Die Havel-Therme soll um einen Anbau erweitert werden, hier rötlich dargestellt.  Visualisierung: Havel-Therme
© Visualisierung: Havel-Therme

Havel-Therme plant Erweiterung Schweben am Zernsee

Die Havel-Therme zieht eine positive Bilanz seit der Eröffnung. Gäste müssen sich demnächst wohl auf höhere Eintrittspreise einstellen.

Werder (Havel) - 2300 Gäste, 1100 Schränke: Da kann es schon einmal eng werden. Es ist eine recht einfache Rechnung, die belegt, dass die Havel-Therme in Werder zu Hochzeiten – zumindest, was ihr Schrankangebot angeht – bereits ihre Kapazitätsgrenzen erreicht hat. „Im Durchschnitt verbleiben die Gäste vier Stunden in der Therme. Gehen wir von einem Wechsel pro Tag aus, kommen wir auf 2200 mögliche Gäste“, rechnet Marketingleiterin Sandra Hanke vor. 

An ihrem Spitzentag, dem 26. Februar, seit ihrer Eröffnung vor knapp zehn Monaten, lag die Therme also mit den 2300 Gästen bereits darüber. Vor allem am Wochenende und in den Ferien kämen die Gäste. „Dann haben wir über 2000 Gäste am Tag“, so Betriebsleiterin Magdalena Teich. „Eigentlich sind wir jetzt schon ausverkauft“, erklärt Andreas Schauer, Geschäftsführer der Firma Schauer & Co, Bauherr und Betreiber der Therme. Mit dem Wegfall der Corona-Beschränkungen könne man die Nachfrage nicht mehr decken.

Betriebsleiterin Magdalena Teich. Foto: Christoph M. Kluge Vergrößern
Betriebsleiterin Magdalena Teich. © Christoph M. Kluge

Orangerie-Wintergarten mit Seeblick

Für Schauer ist das Grund genug, um rund acht Millionen Euro in die Hand zu nehmen und das Bad zu erweitern. Das 16 000 Quadratmeter große „Wellness-Traumschiff“ am Großen Zernsee, wie Schauer es gerne nennt, soll einen 500 Quadratmeter große Orangerie-Wintergarten mit Seeblick bekommen. 100 zusätzliche Ruheliegen will der Betrieb dort aufstellen. Daneben ist geplant, auf zwei Ebenen weitere Vitalbäder anzulegen. 

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Auch ein Intensivsole-Schwebebecken soll es geben – wegen des hohen Salzgehalts des warmen Wassers schwebt der Körper an der Oberfläche. Das Ganze soll Platz für 100 Gäste bieten. Neben den bereits bestehenden Restaurants plant Unternehmer Schauer einen dritten Gastronomiebereich mit 40 Sitzplätzen. „Der laufende Betrieb soll durch die Bauarbeiten nicht belastet werden“, heißt es von der Thermenleitung.

Andreas Schauer, Betreiber der Therme. Foto: Ottmar Winter Vergrößern
Andreas Schauer, Betreiber der Therme. © Ottmar Winter

Zeitpunkt der Eröffnung der neuen Bereiche noch offen

Die Baukosten für die Erweiterung werde das Unternehmen komplett selbst tragen. Für den Bau werde man auf die Firmen setzen, mit denen der erste Bauabschnitt erstellt worden sei, so das Unternehmen. Schauer & Co betreibt insgesamt neun Thermen in Deutschland und der Schweiz. Damit erzielt das Unternehmen rund 60 Millionen Euro Umsatz jährlich.

Wann Gäste die neuen Bereiche erleben dürfen, lässt das Unternehmen aber offen. In diesen Zeiten über Fertigstellungen zu sprechen, sei absolut unseriös, so Schauer. Es gebe Lieferschwierigkeiten bei Produkten, beispielsweise beim Stahl. Bauanträge seien noch nicht gestellt worden. „Unter normalen Bedingungen würden wir Vollgas geben“, sagt der Investor. Aber bei der aktuellen Lage mit Pandemie und Ukraine-Krieg sei das nicht möglich.

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„Außerdem müssen wir aufpassen, dass uns nicht der Gashahn abgedreht wird“, sagt er. Als Therme gehöre man sicher nicht zu denen, die bei Engpässen als erstes versorgt werden.

Steigende Energiekosten sorgen für Preiserhöhung

Höhere Energiepreise warteten auf das „Traumschiff“. Mit rund 1,2 Millionen Euro Mehrkosten im Jahr rechnet Schauer. Einen Teil der Kosten könne das Unternehmen tragen, müsse aber auch über Tarifanpassungen nachdenken. Für Thermenbesucher sollen die Eintrittspreise also steigen.

Offen ist auch, wann der von Schauer lang ersehnte Sauna-Steg, der von der Therme direkt in den See führen soll, gebaut werden kann. Man warte auf die finale Genehmigung, sagt Schauer. Über den Antrag entscheidet gerade die Untere Wasserbehörde. 

Da am Ufer des Zernsees ein Seerosenfeld liegt, das geschützt werden soll, hätten die Behörden das Areal in allen Jahreszeiten untersuchen müssen, sagt Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Der Kreis Potsdam-Mittelmark, zu dem die Untere Wasserbehörde gehört, konnte am Freitag keine Auskunft geben, wann das Unternehmen mit dem Bau beginnen kann. Mehr Schränke soll es nach dem Ausbau aber definitiv geben, so Marketingleiterin Hanke.

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