Unter Wasser. Dreh für „Unknown“ im vier Meter tiefen Tank in Babelsberg. Foto: Studio
© Studio

Von Andreas Conrad Taxi im Tank

Andreas Conrad

In Babelsberg steht Deutschlands größtes Wasserbecken für Dreharbeiten / Hoffen auf Filmpreis

Nun ist der Inder also wieder weg. Wochenlang waren Brandenburgs Landeshauptstadt und Berlin eine Zweigstelle von Bollywood, drehte Shahrukh Khan in der Stadt die Fortsetzung seines Thrillers „Don“. Die Wellen im Potsdamer Wassertank haben sich ebenfalls wieder beruhigt: Auch hier im Studio Babelsberg hatte der Star Szenen gedreht.

Den Wassertank hat das Studio Liam Neeson zu verdanken, der im Frühjahr in Potsdam und Berlin den Thriller „Unknown White Male“ drehte. Im Frühjahr 2011 kommt er unter dem Titel „Unknown“ in die Kinos. Eigens für dieses Projekt wurde der Wassertank gebaut, der nun als Deutschlands größte Anlage für Dreharbeiten über und unter Wasser zur Verfügung steht, wie es aus dem Studio heißt. Der spektakulärste Einsatz war ein Autounfall, der auf der Oberbaumbrücke stattfindet. Liam Neeson ist Fahrgast in einem von Diane Kruger gesteuerten Taxi, der Unfall wird von finsteren Mächten herbeigeführt, und das Auto landet in der Spree. Die beherzte Taxifahrerin rettet dem attackierten Fahrgast das Leben, der Film kann weitergehen.

Der Sturz ins Wasser wurde in Babelsberg gedreht, mehr als 500 000 Liter Wasser bei vier Meter Tiefe haben im Tank Platz. Er verfügt über eine umlaufende Green-Screen-Ausstattung, wichtig für das nachträgliche Einkopieren von Bildern, auf dass die Illusion „Taxi in die Spree“ perfekt werde. Auch spezielle Kamera- und Beleuchtungsteams sowie Stunt- und Sicherungstaucher kann Babelsberg bieten. Seit den „Unknown“-Dreharbeiten wurden dort schon Werbefilme gedreht, zuletzt folgte nun „Don 2“. Auch „Die drei Musketiere“ mit Orlando Bloom und Milla Jovovich brauchten Wasser für Venedig-Szenen. Dafür entstand aber im Studio ein eigener lang gestreckter Tank, der bereits wieder abgebaut wurde.

In den Babelsberger Filmhallen, auf den Inseln Sylt und Usedom und vor Ort in Berlin und Brandenburg war im Frühjahr 2009 der Polit-Thriller „Der Ghostwriter“ von Regisseur Roman Polanski gedreht worden. Der von Studio Babelsberg mitproduzierte Film, der seine Premiere auf der Berlinale 2010 feierte und für den Polanski einen silbernen Bären bekam, ist nun in gleich sieben Kategorien für den Europäischen Filmpreis nominiert. Er wird morgen in Tallinn in Estland verliehen. Nominiert ist der „Ghostwriter“ mit den Hauptdarstellern Ewan McGregor und Pierce Brosnan als bester europäischer Film und in den Kategorien Regie, Schauspieler, Drehbuch, Schnitt, Szenenbild und Filmmusik. Diese Nominierungen seien ein „toller Qualitätsbeweis für den Filmstandort Deutschland“, sagte Studio-Vorstandschef Carl Woebcken. (mit SCH)

Zur Startseite