Kaputte Scheiben und Türen, zerborstener Dachschmuck waren ein Teil der Schäden der Randale Anfang Juli. Foto: Andreas Klaer
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Park Sanssouci in Potsdam Schlösserstiftung gegen Vandalismus nicht versichert

Im Juli randalierte ein Mann und zerstörte Kulturgut, ehe er vom Dach des Orangerieschlosses sprang und später verstarb. Jetzt werden die Schäden Stück für Stück beseitigt.

Potsdam - Die Schlösserstiftung ist gegen größere Vandalismusschäden, wie sie vor rund einem Monat an der Sanssouci-Orangerie eingetreten sind, nicht versichert. Das bestätigte Stiftungssprecher Frank Kallensee auf PNN-Anfrage: „Sich gegen derartige Schäden privatwirtschaftlich zu versichern, ist der Stiftung haushaltsrechtlich nicht möglich und erlaubt.“

In der Nacht zum 7. Juli hatte ein 23-Jähriger unter anderem im Orangerieschloss randaliert, bevor er sich laut Polizei nackt von dessen Dach fallen ließ und wenige Tage später aufgrund der dadurch erlittenen Verletzungen verstarb. In der Folge hatte die Stiftung von rund 170.000 Euro Schaden gesprochen. 

Öffentliche Hand haftet bei der Stiftung für solche Schäden

Für solche Schäden an ihrem Eigentum hafte die Stiftung selbst, also die öffentliche Hand, sagte Kallensee. Die Institution wird bekanntlich vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg finanziell getragen. Die fehlende Versicherung bedeute im konkreten Fall, dass drei von einem Pavillon des Orangerieschlosses herabgestürzte Ornamentvasen aus Zinkguss „erst ersetzt werden können, wenn die entsprechenden Mittel dafür zur Verfügung stehen“, so Kallensee. Die Vasen, selbst Kopien aus den 1970er Jahren, müssten durch Nachgüsse ersetzt werden. In Eigenleistung würden aktuell bereits zum Beispiel beschädigte Türen von den Meisterbereichen des Schirrhofs und den Restaurierungsfachbereichen wiederhergestellt, hieß es weiter. Seit Jahren kämpft die Stiftung gegen aus ihrer Sicht wachsenden Vandalismus in ihren Welterbeanlagen, gerade auch in Potsdam.

Im Januar 2021 zerstörten Unbekannte zahlreiche Scheiben der Weinterrassen unterhalb des Schlosses Sanssouci. Foto: Andreas Klaer Vergrößern
Im Januar 2021 zerstörten Unbekannte zahlreiche Scheiben der Weinterrassen unterhalb des Schlosses Sanssouci. © Andreas Klaer

Offiziell keine Erkenntnisse gibt es zu den Hintergründen des Vorfalls. Es habe sich bei den Ermittlungen kein Hinweis auf eine „todesursächliche Fremdeinwirkung“ ergeben, sagte ein Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft. Weitere Nachforschungen zu den Hintergründen des Vorfalls seien daher für seine Behörde nicht möglich. PNN-Informationen, dass möglicherweise ein Drogenrausch eine Ursache gewesen sein könnte, bestätigte die Ermittlungsbehörde nicht. Erkenntnisse für ein besonderes Verhältnis des Manns zur Schlösserstiftung oder ihren Anlagen lägen nicht vor, sagte der Sprecher weiter.

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