2004 war Queen Elizabeth II. zum letzten Mal in Potsdam, hier mit Brandenburgs damaligen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD). Vergrößern
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Elizabeth II. auf Deutschland-Tour Queen für Versöhnung mit Garnisonkirche

Queen Elizabeth II. kommt in der kommenden Woche nach Deutschland. Eine Potsdam-Visite steht zwar diesmal nicht auf dem Programm, dafür unterstützt sie mit einem Paten-Ziegel den Wiederaufbau der Garnisonkirche.

Potsdam - Die britische Königin Elizabeth II. unterstützt den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam. Und zwar mit einem kleinen, aber symbolischen Akt im Rahmen des Staatsbesuchs, der die Queen nächste Woche nach Deutschland führt. Im PNN-Interview bestätigte die Potsdamer CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche, dass die Queen die Patenschaft für einen Ziegel für die Garnisonkirche übernimmt. „Es ist ein Ziegelstein, aber er hat eine große Symbolik für die deutsch-britische Freundschaft“, sagte Reiche. „Das britische Staatsoberhaupt unterstützt damit den Versöhnungsgedanken, der Fundament für den Wiederaufbau der Garnisonkirche ist.“

Reiche wird den in Glindow gebrannten Ziegelstein persönlich der Queen bei einem Empfang in der Residenz des britischen Botschafters präsentieren. Der Stein solle „Teil der Garnisonkirche werden“, sagte Reiche. Die Inschrift sei mit dem Buckingham Palace abgestimmt.

Großartige Geste

Reiche erinnerte an das Ende des Zweiten Weltkriegs, der vor 70 Jahren von Deutschland ausging. „Die Brüche des vergangenen Jahrhunderts, auch im deutsch-britischen Verhältnis, spiegeln sich in der Geschichte der Garnisonkirche wider.“ Es sei daher eine „großartige Geste“ von Elizabeth, die „das erfahrenste Staatsoberhaupt der Welt“ sei. In ihrer Kindheit hatte die Queen die deutschen Bombenangriffe auf England persönlich erlebt.

Potsdams barocke Garnisonkirche aus dem Jahr 1735 war ein Wahrzeichen der Preußenresidenz, prägte über Jahrhunderte deren Silhouette. In der „Nacht von Potsdam“, am 14. April 1945, war die Kirche im Zuge des Alliierten Luftangriffs auf Potsdam von britischen Bombern schwer zerstört und 1968 auf Befehl der SED gesprengt worden. Als Begründung musste der „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933 herhalten, mit dem Adolf Hitler und Paul Hindenburg die Garnisonkirche missbrauchten. Dennoch ist vor diesem Hintergrund der geplante Aufbau der Garnisonkirche umstritten, den eine Fördergesellschaft und eine Stiftung der evangelischen Kirche vorantreiben. Das Projekt bekennt sich zur Versöhnung, ist mit der internationalen Nagelkreuzgemeinschaft – Zentrum ist das britische Coventry – vernetzt. Die Bundesregierung hat es als national bedeutsam eingestuft.

Prinz Charles würdigte Potsdam als Juwel

Im Rahmen des Staatsbesuches wird die Queen Berlin, Frankfurt am Main und das frühere NS-Konzentrationslager Bergen-Belsen besuchen. Nach Potsdam, wo sie bei ihren Deutschland-Visiten 1992 und 2004 Station gemacht hatte, kommt Elizabeth diesmal nicht. Das britische Königshaus hat nach dem Fall der Mauer schon einmal Akzente für Potsdams Stadtentwicklung gesetzt. Thronfolger Prinz Charles schickte vor 20 Jahren seine „Urban Design Task Force“ in die Stadt, um nach Lösungen für den Alten Markt zu suchen, der seit dem Abriss des auch in der „Nacht von Potsdam“ schwer beschädigten, später ebenfalls gesprengten Stadtschlosses brachlag. Während Potsdams Nachwende-Debatte noch auf moderne Experimente für die alte Stadtmitte ausgerichtet war, empfahlen von Prinz Charles nach Potsdam geholte Architekturstudenten aus aller Welt den Bau eines „neuen Stadtschlosses“, beginnend mit dem Fortunaportal – also eine weitgehende Orientierung am historischen Vorbild, wozu es dann kam. Prinz Charles würdigte Potsdam damals als „Juwel, gefasst in eine atemberaubende Landschaft“ und als „Gesamtkunstwerk“.

 

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