Das Baumblütenfest in Werder (Havel) wird vermutlich erst wieder 2022 stattfinden. Foto: Andreas Klaer
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Zukunft offen Das Baumblütenfest fällt auch im Jahr 2021 aus

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) hat nach der Absage des größten Volksfestes in Ostdeutschland ein umfassendes - und damit langwieriges - Einwohnerbeteiligungsverfahren angekündigt. 

Werder (Havel) - Nachdem die Stadt Werder (Havel) überraschend das Baumblütenfest, das als größtes Volksfest in Ostdeutschland gilt, abgesagt hat, kündigt Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) jetzt ein "umfassendes und fachlich begleitetes Einwohnerbeteiligungsverfahren" an. Mit der Folge, dass das Fest nicht nur im kommenden Jahr, sondern auch 2021 ausfallen wird. 

Saß nannte in einer Pressemitteilung vom Mittwochmittag bereits konkrete Schritte, um die Werderaner zu beteiligen: So soll das Beteiligungsverfahren mit einer Einwohnerversammlung beginnen, die am 27. November um 18 Uhr auf der Bismarckhöhe, Hoher Weg 150, stattfinden wird.

Fraktionschef wusste seit 23. August über geplatzte Vergabe Bescheid

„Wir möchten den Werderanern die Erfahrungen und Entwicklungen der vergangenen Jahre darstellen und das Ergebnis des Vergabeverfahrens erläutern“, so Saß. Bei der Einwohnerversammlung werde auch die Möglichkeit für eine erste Diskussion bestehen.

Der Diskurs soll nach der Einwohnerversammlung in  mehreren Schritten weitergehen, die in einem Arbeitspapier der Verwaltung zusammengefasst sind. Das Papier ist am 23. August bereits den Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt worden, teilte die Stadtspitze mit. Zu diesem Zeitpunkt seien die Fraktionsvorsitzenden auch über die Aufhebung des Vergabeverfahrens ins Bild gesetzt worden. Die Stadt hatte auch im Vorfeld bereits mit dem Obstbauverein und den darin zusammengeschlossenen Obstbauern sowie den am Fest beteiligten Sicherheitspartnern im Vorfeld Gespräche geführt. 

Workshops mit Werderanern zum neuen Baumblütenfest

Dem Arbeitspapier der Stadt zufolge würde im Frühjahr eine Einwohnerbefragung stattfinden, bei der unter anderem ermittelt werden soll, was den Werderanern am Baumblütenfest besonders wichtig ist. Im Frühsommer soll diese Diskussion mit Politik und Verwaltung in mehreren Workshops fortgesetzt werden, bevor bis Herbst kommenden Jahres in Arbeitsgruppen mehrere Varianten für eine Neuausrichtung des Baumblütenfestes erarbeitet werden.

Fällt das Fest auch 2021 aus?

Nach einem erneuten Feedback der Einwohner sollen die Stadtverordneten dann im Winter 2020/2021 entscheiden, welche der Varianten als Grundlage für eine Neuausschreibung des Festes gewählt wird. Eine Neuausschreibung könnte im Sommer 2021 stattfinden.

„Beteiligungsprozesse sind komplex. Ein Verfahren muss sich dem Gesamtprozess immer wieder anpassen“, betont Linus Strohmann, der seit Juli in der Stadtverwaltung als Referent für Einwohnerbeteiligung tätig ist. Das Arbeitspapier könne deshalb nur eine Orientierung für das geplante Verfahren sein. 

Schon in der Stadtverordnetensitzung am 19. September könnten die weiteren Schritte, die Bürgermeisterin Saß (r.) vorschlägt, entschieden werden.  Foto: Andreas Klaer Vergrößern
Schon in der Stadtverordnetensitzung am 19. September könnten die weiteren Schritte, die Bürgermeisterin Saß (r.) vorschlägt, entschieden werden.  © Andreas Klaer

„Das Papier bildet eine gute Basis zur Erarbeitung eines Festkonzepts, das eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung genießt und dem Image von Werder als Blütenstadt gerecht wird“, so Bürgermeisterin Saß. Dafür werde man sich die Zeit nehmen, die benötigt wird.

Im Vergabeverfahren für die Dienstleistungskonzeption des Baumblütenfestes ist wie gestern mitgeteilt kein zuschlagfähiges Angebot abgegeben worden. Es hätte sich gezeigt, dass "für einen echten und nachhaltigen Richtungswechsel eine andere Herangehensweise und mehr Zeit benötigt werden", sagte Saß.



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