Eine Schülerin bei der Durchführung eines Lolli-Tests. Foto: picture alliance/dpa
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Corona-Lage in Potsdam Inzidenz steuert auf 200 zu

Wegen der angespannten Lage fordert der Kita-Elternbeirat in einem offenen Brief Lolli-Tests für alle Kinder unter sechs Jahren. Zudem setzt sich der Beirat für die Testung geimpfter Schul- und Kita-Mitarbeiter ein.

Potsdam - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts auf 189,4 gestiegen. Eine höhere Inzidenz hatte die Landeshauptstadt zuletzt Mitte Januar. Am Samstag lag der Wert bei 168,6, vor einer Woche bei 123,0. Am Sonntag wurden 60 weitere Corona-Infektionen vermeldet, am Vortag waren es 71. 

Die stetig steigende Inzidenz sorgt weiter für Unruhe bei Eltern. Der Potsdamer Kita-Elternbeirat reagierte jetzt mit einem offenen Brief. „Mit Sorge schauen wir in den vor uns liegenden Herbst und Winter“, heißt es darin. Die Elternvertreter hätten das Gefühl, dass an vielen Stellen gar nicht oder zu langsam gehandelt werde. „Wir brauchen Lolli-Tests für alle Kinder unter sechs Jahren, in ausreichender Stückzahl und ohne bürokratische Hürden aktiv an die Eltern verteilt“, lautet eine der Forderungen. 

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Bei den Lolli-Tests lutschen Kinder etwa 30 Sekunden lang an jeweils einem Tupfer. Sämtliche Tupfer kommen anschließend als Pool in ein Proberöhrchen, das dann im Labor mit der PCR-Methode auf Bestandteile des Coronavirus untersucht wird. Ist der Pool positiv, müssen die Beteiligten dann einen weiteren Lolli-Test machen, bei dem die Proben einzeln analysiert werden, um herauszufinden, wer infiziert ist. Die in den Kitas lagernden Nasentests, die für Kinder unangenehmer sind, müssten pragmatisch eingesetzt werden, zum Beispiel für Personal, Eltern oder andere Geschäftsbereiche der Träger, und dürften nicht als Lagerware verfallen.  

Auch geimpfte Mitarbeiter sollen sich regelmäßig testen

Zudem fordert der Kita-Elternbeirat eine verpflichtende, regelmäßige, kostenfreie Testung auch der geimpften Mitarbeiter in Kitas und Schulen, Angebote für Booster-Impfung für das Personal, eine Maskentragepflicht für Erzieher mindestens auf allen Wegen, in Pausenräumen sowie in Gesprächen mit Eltern und Kollegen ab einer bestimmten Inzidenz und transparente Quarantäne-Regeln. Geimpfte Mitarbeiter aus Kitas und Schulen sollten als direkte Kontaktperson von Infizierten grundsätzlich vergleichbaren Quarantäne-Vorgaben zu ungeimpften Mitarbeiter unterliegen. „Die Gefahr eines Impf-Durchbruchs im Umfeld zu ungeimpften Kindern kann so vermieden werden“, heißt es in dem offenen Brief.  

„Vor knapp einem Jahr war Potsdam Vorreiter bei der Einführung kostenfreier Bürgertests“, schreibt der Beirat. Die Einstellung der vom Bund finanzierten Bürgertests sei eine fatale Fehlentscheidung gewesen. Die kostenfreien Tests müssten wieder eingeführt werden, um endlich einen echten Überblick über die Infektionen zu erhalten. Potsdam könne hier wieder Vorreiter sein und allen Einwohnern – egal ob ob geimpft oder ungeimpft – zwei Tests pro Woche kostenfrei anbieten, schlagen die Elternvertreter vor.

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