Cirsten Schulz (2.l.v.u.) mit ihrem Lauf-Team.

Brandenburg läuft Potsdams schnellste Chefin

Steuerberaterin Cirsten Schulz bietet ihren Mitarbeitern seit einem Jahr ein Fitnesstraining an und geht selbst sportlich voran.

Potsdam - Cirsten Schulz ist Potsdams schnellste Chefin. Zumindest gewann sie diese Wertung beim Potsdamer Firmenlauf Anfang Juni. Seit vier Jahren läuft die 50-jährige Steuerberaterin, nachdem sie bei einem Starterkurs des Potsdamer Laufclubs das Lauf-Abc gelernt hat. „Ich wollte mich mehr bewegen, wieder in Form kommen“, beschreibt sie ihre damalige Motivation.

In Form ist sie längst: Halbmarathon-Distanzen sind eine sportliche Herausforderung, bei der durchaus auch auf die Zeit beim Zieleinlauf geschaut wird. Aber die Distanz von rund 21 Kilometern ist längst keine Frage des Ankommens mehr. Hinter dem legendären Rennsteiglauf steht auch in diesem Jahr ein Häkchen: Geschafft!

Einfach mal abschalten

„Laufen ist inzwischen eine gute Möglichkeit, um abzuschalten“, sagt Cirsten Schulz. Der Job als Steuerberaterin verlange viel Kopfarbeit. „Wenn ich laufe, bin ich nur bei mir selbst“, sagt sie.

Diese Erfahrung wünschte sie sich auch für ihre Mitarbeiter. Seit 2006 leitet sie mit ihrer Geschäftspartnerin die Potsdamer Kanzlei des international tätigen Ecovis-Steuerberatungs- und Wirschaftsprüfungsunternehmens. Das Unternehmen wurde jüngst in einem Ranking 2015 in einer Sonderausgabe des Magazins FOCUS unter die Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber der Branche in Deutschland gewählt – unter anderem äußerten sich die Mitarbeiter zufrieden über das Führungsverhalten ihrer Vorgesetzten. Für Cirsten Schulz gehört es auch zur Führungsaufgabe, ihren Mitarbeitern Gutes zu tun –  zum Beispiel in Form eines Fitnessangebotes. Seit einem Jahr gibt es jeden Mittwochmorgen unter Anleitung der Potsdamer Sporttherapeutin und Lauftrainerin Diana Lehmann ein einstündiges Training. Ein Mix aus Bewegung, Ausdauerschulung, Kräftigung und Mobilisation. Trainingsort ist – ein paar Schritte von der Kanzlei ideal gelegen – der Neue Garten. Die dortigen Wege, Bäume, Bänke oder Treppen sind ein vorher kaum wahrgenommener Bestand natürlicher Fitnessgeräte, die eine große Vielzahl und Abwechslung an Übungen bieten. Anstrengung, Genugtuung und ein Entdecken der Möglichkeiten sind somit jeden Mittwochmorgen am Heiligen See inklusive.

Laufen wirkt ansteckend

„Die Kollegen hatten mich angesprochen, ob sie nicht eine Massage bekommen könnten. Aber das war mir zu passiv“, sagt Cirsten Schulz, die inzwischen selbst sehr gut weiß, wie wohl eine angemessen dosierte Bewegungseinheit an frischer Luft tut. „Ich kann nicht sagen, ob sich das wöchentliche Training auf den Krankenstand auswirkt“, sagt sie nach einem Jahr regelmäßiger Firmenfitness. „Aber auf das allgemeine Wohlbefinden hat es auf alle Fälle Einfluss.“ Die Bewegung an der frischen Luft trage spürbar dazu bei, dass sich die Mitarbeiter besser fühlen. „Und sie spüren, welchen Defiziten sie nachgehen sollten, und gewinnen die Erkenntnis, dass sie etwas für sich tun können“, meint Cirsten Schulz.

Und der Erkenntnisgewinn hat Folgen: Ihre Kanzleipartnerin und drei weitere Kollegen gehen inzwischen ebenfalls regelmäßig laufen.

Beim Firmenlauf vor wenigen Wochen im Volkspark am Bornstedter Feld war die Potsdamer Ecovis-Riege zum vierten Mal dabei – mit der vollen Besetzung von fünf Läufern, die eine komplette Staffel aufweisen musste. Mit Freude betont Cirsten Schulz: „Zum ersten Mal mussten wir keine ‚Fremden’ einkaufen.“

 

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