Zäune begrenzen die Auslauffläche der neuen "Huta". Foto: Andreas Klaer/ PNN
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Potsdam Wirbel um Hunde-Tagesstätte auf Klinikum-Gelände

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Wegen einer neuen Hundetagesstätte des Bergmann-Klinikums in Potsdam gibt es Unmut und Behörden-Nachfragen.

Potsdam - Eine neue Tagesstätte für Hunde auf dem Gelände des kommunalen Klinikums „Ernst von Bergmann“ sorgt für Wirbel. Denn nach PNN-Informationen gibt es über das vor zwei Monaten gestartete Projekt intern einigen Unmut, weil davon auch die Führung des Hauses profitiere. Zudem bestehen noch offene Fragen bei Aufsichtsbehörden, wozu es am Donnerstag einen Vor-Ort-Termin geben soll.

Tagesstätte in Unterrichtsraum

Ein Grund für das Ungemach: Die Hundetagesstätte – abgekürzt Huta – ist an der sogenannten Gesundheitsakademie eingerichtet worden. Das ist die zentrale Ausbildungsstätte des Klinikums, an der mehr als 400 Schüler unter anderem Pflegeberufe lernen. Für die Huta werden nun ein früherer Praxisraum für den Unterricht sowie Lagerflächen genutzt, sagte Klinikumssprecherin Damaris Hunsmann am Mittwoch auf PNN-Nachfrage. Für die Schüler habe man an anderer Stelle bessere Räume mit mehr Tageslicht gefunden. Irritationen an der Akademie seien ihr aber nicht bekannt. Anfängliche Sorgen, die Hunde könnten zu laut bellen, hätten sich nicht bestätigt – zumal nebenan der Verkehrslärm der viel befahrenen Hans-Thomas-Straße zu hören ist.

Vor Ort ist die Huta an mehreren Zäunen erkennbar, die an der Schule eine Art Hundefreilauf bilden. Schilder wie „Vorsicht – freilaufende Hunde“ mahnen zur Umsicht. Vor Ort waren am Mittwochmittag allerdings keine Tiere zu sehen, auch jeglicher anderer Hinweis auf die neue Einrichtung fehlte. Allerdings bestätigten Schüler, „dass dort schon immer mal Hunde rumspringen“.

Einige Mitarbeiter wollten die Huta

Genaue Daten zur Huta – etwa die Kosten oder die genaue Zahl der Hundeplätze – lieferte das Klinikum, auch wegen einer Weiterbildung zur Öffentlichkeitsarbeit, zunächst nicht. Sprecherin Hunsmann sagte aber, die Einrichtung werde von einem externen Partner betrieben. Eine ähnliche Institution sei vor Jahren eingestellt worden, nun hätte es wieder mehrfach Nachfragen nach einer Huta von den Mitarbeitern gegeben. Daher habe man sich für den Schritt entschieden, auch im Sinne des Wettbewerbs um Fachkräfte. Ein ähnliches Ziel verfolge man in der Nähe mit der Betriebskita „Bergmännchen“.

Ein Kritiker hatte den PNN gesagt, auch der mit mehr als 200.000 Euro pro Jahr dotierte Klinikumschef Steffen Grebner greife für seinen Vierbeiner regelmäßig auf die Huta zurück. Hunsmann sagte, dass sei nur in Ausnahmefällen der Fall – Grebner nutze einen anderen Anbieter. Im Übrigen gelte für die Mitarbeiter eine normale Preisliste für den Service.

Ortstermin am Klinikum

Mehrere Behörden sind inzwischen mit dem Verfahren befasst – etwa das Landesamt für Arbeitsschutz und Gesundheit, wie ein zuständiger Sprecher bestätigte. Auch mehrere städtische Ämter – etwa für die Bauaufsicht – sind beim Termin am Donnerstag dabei, hieß es aus dem Rathaus. Details nannte niemand. Allerdings seien hygienische Probleme nicht bekannt und eigentlich habe auch das Veterinäramt schon seine Zustimmung erteilt, sagte Hunsmann. Es handele sich daher um eine „Routinebegehung“, betonte die Sprecherin. Allerdings soll es auch Brandschutzbedenken geben, ob nicht durch die Zaunanlage ein wichtiger Rettungsweg versperrt sein könnte.

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