Bert Nicke von der Pro Potsdam informiert über die Grundstücksvergabe.  Foto: Andreas Klaer
© Andreas Klaer

Potsdamer Mitte Grundstücksvergabe neben Bibliothek gestartet

Zwischen Altem Markt und Friedrich-Ebert-Straße sollen Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. Nun vergibt der Sanierungsträger zwei Grundstücke in einer Konzeptvergabe.

Potsdam - In der Potsdamer Mitte werden die nächsten Schritte zur Wiederherstellung des Stadtgrundrisses der Vorkriegszeit gegangen. Seit Freitag können sich Interessenten um zwei Grundstücke in der Potsdamer Mitte bewerben. Der Sanierungsträger hat eine entsprechende Konzeptvergabe gestartet. Zwischen Altem Markt und Friedrich-Ebert-Straße sollen Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. 

Am Freitag stellten die Geschäftsführer des Sanierungsträgers Sigrun Rabbe und Bert Nicke die Pläne vor Ort vor. Konkret geht es um den sogenannten Block IV in der Potsdamer Mitte - also die Grundstücke rings um die Stadt- und Landesbibliothek. Die Fläche liegt seit dem Abriss der Fachhochschule brach, Teile werden derzeit für die Baustelleneinrichtung des benachbarten Block III genutzt. Dort wird wie berichtet bis 2023 ein Karree mit Wohn- und Geschäftshäusern größtenteils von Potsdamer Genossenschaften errichtet.

Festpreis und Konzeptvergabe

Anschließend soll es in Block IV losgehen. Damit das klappt, müssen zuerst die Bauherren gefunden werden. Das Vergabeverfahren ist zweistufig. Im ersten Schritt können sich nun Interessenten mit einem Nutzungskonzept bewerben. Der Preis steht fest: Ein Teil wird für 1,77 Millionen Euro angeboten, der andere für 1,5 Millionen Euro.  

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"Die Vergabe der letzten beiden Grundstücke erfolgt an die überzeugendsten Nutzungskonzepte, die insbesondere Angebote mit mietgedämpften Wohnangeboten über eine möglichst lange Laufzeit beinhalten und einen urbanen Nutzungsmix schaffen", so Rabbe. In den Erdgeschossen seien öffentlich zugängliche Nutzungen für Kultur, Gastronomie und Einzelhandel gewünscht. Am Anfang des zweiten Quartals 2021 sollen die Zuschläge erteilt werden.

Danach ist ein Gestaltungswettbewerb geplant. Die Bieter müssen dann mindestens drei Architekturentwürfe je Parzelle ihres Loses erarbeiten, die durch ein Auswahlgremium bewertet werden. "Das beste Konzept ist im Anschluss durch die Bauherren zu realisieren", so Rabbe. Für die beiden Eckgebäude an der Nikolaikirche und am sogenannten Acht-Ecken-Platz sind historische Gestaltungsleitlinien vorgesehen. 

Entwürfe sollen öffentlich präsentiert werden

Entscheiden soll eine Jury aus Experten, Vertretern der Verwaltung, des Sanierungsträgers und Stadtverordneten. "Damit werden die Baukonzepte für die Grundstücke Anfang 2022 vorliegen." Wie in Block III sei es geplant, die Entwürfe für alle Lose, aus denen dann die besten Baukonzepte ausgewählt werden, im Vorfeld der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Nicke ist optimistisch: „Wir freuen uns über das sehr große Interesse an den Grundstücken, das bereits zum jetzigen Zeitpunkt besteht.“ Wenn die Gebäude zur Mitte des Jahrzehnts fertig würden und gleichzeitig an der Plantage das neue Kreativquartier entstehe, ergebe sich ein ganz neuer, urbaner Straßenzug vom Alten Markt über den Neuen Markt bis zur Plantage. Auch die Erika-Wolf-Straße - die ehemalige Schwertfegerstraße - verspreche ein urbaner Ort mit hoher Aufenthaltsqualität zu werden. "Es wird keinen Durchgangsverkehr geben und Flächen für Außengastronomie."

Sozialwohnungen und Studentenbuden

Zwei weitere Flächen neben der Bibliothek sollen in Kürze direkt an das Land und die Pro Potsdam vergeben werden. Auf mehreren Grundstücken in der Friedrich-Ebert-Straße sollen von der kommunalen Immobilienholding Pro Potsdam Sozialwohnungen gebaut werden. Außer Wohnungen sollen dort auch Räume für die Erweiterung des benachbarten Bildungsforums geschaffen werden – beispielsweise zusätzliche Flächen für das Schaufenster der Wissenschaft, die Kinderbibliothek und die Volkshochschule. 

Auf dem Grundstück gegenüber des Staudenhofs entlang der Anna-Flügge-Straße – der früheren Kaiserstraße – soll preiswerter Wohnraum für Studenten entstehen.  Deshalb soll die Fläche zum Festpreis an das Land Brandenburg gehen, das dann Unterkünfte für sein Studentenwerk errichten lassen könnte. Diese Direktvergaben sollen laut Nicke nun vorbereitet werden.

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