Der Backsteinbau im Babelsberger Park sieht nicht nur schön aus, sondern kann auch ganz funktional genutzt werden. Foto: B. Stelley
© B. Stelley

"Die Firma läuft" Fitness-Studio im gotischen Stil

Bei der derzeitigen Hitze wird im Rahmen des Projekts "Die Firma läuft" weniger gerannt. Stattdessen trainiert das Babelsberger Ingenieurunternehmen VIC verstärkt die Beweglichkeit und Kraft – und das in besonderem Ambiente.

Potsdam - Der Ort hat das Zeug zum Postkartenmotiv. Malerisch ist die Gerichtslaube auf der Lennéhöhe, einem Plateau im Babelsberger Park, gelegen. Von dort oben erfüllt sich ein herrlicher Blick über den an diesem Tag im Sonnenschein glitzernden Tiefen See. Die zirpenden Grillen geben hier ein Konzert. Pure Idylle.

Doch in dieser kann man nicht nur gut die Seele baumeln lassen, sondern auch die Muskeln trainieren. Das beweisen die Mitarbeiter des Babelsberger Ingenieurunternehmens VIC, das auf Straßen- und Brückenbau spezialisiert ist. „Die Firma läuft“.

Läufer wollen dran bleiben

In dieser Woche steht das Laufen aber nicht im Zentrum der Übungseinheit, denn zu intensivem Herz-Kreislauf-Training macht bei der Hitze kaum Sinn. Beweglichkeits- und Kräftigungsübungen aber schon. Daher führt der Weg für die VIC-Mitarbeiter hinauf zur Gerichtslaube, unter dessen geschwungener Deckenkonstruktion das Sporttreiben im Schatten und bei leichtem Wind angenehm ist. „Die Trainer lassen sich immer wieder was Neues einfallen, das macht Spaß“, sagt die Auszubildende Sirid Kuntze. Konzentriert absolvieren sie und ihre Kollegen das Programm, stärken Bein-, Rumpf- und Armpartien erst ohne zusätzliche Materialien, dann mit Hilfe elastischer Gummibänder. Der rote Backsteinbau im gotischen Stil wird für den Großteil der 90-minütigen Einheit zum Fitnessstudio.

„Leider“, erzählt Marion Kautzsch, „sind wir heute nur zu sechst, normalerweise sind fast doppelt so viele dabei. Aber so ist das eben in der Urlaubszeit.“ Sie selbst hat die freien Tage schon hinter sich und blieb auch dabei – angespornt durch das seit März stattfindende Firmentraining – aktiv. „Ich bin in Portugal und der heimischen Parforceheide laufen gegangen. Das hätte ich zuvor nie gemacht, aber jetzt wollte ich weiter am Ball bleiben“, berichtet sie von der gestiegenen Motivation zur Bewegung.

"Man ist ganz anders motiviert"

Auch ihre Kollegin Marita Bing weiß inzwischen die Wirkung der sportlichen Betätigung zu schätzen. „Es tut einem gut, das Wohlbefinden verbessert sich“, sagt sie und ist sich mit ihren Mitstreitern einig, dass auch das positive Gefühl der Gruppendynamik einen besonderen Reiz bei den Einheiten ausmacht. „Man ist ganz anders motiviert. Sich alleine für eineinhalb Stunden aufzuraffen, kostet viel mehr Überwindung – und die Zeit vergeht auch irgendwie langsamer. In der Gruppe ist das anders: Zack, schon ist es vorbei“, meint Harald Bechtloff.

Er schlägt an diesem Tag das höchste Tempo bei der kurzen Laufserie an, die auf dem zur Gerichtslaube führenden Schotterweg zurückgelegt wird. Pendelläufe über etwa zehn Meter Länge, dreimal 30 Sekunden, jeweils mit steigernder Geschwindigkeit. Die Füße fliegen über den Untergrund, der bei jeder Kehrtwende aufstaubt. Der Schweiß rinnt den Teilnehmern über die Haut. „Das war nochmal ordentlich anstrengend“, findet Ute Bringezu, schnappt sich ihre Flasche voll Wasser und nimmt einen kräftigen Schluck, ehe es zurück zum Firmengelände geht.

"Die Firma läuft" kommt gut bei VIC-Mitarbeitern an

In der Babelsberger Sauerbruchstraße befindet sich der Hauptsitz des bundesweit agierenden Unternehmens. „Der Arbeitsalltag“, schildert Lars Degenkolb, „besteht für die meisten von uns zu 80 bis 90 Prozent aus Bürotätigkeiten. Ausgleich durch Bewegung kommt da viel zu kurz.“ Daher meldete der 28 Jahre alte Diplom-Ingenieur VIC für das Laufprojekt an. „Ich bin mit Sport groß geworden und daher auch sehr gewillt, andere ebenfalls dafür zu begeistern“, sagt der Potsdamer, der einst in der deutschen Junioren-Nationalmannschaft ruderte.

Mit der Teilnahme bei „Die Firma läuft“ habe VIC im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, in dessen Rahmen es auch eine Volleyballgruppe gibt, einen enormen Zugewinn erreicht, findet Lars Degenkolb. „Die Geschäftsführung weiß, dass dieses Angebot gut bei uns ankommt und überlegt wohl auch, das Training nach dem Ende des Projekts im Novemeber fortzuführen.“ Die Mitarbeiter würde es freuen. Dann könnten sie nämlich auch weiterhin einmal in der Woche unter professioneller Anleitung durch den Babelsberger Park laufen oder im gotischen Fitnessstudio gefordert werden.

 

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