Was von Lüpertz' Atelier in Teltow übrig blieb. Vergrößern
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Teltow Malerfürst Lüpertz verschwand samt Atelier

Er wollte nach dem Diebstahl seiner Werke nicht mehr in Teltow bleiben: Der berühmte Maler Markus Lüpertz hat sein Atelier verlassen. Was von ihm blieb.

Teltow – Jetzt ist er weg. Wo sich einst graue Baucontainer aufeinandertürmten und mit einem Bau aus Glas und Holz zu einem imposanten Atelier vereinten, ist heute nur noch Schutt. Der berühmte Maler Markus Lüpertz hat Teltow den Rücken gekehrt. Alle Erinnerungen an ihn hat er nahezu restlos mitgenommen. Einzig seine bronzene Athene, die seit vier Jahren den Sakatoonplatz inmitten des einst von der Design Bau AG errichteten Teltower Neubauviertels ziert, ist noch verblieben.

Noch ist unklar, was mit dem Areal nun passiert

Das Grundstück an der Teltower Kanada-Allee hatte Lüpertz einst von der Design Bau (der heutigen Deutschen Eigenheim) erworben und darauf sein Atelier aus früheren Bürocontainern der Baufirma errichtet. Nun ist das Areal planiert und geräumt. Was weiter mit dem derzeit eingezäunten Gelände passieren soll, ist nicht bekannt. Der Künstler ist zurzeit weder für die PNN noch für seine Agentin zu erreichen. Moderne Kommunikationsmittel wie ein Handy besitzt der frühere Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie (1988-2009) nach eigenen früheren Angaben nicht. Zurzeit stellt er einige seiner Werke gemeinsam mit dem Fotografen Andreas Mühe unter dem Titel „Ancien Regime“ in der Kunsthalle Rostock aus.

Das Unternehmen Design Bau hatte vor einigen Jahren in mehreren Bauabschnitten knapp 100 Reihen- und Doppelhäuser in dem auch als „TelTown“ bekannten Viertel errichtet und dem Künstler das Grundstück für sein Atelier überlassen. Einer Sprecherin der Deutschen Eigenheim zufolge gehört es ihm auch heute noch. Ob das von Reihenhäusern und einer Geschäftszeile umgebene Areal nun bebaut und die Lücke geschlossen wird, ist derzeit offen. Ein Bauantrag für das Grundstück liege laut Stadtsprecherin Andrea Neumann bisher nicht vor.

Diebe drangen in Lüpertz' Atelier und stahlen 30 Werke 

Viele seine meterhohen Plastiken und Gemälde hat Markus Lüpertz in den vergangenen sieben Jahren in seinem Teltower Künstleratelier entworfen, wo er lange Zeit die benötigte Ruhe und eine inspirierende Arbeitsatmosphäre fand. Bis vor einem Jahr. Damals waren Diebe in sein heiliges Reich eingedrungen und hatten rund 30 teilweise unvollendete Werke mitgenommen. Vermutlich durch eines der Fenster der 42 aufeinander gestapelten Baucontainer waren die unbekannten Täter in sein Atelier eingestiegen – die Beute waren die mehr als zwei Dutzend Zeichnungen, Aquarelle, Grafiken und Skulpturen im Wert von mindestens einigen Hunderttausend Euro.

Die Potsdamer Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen in dem mysteriösen Kunstraub auf, die jedoch im Sande verliefen. „Es konnte kein Täter ermittelt werden“, sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christoph Lange, den PNN. Die Ermittlungsakte ist geschlossen. Wer es auf die Kunstwerke abgesehen hatte, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Auch Hinweise, wonach der Künstler, wie zwischenzeitlich gemutmaßt, Opfer eines Artnappings – einer in der Szene nicht unüblichen Erpressungsmethode – geworden und zur Lösegeldzahlung gezwungen worden sein könnte, gab es Lange zufolge nicht.

Lüpertz wollte nicht mehr in Teltow bleiben

Emotional erholt hat sich der 75-Jährige von dem bislang größten Kunstraub in der Region offenkundig nicht. Obwohl die Gemälde, wie zuvor von Lüpertz öffentlichkeitswirksam erbeten, bis auf das Abbild einer nackten, molligen Dame nahezu vollständig und unversehrt wenige Wochen später an den Ort des Diebstahls zurückgebracht worden waren, wollte Lüpertz nicht mehr in Teltow bleiben.

In der Brandenburger Weite habe sich Lüpertz, der als einer der bedeutendsten deutsche Gegenwartskünstler gilt, ein neues Fleckchen Erde gesucht, wo er in aller Abgeschiedenheit eine neue Wirkungsstätte errichten will, heißt es. Nach PNN-Recherchen zog es Lüpertz in die Nähe von Trebbin, einem kleinen Städtchen im Landkreis Teltow-Fläming. 

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