Hasso Plattner Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
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Exklusiv Museum Barberini Plattners Impressionisten bald in Potsdam

Mäzen und Software-Unternehmer Hasso Plattner wird seine komplette Privatsammlung weltberühmter Gemälde nach Potsdam holen und im Museum Barberini ausstellen.

Potsdam - Hasso Plattner wird seine komplette Privatsammlung weltberühmter Gemälde nach Potsdam holen und im Museum Barberini ausstellen. Das kündigte der Mäzen und Software-Unternehmer exklusiv im Interview mit den PNN an. Geplant hatte Plattner, der vor allem in den USA lebt, dies schon 2016 vor der Errichtung des von ihm gestifteten Museums in Potsdams Mitte. Doch dann legte er das Vorhaben auch wegen des Kulturgutschutzgesetzes zeitweise ad acta.

Nach einer Veränderung sei das Kulturgutschutzgesetz jetzt kein Hinderungsgrund mehr, sagte Plattner. Entscheidend seien die Länder, „und die Brandenburger verstehen da meine Position“. Für ihn sei klar, so Plattner: „Wenn ich meine Sammlung zuhause nicht mehr anschauen kann, dann brauche ich sie nicht mehr. Dann soll dies im Barberini anderen Menschen möglich sein.“

Schon bald sollen die Werke der Meister des französischen Impressionismus und Post-Impressionismus der Plattner-Sammlung in die Landeshauptstadt umziehen. Dabei handele es sich um „die vielleicht größte Sammlung außerhalb Frankreichs“, sagte Plattner. Sie werde wohl ein ganzes Stockwerk im Museum Barberini benötigen.

Seine Privatsammlung ist der Öffentlichkeit bislang nicht bekannt, nur wenige haben sie überhaupt gesehen. Nach Medienberichten soll der 75-Jährige allein mehrere Dutzend Gemälde von Claude Monet besitzen; dazu kommen „eine große Zahl wichtiger Werke von Pierre-Auguste Renoir und Alfred Sisley“, wie das Museum Barberini einst mitteilte. Es eröffnete Anfang 2017 mit einer Impressionisten-Schau, zu der mehr als 320.000 Besucher kamen. Bereits damals hatte Plattner Werke aus seiner Sammlung gezeigt; welche es waren, konnte der Besucher jedoch noch nicht erkennen. Weitere Schwerpunkte seiner Sammlung sind die Amerikanische Moderne und die Kunst aus der DDR.

Ein Symbol der Ostmoderne erhalten

Für letztere will Plattner wie berichtet das ehemalige Terrassenrestaurant Minsk auf dem Potsdamer Brauhausberg zu einem Museum umbauen und damit als Symbol der Ostmoderne erhalten. „Das Design des Gebäudes ist gut“, sagte Plattner. „Ich habe Bilder davon auch hier in den USA herumgezeigt, und die Reaktionen waren einhellig: Das ist gute Architektur.“ Er könne nicht verstehen, „warum man es so verfallen ließ“. Es solle jetzt nur keiner beklagen, dass die DDR-Kunst aus dem Barberini ausziehen müsse, denn das Minsk werde „ein ebenso gutes Museum wie das Barberini, ein sehr gutes“.

Plattner bekräftigte, dass er auch das alte Wasserspiele-Ensemble am Brauhausberg in moderner Form wiederherstellen will. „Dieser Ort verbindet sich für viele Potsdamer mit glücklichen Erinnerungen“, sagte er. „Es gehört sich nicht, darauf herumzutrampeln wie es jetzt getan wurde.“ Er zog eine kritische Bilanz von 30 Jahren deutscher Einheit: In Ostdeutschland hätten die Menschen gleich zweimal fast alle industriellen Werte verloren, sagte Plattner. Das sei eine Tragödie. Deshalb sei es „so notwendig, die Lebensleistungen wertzuschätzen“. Der Westen sei „sehr roh mit den Menschen aus der früheren DDR umgegangen“.

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