Frank Steffens. Foto: privat
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Kommentar | Der Fall Frank Steffens Ärgerlich

Eigentlich müsste die Stadt den früheren Tiefbauamtschef Frank Steffens wieder einstellen. Stattdessen bezahlt man ihn ohne Gegenleistung. Eine mehr als ärgerliche Posse.

Potsdam - Der Fall Frank Steffens ist längst mehr als eine für den Steuerzahler nur ärgerliche Posse. Seit dem vergangenen Mai hat es das Rathaus vom Landesarbeitsgericht schwarz auf weiß: Der frühere Tiefbauamtschef muss wieder eingestellt werden und zwar in einer leitenden Funktion. Stattdessen zahlt man lieber Lohn oder Ausgleichsbeträge ohne Gegenleistung. Dabei wären in der unter Fachkräftemangel leidenden Stadtverwaltung eigentlich genug Posten frei. 

Und auch für andere glücklose frühere Amtschefs hat das Rathaus in irgendeiner Form schon mehrfach eine sogenannte Anschlussverwendung gefunden, sei es im Bereich Jugend und Kitagebühren, sei es in der Bildung. Daher ist es unverständlich, warum das mit Steffens nicht gelingen soll und sich die von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) geführte Stadtverwaltung stattdessen schlagzeilenträchtig durch die Arbeitsgerichtsarena treiben lässt. 

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PNN-Redakteur Henri Kramer © Ottmar Winter

Wann beendet Schubert diese Farce?

Da steht dann wieder ein Wort im Raum, das gerade der Bauverwaltung schon vor mehr als zehn Jahren in einem Gutachten des bekannten Baurechtlers Ulrich Battis vorgeworfen worden ist: Willkür, Entscheidungen nach Nase. Und in diesem Fall riecht es schlicht nach Befindlichkeiten in Teilen der Bauverwaltung gegenüber einem Ex- Kollegen. Die Frage ist, wann Mike Schubert diese Farce beendet.

Übrigens: Immer wieder wird in der Stadt über Gelder für Sozial- und Kulturprojekte gestritten. Es ist niemandem zu verdenken, der jetzt den Reflex hat: Aber für sinnfreie Auseinandersetzungen vor Gericht und Lohn ohne Leistung ist Geld da.

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