Spendierfreudig. Klaar hat auch für die Glocken der Nikolaikirche gespendet. Foto: Archiv
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Großspende für Dorfkirche Bornim Statt Garnisonkirche bekommen andere Kirchen Geld

Stefan Engelbrecht

Jahrelang hat die Stiftung Preußisches Kulturerbe um ihren Vorsitzenden Max Klaar Spenden für den Wiederaufbau der Garnisonkirche gesammelt. Klaar ist aber gegen das Versöhnungskonzept - und verteilt die sechs Millionen Euro an andere Projekte.

Bornim – Die Finanzierung des maroden Daches der Bornimer Dorfkirche ist gesichert. Wie der Vorsitzende des Bornimer Kirchbauvereins, Oswald Schönherr, den PNN am gestrigen Dienstag bestätigte, erhielt der Verein 700 000 Euro aus Spenden überwiesen, die ursprünglich für den Wiederaufbau der Garnisonkirche gedacht waren. Das Geld stammt von der Stiftung Preußisches Kulturerbe (SPKE) des ehemaligen Oberstleutnants Max Klaar. Die Stiftung wollte die Spende am Dienstag allerdings noch nicht offiziell bestätigen.

„Das Geld ist schon eingegangen, es ist wundervoll“, sagte der ehemalige Gemeindepfarrer Schönherr. Die Arbeiten am Dach der um 1900 erbauten Kirche würden Anfang kommenden Jahres beginnen. Um die gesamte Kirche zu sanieren, seien aber noch weitere Spenden nötig, fügte er hinzu. In den vergangenen Jahren war bereits der Turm der Kirche instand gesetzt worden.

Spenden werden aufgeteilt

Wie berichtet hatte die Stiftung Preußisches Kulturerbe um ihren Vorsitzenden Klaar jahrelang Spenden für den Wiederaufbau der Garnisonkirche gesammelt. Zusammengekommen waren insgesamt mehr als sechs Millionen Euro. Weil Klaar mit dem Versöhnungskonzept der Garnisonkirchenstiftung nicht einverstanden war, kündigte er im Januar an, die Gelder anders zu verwenden. Klaar teilte nun am Dienstag lediglich mit, dass er Ende Juni oder Anfang Juli bekannt geben wolle, wie die Spenden aufgeteilt werden. Die sogenannte Auskehrung der „Projektrücklage Garnisonkirche“ sei vom Finanzamt bis Ende 2015 verlangt worden, hieß es. Zu der Spende an die Bornimer Kirche äußerte er sich nicht. Von den Spenden profitieren nun den Angaben der SPKE zufolge elf Kirchen in Brandenburg. Bedacht werden auch drei gemeinnützige Organisationen.

Derzeit läuft ein Bürgerdialog zum umstrittenen Wiederaufbau der Garnisonkirche, die als Symbol der Verbindung von Preußentum und Nationalsozialismus gilt. Diskutiert werden dabei auch die Zukunft des Rechenzentrums und der Plantage. Allerdings sollen sich Gegner- und Befürworterinitiativen des Projektes zunächst hinter verschlossenen Türen annähern, um überhaupt eine Gesprächsebene zu finden. 

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