Vor fast drei Jahren war das Projekt auf der letzten großen freien Fläche in Innenstadtnähe begonnen worden.  Visualisierung & Fotos: Reggeborgh Investment & Management GmbH
© Visualisierung & Fotos: Reggeborgh Investment & Management GmbH

Nördliche Speicherstadt ILB kauft Bürogebäude

In der Speicherstadt geht es sichtbar voran. Im Sommer sollen die ersten Mieter einziehen. Nun hat der Investor einen Komplex an der Leipziger Straße verkauft.

Potsdam - Die gerade entstehende nördliche Speicherstadt hat einen künftigen Nutzer mehr. Denn das im Bau befindliche Bürogebäude an der Leipziger Straße hat bereits im Februar einen Käufer gefunden. Das teilte der Investor Reggeborgh mit. Dabei handelt es sich um eine private Investmentgesellschaft des niederländischen Bauriesen Kondor Wessels, die gemeinsam mit Asenticon von der Pro Potsdam den Zuschlag für das Areal bekommen hatte.

Der Käufer ist in Potsdam gut bekannt: Es ist die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), deren Hauptquartier sich nur wenige Schritte entfernt neben dem Hauptbahnhof in der Babelsberger Straße befindet. Das erst vor wenigen Jahren fertiggestellte Gebäudeensemble ist den Bankern nun offenbar zu klein. Die ILB plane einen Teil des Hauses G als Erweiterung des Hauptstandorts selbst zu nutzen und die restlichen Flächen zu vermieten, heißt es in einer Mitteilung von Reggeborgh. "Der Baubeginn ist bereits erfolgt, die Fertigstellung ist für spätestens Mitte 2024 vereinbart." Der Abschluss des Kaufvertrages mit der ILB sei ein weiterer Meilenstein bei der Entwicklung eines lebendigen, gemischt genutzten Quartiers.

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Die Planung des Bürohauses stammt aus der Feder des Architekturbüros Hiller Sattler Architekten Ahlers Albrecht. Auf dem etwa 2450 Quadratmeter großen Grundstück solle ein modernes fünfgeschossiges Bürogebäude mit einer repräsentativen Lobby im Erdgeschoss und flexiblen Flächenaufteilungen für die optimale Nutzung entstehen. Neben den rund 5750 Quadratmetern Bürofläche stehe eine Tiefgarage mit 47 Plätzen zur Verfügung.

Ein neues Stadtquartier entsteht

Vor fast drei Jahren war das Projekt auf der letzten großen freien Fläche in Innenstadtnähe begonnen worden. Auf 24.000 Quadratmetern Grundfläche soll neben Hauptbahnhof und Schwimmhalle eine neues Stadtquartier entstehen. In fünf Blöcken entstehen rund 70.000 Quadratmeter  Bruttogeschossfläche, 300 Wohnungen ein Hotel mit 190 Zimmern und ein Boardinghaus mit 80 sogenannten Long-Stay-Zimmern. 

Unter den Gebäuden entstehen außerdem mehrere Tiefgaragen mit rund 250 Stellplätzen. Zuletzt hieß es, rund 200 Millionen Euro sollten an dem Standort investiert werden. Dass das wohl mehr werden würde, hatte Reggeborgh angesichts steigender Rohstoff- und Baupreise schon im vergangenen Jahr eingeräumt.

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An anderer Stelle ist die Entwicklung des Quartiers schon sehr viel weiter fortgeschritten. Die Blöcke J und H an der Langen Brücke waren schon im Sommer im Rohbau fertig. Mit Block J ist das Hotel gemeint, mit Block H die beiden Gebäude mit U-förmiger Grundfläche an der Eisenbahntrasse. "Die ersten Wohnungsmieten werden bereits im August einziehen und das Quartier mit Leben füllen", heißt es nun. Die Vermarktung hatte schon im vergangenen Jahr begonnen. 145 Wohneinheiten werden mit zwei bis vier Zimmern und Wohnflächen zwischen 41 und 95 Quadratmetern angepriesen, bezugsfertig im dritten Quartal 2022.

Die meisten Baugenehmigungen liegen vor

Im Exposé wurde von „großzügigen, offen gestalteten Wohnräumen“ mit Eichenparkett und modernen Einbauküchen geschrieben. Los geht es bei 13 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. Der Innenhof soll neben Grün- und Spielflächen auch schattige Bänke bieten. Die Eröffnung des Hotels sei vom Betreiber für Ende 2022 geplant. Firmieren wird das Drei-Sterne- Haus wie berichtet unter dem Label niu, eine Marke der familiengeführten Hotel- Gruppe Novum Hospitality. Im Erdgeschoss des Hotelgebäudes soll ein Nahversorger entstehen. Welcher das sein wird, ist noch offen. 

Für alle Blöcke bis auf den Block I an der Leipziger Straße liegen wie berichtet schon seit dem vergangenen Jahr die Baugenehmigungen vor. Der letzte Antrag war zuletzt für Mitte 2022 geplant. Wie berichtet ist im Zentrum des neuen Viertels ein baumbestandener Quartiersplatz vorgesehen, den man von der Langen Brücke aus über einen Durchgang durchs Hotel und eine Freitreppe, wahlweise auch einen Lift, erreichen kann. Von dort aus soll es eine Verbindung zu einem acht Meter langen Steg am Wasser geben, der nicht als Bootsanleger sondern als Aussichtspunkt gedacht ist.

Die direkt am Wasser gelegenen Blöcken E und F dürften für den Investor wohl finanziell am interessantesten sein. Block E war wie berichtet schon im Jahr 2021 an eine Investmentfirma weiterverkauft worden und ist ausschließlich als noble Eigentumswohnanlage konzipiert. Wie viele Wohnungen darüber hinaus noch verkauft werden und wie viele im Bestand bleiben sollen, stehe allerdings noch nicht abschließend fest, hieß es zuletzt. 

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