Oberbürgermeister Jann Jakobs will über höhere Energiestandards für neue Wohnprojekte debattieren lassen.  Foto: Andreas Klaer
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Stadtentwicklung in Potsdam Klimaschutz oder höhere Mieten?

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Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) kündigt nun doch eine Debatte über generell höhere Energiestandards für Neubauten in Potsdam an. Doch die Sache hat einen Haken. 

Die Stadtverordneten sollen nun doch darüber debattieren können, ob bei Neubauprojekten in Potsdam künftig generell höhere Energiestandards gelten sollen. Ein Bündel mit solchen möglichen Klimaschutzmaßnahmen hat Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Mittwoch gegenüber den Stadtverordneten für den November angekündigt.

Die Debatte in Fahrland war der Anlass

Anlass für die Äußerungen war das umstrittene Bauvorhaben der Firma Semmelhaack an der Ketziner Straße im Ortsteil Fahrland, zu dem sich Jakobs auf Bitte der Grünen erklären sollte. Wie berichtet hatte sich Jakobs im vergangenen Jahr über das Votum des Ortsbeirats hinweggesetzt, der höhere Energiestandards für die dort geplanten Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften gefordert hatte. Im Sinne des Gleichbehandlungsgrundsatzes könne man den Investor nicht zu höheren Standards zwingen, wenn man dies gegenüber anderen Bauherren unterlasse, wiederholte Jakobs seine Auffassung (PNN berichteten). Die Alternative, angesichts des Streits über eine stadtweite Regelung entscheiden zu lassen, hatte Jakobs vor einem Jahr noch als unverhältnismäßig verworfen. 

Nun aber soll darüber zusammen mit anderen möglichen Ideen für einen besseren Klimaschutz diskutiert werden können, machte der Noch-Rathauschef deutlich. Dabei würde die Pflicht zu höheren Energiestandards zu Zielkonflikten führen, warnte Jakobs: Der Wohnungsbau werde so insgesamt teurer. „Da müssen wir diskutieren, ob wir das wollen“, sagte Jakobs mit Blick auf die stetig steigenden Miet- und Immobilienpreise in Potsdam. Der Grünen-Stadtverordnete Andreas Walter erinnerte daran, dass Potsdam bereits seit 2016 eine mit Bundesmitteln geförderte Masterplan-Klimaschutz-Kommune sei. Diese Gemeinden wollen ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent senken. 

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