Auf der Bornimer Feldflur soll angeblich ein Wolf unterwegs sein. Einige Anwohner vermuten einen Aprilscherz (Symbolbild). Foto: Patrick Pleul/dpa
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Anwohner in Sorge Geht in Bornstedt der Wolf um?

In Potsdams Norden soll angeblich ein Wolf gesichtet worden sein. Dem Landesamt für Umwelt sind jedoch keine Hinweise zu einem Tier bekannt.

Potsdam - Aufregung in Potsdams Norden: In der Bornimer Feldflur soll ein Wolf unterwegs sein. Das wird zumindest in einem anonymen Informationsblatt behauptet, das nach PNN-Informationen gleich mehrfach Anfang April in Bornstedt an der Feldflur ausgehängt wurde und vor dem Wolf warnt.

Das Tier soll laut dem Schreiben vermutlich am 21. März gesichtet worden sein. Anwohner hätten von einem großen unbeaufsichtigten Hund berichtet. Zwei tot aufgefundene Feldhasen könnten möglicherweise dem Wolf zugeschrieben werden, ebenso ein toter Fuchs, heißt es in dem Schreiben. Es wurde empfohlen, Vorsicht walten zu lassen, Hunde anzuleinen und Kinder zu beaufsichtigen. Zudem sollen laut dem Schreiben bereits Fotofallen an Bäumen auf der Feldflur angebracht worden sein. Das Infoblatt trägt das Datum vom 1. April. Einige Anwohner vermuten, dass es sich um einen Aprilscherz handeln könnte.

"Ein Wolf hätte nichts übrig gelassen“

Dem Landesamt für Umwelt Brandenburg (LfU), das die Bestandsentwicklung der Wölfe im Land begleitet und dokumentiert, ist kein aktueller Hinweis zu einem Wolf in dem Gebiet bekannt, teilte das LfU auf Anfrage mit. Auch der Wolfsbeauftragte der Region habe bislang keine Kenntnis von einem Tier in dieser Gegend, hieß es. „Gegen einen Wolf spricht, dass Überreste von den Hasen gefunden wurden. Ein Wolf hätte nichts übrig gelassen“, so Thomas Frey, Sprecher des Landesamtes. 

Wahrscheinlicher sei ein großer, unbeaufsichtigter Hund. Das Landesamt gebe zudem keine anonymen Informationsschreiben heraus, so die Behörde. Auch die Potsdamer Stadtverwaltung erklärte auf Anfrage gegenüber den PNN, das Schreiben nicht verfasst zu haben. Ob eine Wolfssichtung im Stadtgebiet einer der zuständigen Behörden gemeldet wurde, konnte die Verwaltung am Dienstag allerdings auch nicht beantworten.

Wolfssichtung überall im Land möglich

Grundsätzlich seien in allen Teilen Brandenburgs Begegnungen mit Wölfen möglich, so das LfU. Im Februar 2019 war ein Wolf in Töplitz in die Fotofalle getappt. Im Norden Potsdams habe es bereits Sichtungen gegeben. Dabei handelte es sich um durchziehende einzelne Tiere. Eine dauerhafte Ansiedlung von Wölfen im Raum Potsdam sei unwahrscheinlich, so das Landesamt. Denn der Berliner Autobahnring wirke wie eine Barriere und auch das dichte Straßennetz und der viele Verkehr sowie die überwiegend hohe Siedlungsdichte wirken abschreckend.

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Für Menschen besteht nach Angaben des LfU in der Regel keine Gefahr durch Wölfe. Sollten Fahrradfahrer oder Spaziergänger doch einmal einem Tier begegnen, rät das Landesamt, sich ruhig zu verhalten, nicht hastig davonzulaufen, Abstand zu bewahren und den Wolf nicht anzulocken. Falls sich das Tier nicht zurückziehen sollte, empfiehlt die Behörde, sich durch Reden, Rufen oder Händeklatschen bemerkbar zu machen und langsam weiterzugehen oder weiterzufahren.


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