Isabel Kerschowski mit Turbine-Trainer Sofian Chahed. Foto: Turbine Potsdam
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"Eine Herzensangelegenheit" Kerschowski kehrt zu Turbine Potsdam zurück

Michael Lachmann

Fünf Meisterschaften gewann Isabel Kerschowski (33) mit dem Frauenfußball-Bundesligisten. In der neuen Saison soll die Abwehrspielerin eine wichtige Rolle bei Turbine übernehmen.

Potsdam - Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam hat am Freitag die Verpflichtung von Isabel Kerschowski ab der kommenden Saison bekanntgegeben. Für die 33 Jahre alte Abwehrspielerin schließt sich damit ein Kreis. Denn die beim BSC Marzahn in Berlin großgewordene Kerschowski trug bereits zwischen 2005 und 2012 das Turbine-Trikot. Danach spielte sie in Leverkusen (bis 2014), Wolfsburg (2018) und zuletzt erneut für die Bayer-Frauen.

Mit Potsdam gewann Kerschowski fünf Meisterschaften, in Wolfsburg kamen zwei weitere Titel hinzu. Insgesamt holte die Berlinerin mit Turbine und den Wölfinnen fünf DFB-Pokal-Siege. Hinzu kommt der Gewinn der Champions-League 2010 mit Potsdam. „Aufgrund ihrer Erfolge und Erfahrungen wird sie auf und neben dem Platz eine wichtige Rolle spielen“, sagte Trainer Sofian Chahed.

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Nach einem Kreuzbandriss im Oktober 2018 kämpfte sich die 21-malige Nationalspielerin zurück und bestritt in der laufenden Saison alle 20 Punktspiele (ein Tor) für die Werkself-Frauen. „Ich freue mich sehr, nochmals als Turbine auf dem Platz stehen zu dürfen. Hier hat alles begonnen, es ist für mich eine Herzensangelegenheit“, wurde die Olympiasiegerin von 2016 in einer Vereinsmitteilung zitiert. Über die Vertragslaufzeit machte der Bundesliga-Vierte keine Angaben. 

Debatte um Mitgliederversammlung

Zum Gold-Team von Rio gehörte auch Tabea Kemme. Wenn es nach der 29-Jährigen geht, würde die Amtszeit des seit 2015 amtierenden Turbine-Präsidenten Rolf Kutzmutz in den nächsten Wochen zu Ende gehen. Denn die Ex-Nationalspielerin und Olympiasiegerin von 2016 tritt bei der nächsten Mitgliederversammlung als Gegenkandidatin gegen den 73-jährigen Kutzmutz an. Gehofft hatte Kemme, die lange Jahre das Turbine-Trikot trug, dass dies am 30. Mai gewesen wäre.

Nun wurde aber bekannt, dass die Präsidiumswahl erst am 18. Juni stattfinden soll. Darüber zeigte sich Kemme entsetzt. Auf ihrem Instagramkanal postete die Ex-Spielerin: „Turbine-Vorstand wischt Bitte der 1. Mannschaft vom Tisch, den Termin Mitgliederversammlung so zu legen, dass ihre Teilnahme oder schriftliche Abstimmung ermöglicht wird.“ Anscheinend befürchtet Kemme, dass die meisten Spielerinnen Mitte Juni nicht mehr in Potsdam weilen könnten, da die Saison am 6. Juni endet. Und wohl auch keine Briefwahl möglich wäre.

Die Reaktion von Turbine Potsdam 

Am Mittwoch antwortete Turbine Potsdam mit einer von Präsident Kutzmutz unterzeichneten Richtigstellung. In der heißt es unter anderem: „Ein Rechtsanwalt wurde mit der Sichtung unserer Satzung (.) beauftragt. Dabei lag das Hauptaugenmerk in der Prüfung der Möglichkeiten bei der Terminierung der Mitgliederversammlung sowie in der Frage bezüglich der Zulässigkeit einer Briefwahl. Die vorliegende Satzung des 1. FFC Turbine Potsdam ermöglicht keine Umsetzung einer Briefwahl, so dass keinem Mitglied diese Variante der Abgabe des Stimmrechts zulässig ist.“

Darüber hinaus wurde die spätere Terminierung der Mitgliederversammlung mit der einzuhaltenden Einladungsfrist begründet und dem Verein auch keine terminlichen Alternativvorschläge unterbreitet wurden.

Im März ging Kemme mit ihren Plänen erstmals an die Öffentlichkeit. „Ich bin in Kontakt mit vielen Spielerinnen und Fanvertretern. Sie unterstützen mein Vorhaben. Mit meinem Team will ich Turbine voranbringen“, sagte die 29-Jährige damals der „Bild am Sonntag“. Dafür erhielt Kemme, die sich nach ihrem verletzungsbedingten Karriereende vor einem Jahr unter anderem sozialen Projekten widmet, sehr viel Zuspruch aus dem Frauenfußball. (dpa)

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