In der Gedenkstätte Lindenstraße soll AfD-Politiker Stefan Keuter die Euthanasie im Dritten Reich verharmlost haben. Foto: Andreas Klaer
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Vorfall in Gedenkstätte Lindenstraße Schubert begrüßt Anzeige gegen AfD-Politiker

Marion Kaufmann

Der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert verurteilt die mutmaßliche Verharmlosung der Euthanasie im Dritten Reich durch den AfD-Politiker Stefan Keuter in der Gedenkstätte Lindenstraße.

Potsdam - Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) unterstützt das Vorgehen von Gedenkstätten-Leiterin Uta Gerlant gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Stefan Keuter. Dieser soll wie berichtet beim Besuch der Gedenkstätte Lindenstraße am 1. Oktober die Euthanasie im Dritten Reich verharmlost haben. Gerlant erstattete daraufhin Strafanzeige wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung. „Dass ein Bundestagsabgeordneter Zwangssterilisationen und Euthanasie verharmlost und niemand aus der Besuchergruppe einschreitet, ist unerträglich“, sagte Schubert am Sonntag. 

Menschenverachtende Geschichte offenlegen

Es sei richtig gewesen, dass sich Gerlant und ihr Team der völkischen Weltsicht der AfD entgegenstellt und Anzeige erstattet haben, betonte der SPD-Politiker. Die unheilvolle Geschichte der Lindenstraße werde in der Gedenkstätte dargestellt. Es sei wichtig, die menschenverachtende Geschichte der nationalsozialistischen Euthanasie genauso offenzulegen, wie die Verbrechen, die in der Zeit als Gefängnis der Staatssicherheit in der Lindenstraße geschahen. 

Keuter bestreitet die Vorwürfe

Wie berichtet bestreitet Keuter selbst die Vorwürfe. Er war in der Vergangenheit bereits aufgefallen, weil er über Whatsapp eindeutige Bilder verschickt hatte – etwa von Adolf Hitler mit ausgestrecktem Arm, von einer Duschkabine mit gekacheltem Hakenkreuz und von einem Stahlhelmsoldaten am Maschinengewehr plus Kommentar: „Das schnellste deutsche Asylverfahren.“

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