Die Unterstützung der Bundeswehr im Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark soll ausgeweitet werden (Symbolbild). Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Unklarheit bei Modulbau Mittelmark will Gesundheitsamt zentralisieren

Die Kreistagsabgeordneten haben sich für einen zentralisierten Standort des Gesundheitsamtes in Beelitz-Heilstätten entschieden. Der Bau soll schnell umgesetzt werden. Es gibt aber offene Fragen.

Bad Belzig – In den kommenden Monaten soll vor dem Feuertechnischen Zentrum (FTZ) in Beelitz-Heilstätten ein zentralisierter Standort für das Gesundheitsamt entstehen. Wie berichtet, haben die Abgeordneten am Donnerstag in der Sondersitzung des Kreistages Potsdam-Mittelmark mehrheitlich für den Bau abgestimmt. Ob der neue Standort tatsächlich schon bald stehen wird, ist unklar.

Verwaltung plant sehr ähnlichen Bau in Bad Belzig

Wie berichtet, soll das Gesundheitsamt in Beelitz-Heilstätten wegen der Coronakrise zentralisiert werden. Die Kreisverwaltung erhofft sich ein schnelles Baugenehmigungsverfahren, auch weil sie bereits einen 2,5 Millionen Euro teuren baugleichen Raummodulbau in der Niemöllerstraße in Bad Belzig errichten will. Der Containerbau wurde bereits im Juni im Kreistag beschlossen. Hintergrund ist die dringend nötige Sanierung der Technologie- und Gründerzentrums in Bad Belzig, in dem ein Teil der Verwaltungsbüros untergebracht sind. Der Modulbau soll eine schnelle Übergangslösung während der Sanierung schaffen.

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Für den zentralisierten Standort des Gesundheitsamtes könnten die selben Planungsunterlagen mit nur geringfügigen Veränderungen schnell übernommen werden, heißt es in der Begründung für den Modulbau in Beelitz-Heilstätten. Zudem gebe es, da der Landkreis selbst kauft und baut, recht kurze Wege zwischen den zuständigen Behörden. Der Bau soll eine längerfristige Lösung sein. Denn die Pandemie werde auch im kommenden Jahr eine große Rolle spielen, so Stein. Daneben wies Stein auch auf die vielleicht schon bald notwendige Einrichtung eines Krisenstabes wegen der Afrikanischen Schweinepest hin, deren Ausbruch in Potsdam-Mittelmark nach Ansicht des Vize-Landrates kurz bevor stünde.

Mitarbeiter im Gesundheitsamt wurden aufgestockt

Die Kosten von 2,5 Millionen Euro sollen nach Angaben des Vize-Landrates größtenteils mit Geldern vom Bund finanziert werden. Dabei soll nach Möglichkeit der Paragraph 246b des Baugesetzbuches genutzt werden. Doch noch ist unklar, ob die Pläne der Verwaltung aufgehen. Denn der Paragraph sieht finanzielle Unterstützung für bauliche Anlagen für die Unterbringung von Covid-19 Patienten oder Quarantänefällen vor, wenn dafür in den Kommunen keine andere Lösung zu finden ist. Ob darunter auch die Unterbringung eines Stabes zur Bewältigung der Pandemie fällt, muss noch geklärt werden. Das wurde auch von Abgeordneten in der Kreistagssitzung kritisiert. Zudem müsste eine Genehmigung, um die finanziellen Mittel zu bekommen, bis zum 31. Dezember vorliegen.

Die Zentralisierung des Gesundheitsamtes ist jedoch nicht die einzige Maßnahme der Kreisverwaltung, um die Mitarbeiter zu unterstützen. In den vergangenen Wochen wurde unter anderem der Fachdienst bzw. die Mitarbeiter, die direkt mit der Bewältigung der Pandemie beschäftigt sind, aufgestockt. Mittlerweile seien es 74 Mitarbeiter, wie Vize-Landrat Christian Stein erklärte. Allein 26 Personen wurden aus anderen Bereichen der Verwaltung herangezogen. 

20 Soldaten der Bundeswehr helfen bei der Kontaktpersonenverfolgung. Die Soldaten sollen noch einmal um 15 weitere Kameraden aufgestockt werden. Der Landkreis will einen entsprechenden Antrag stellen, so Stein. Wie berichtet, wurde auch die Corona-Hotline ausgeweitet. Die vier besetzten Telefone sollen außerdem auf sieben erhöht werden, so Stein. Auch sollen sämtliche Informationen rund um Corona besser und schneller auf einer eigens auf der Webseite des Kreises eingerichteten Seite gebündelt werden.

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