Baufeld am Alten Markt in der Potsdamer Innenstadt. Foto: Varvara Smirnova
© Varvara Smirnova

Weibliche Straßennamen nicht enthalten Flyer zur Potdams Mitte sorgt für Irritationen

Namenspanne im aktuellen Infoblatt über die Entwicklung am Alten Markt in Potsdam.

Potsdam - Peinlichkeit beim Werben für die Potsdamer Mitte: Der am Freitag mit 36.000 Exemplaren veröffentliche neue Info-Handzettel ignoriert den vor mehr als zwei Monaten gefassten Stadtverordnetenbeschluss für weibliche Straßennamen rund um den Alten Markt.

So ist in der Minibroschüre – Redaktionsschluss war eineinhalb Monate nach dem Beschluss – weiter die Rede von zum Beispiel der „Herstellung der ehemaligen Schwertfegerstraße und ehemaligen Kaiserstraße mit endgültiger Pflasterung“. Kein einziger Satz findet sich hingegen zu dem Beschluss der Stadtverordneten, die ehemaligen Namen der Kaiser-, Schloss- und Schwertfegerstraße nicht mehr zu verwenden und diese Wege stattdessen nach den verdienten Frauen Anna Flügge, Anna Zielenziger und Erika Wolf zu benennen. Dabei war über die Straßenbenennung über Wochen hinweg heftig debattiert worden. Auch Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte dafür gestimmt – in seinem Grußwort zum Handzettel erwähnt er dies aber nicht.

Und mehr noch: Über andere aktuelle Entwicklungen in der Mitte wird in dem Handzettel durchaus informiert, zum Beispiel das geplante Kreativquartier als Ersatz für das Rechenzentrum. Dieses Projekt war bekanntermaßen einige Tage nach dem besagten Namensbeschluss vorgestellt worden.

Das Faltblatt wurde diesmal besonders oft gedruckt

Das Faltblatt wird jedes Jahr aktualisiert, seit 2008 informiert es über die Entwicklung der Potsdamer Mitte und liegt zum Beispiel in den Touristinformationen der Stadt aus. Für diese Ausgabe habe man die Auflage noch einmal erhöht, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit – schon wegen der vielen Besucher, die Potsdam bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit erwartet. Auch in der englischen Fassung des Handzettels – hier geht es um 5000 Stück – fehlen die Verweise auf die neuen weiblichen Straßennamen. Herausgeber des Handzettels ist der Bereich Marketing im Rathaus, in Kooperation mit dem kommunalen Sanierungsträger, einer Tochter der Bauholding Pro Potsdam.

Jenseits der Namenspanne geht es in dem Infoblatt vor allem um die Entwicklung am Alten Markt – dort soll ein neues Wohn- und Geschäftskarree mit 14 neuen Häusern und einer gemeinsam genutzten Tiefgarage entstehen. Schon in diesem Jahr soll dafür eine Baugrube ausgehoben werden. Ein weiteres Karree dieser Art soll ab 2023 errichtet werden.


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