Nah am Wasser. Ab dem Sommer soll an der Kastanienallee hinter dem Kaufland-Markt die Yachthafenresidenz Potsdam entstehen. Visualisierung: Flender und Drobig Architekten
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Baustart der Yachthafenresidenz Potsdam-West Wohnungen für gehobene Ansprüche

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Der Bau des letzten Teils des Momper-Centers beginnt im Sommer. 102 Wohnungen sollen dort entstehen.

Potsdam-West - Es klingt wie der Abschluss einer scheinbar unendlichen Geschichte: In Potsdam-West steht der Baustart der Yachthafenresidenz Potsdam – vormals unter dem Titel Havelwelle bekannt – bevor. Wie Projektentwickler Walter Momper den PNN sagte, sollen ab Juni oder Juli die Kräne drehen. Damit kann der letzte Teil von dem, was vor Jahren einmal Momper-Center genannt wurde, Gestalt annehmen.

Auf dem Wassergrundstück an der Havel auf Höhe der Kastanienallee sollen 102 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen. Der Bauantrag dafür war bereits vor etwa einem Jahr bewilligt worden, sagte Willi Weber vom Vermarkter Engel und Völkers. Allerdings gab es noch Verzögerungen. Wegen des Baubooms in Deutschland habe die beauftragte Baufirma noch keine freien Kapazitäten gehabt. Außerdem sei die Baulogistik kompliziert gewesen, weil sich das Grundstück in zweiter Reihe befindet. Die Baustelle kann aus Gründen des Lärmschutzes nicht wie ursprünglich beabsichtigt über das Gelände des benachbarten Seniorenheims erschlossen werden. Stattdessen sollen die Baufahrzeuge nun über eine Gewerbefläche auf der anderen Grundstücksseite fahren. Seither hat sich auch der Name in Yachthafenresident geändert. Havelwelle klang den Vermarktern zu sehr nach Donauwelle.

Ein freier Blick aufs Wasser

Der wellenförmig geschwungene, etwa 140 Meter lange Wohnblock entlang des Ufers soll gehobenen Ansprüchen genügen. Alle Wohnungen haben auf ihrer Südseite einen freien Blick aufs Wasser und das am anderen Havelufer gelegene Hermannswerder. Der Entwurf des Potsdamer Architektenbüros Flender und Drobig sieht vier Vollgeschosse und ein zurückgezogenes Staffelgeschoss vor. Die Raumhöhe liege bei 2,90 Meter, so Weber. Zum Projekt gehört auch eine Tiefgarage.

Auch die Temperatur wird auf besondere Weise reguliert: In die Decken sind Leitungen integriert, durch die im Winter warmes Wasser aus einer Geothermieanlage fließt. Mit den gleichen Leitungen sollen die Räume im Sommer auch gekühlt werden. Alle Wohnungen können barrierefrei ausgestattet werden.

Auch um das Gebäude herum soll etwas geboten werden. So gehört zum Projekt eine Steganlage mit 48 Liegeplätzen. Die Freiflächen neben dem Haus sollen begrünt werden. Weil deshalb die Feuerwehrzufahrt das Gebäude nicht komplett umschließt, musste bei den Treppenhäusern nachgerüstet werden. Diese werden nun mit Druckluft belüftet und sollen so im Brandfall 90 Minuten rauchfrei bleiben, wie Weber erläuterte.

4000 und 6000 Euro pro Quadratmeter

All das hat natürlich seinen Preis. Zwischen 4000 und 6000 Euro pro Quadratmeter werden für den Kauf einer Wohnung in der Yachthafenresidenz fällig. Dennoch scheint das Interessenten nicht abzuschrecken. 59 Wohnungen seien bereits verkauft, so Weber. Insgesamt werden in das Projekt inklusive des Grundstücks etwa 60 Millionen Euro investiert, sagte Momper den PNN.

Momper, der von 1989 bis 1991 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 2001 bis 2011 Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses war, hat auf dem Areal bereits zwei andere Projekte für die Firmengruppe Krause verwirklicht, die Bauherr der Yachthafenresidenz ist: An der Zeppelinstraße eröffnete im August 2011 eine Filiale der Einzelhandelskette Kaufland. Daneben errichteten die Johanniter eine Wohnanlage für Senioren. Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe ist hier der prominenteste Bewohner. Wegen Mompers langjährigen Engagements für die Entwicklung des Areals ist es im Volksmund noch immer als Momper-Center bekannt.

Zum ersten Mal hatte er sich 1993 mit dem Areal beschäftigt. Ursprünglich sah der Bebauungsplan „Zeppelinstraße/Kastanienallee“ die Errichtung von acht Stadtvillen vor. Diese ließen sich jedoch trotz zehnjähriger Bemühungen nicht vermarkten. Anfang 2012 stimmte schließlich der Bauausschuss der Planung einer Wohnanlage zu. Marco Zschieck

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