einstigen VfL-Idole ihr Handwerk noch immer beherrschen. „Die elementaren Voraussetzungen bringen wir mit“, bestätige Göran Böhm und fügte angesichts des nicht ganz optimalen Wettkampfgewichts scherzhaft hinzu: „Und an körperlicher Präsenz haben wir hinzugewonnen.“ Der Spaß war den Steinadlern jedenfalls deutlich anzumerken und „es war schön zu sehen, dass wir mit den Jungen mithalten können“, so Böhm. „Wir waren damals wirklich drei, vier starke Jahrgänge, was die Nachwuchstrainer des VfL, allen voran Detlef Döring erkannt und viel daraus gemacht haben“, erklärte Böhm die Gründe für die einst so starke Potsdamer Handball-Generation. 

Couragierte Werderaner Damen erneut auf Rang zwei

Ordentlich Stimmung in die Arena brachten die Damen von Grün-Weiß Werder im Finale, in das sie nach einem klaren 34:21-Erfolg im Halbfinale gegen den HSC 2000 Frankfurt eingezogen waren. Angefeuert von zahlreichen Fans aus der Blütenstadt bot das Oberliga-Team von Trainer Lucas Schönebeck den Drittliga-Handballerinnen vom Frankfurter HC engagiert die Stirn. Doch die Klasse der Frankfurterinnen gab dem Finale Mitte der ersten Halbzeit schnell die Richtung vor. Mit 19:12 ging der frühere Deutsche Meister und Europapokalsieger in die Halbzeitpause und ließ auch im zweiten Durchgang nichts mehr anbrennen. 

Sandra Schmidt bot mit Werder dem Favoriten aus Frankfurt gut Paroli. Foto: Julius Frick Vergrößern
Sandra Schmidt bot mit Werder dem Favoriten aus Frankfurt gut Paroli. © Julius Frick

Trotz der 26:35-Niederlage feierten die Werderaner Damen ausgelassen den zweiten Platz, den sie auch schon voriges Jahr belegt hatten. Ihr Trainer lobte stolz die „couragierte Leistung“, auf die sich für den weiteren Saisonverlauf in der Oberliga aufbauen lasse. Ein Platz unter der Top 5 ist Werders Ziel, während der Frankfurter HC als aktuell Tabellenfünfter Ambitionen für den Zweitliga-Aufstieg hegt. 


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