Die Bäkemühle gehört zum einstigen Dorfzentrum Kleinmachnows. Sie liegt in der Nähe der Hakeburg, die auch der Gutsbesitzerfamilie Hake gehörte.  Foto: PNN / Ottmar Winter
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Sanierung in Kleinmachnow Historische Bäkemühle wird zur Arztpraxis

Eines der prominentesten Bauwerke Kleinmachnows ist denkmalgerecht saniert worde und wird nach Jahren des Leerstands wieder genutzt.

Kleinmachnow - Die rote Markise mit der Aufschrift „Restaurant Bäkemühle“ hängt noch über der Terrasse. Dabei sind die Zeiten, in denen Starkoch Ronny Pietzner seine Gäste in dem historischen Gebäude bewirtete, längst vorbei. Nachdem das Denkmal, eines der prominentesten Bauwerke in Kleinmachnow, einige Jahre leer stand, haben jetzt die Fachärztinnen Anne Gastmeier und Karola Mushack eine neue Praxis in der Bäkemühle am Zehlendorfer Damm 217 in Kleinmachnow eröffnet. Gemeinsam mit ihrem Vater, dem Potsdamer Facharzt für Anästhesie Knud Gastmeier, hat Anne Gastmeier das Bauwerk seit 2017 denkmalgerecht sanieren lassen. Im Bebauungsplan der Gemeinde war festgelegt worden, dass der neue Eigentümer die Kosten für die Sanierung des Gebäudes tragen muss.

Das Treppenhaus wurde erst 1989 errichtet, die Steintafel stammt allerdings von 1695. Foto: PNN / Ottmar Winter Vergrößern
Das Treppenhaus wurde erst 1989 errichtet, die Steintafel stammt allerdings von 1695. © PNN / Ottmar Winter

Alte Mühle musste komplett entkernt werden

Viele ihrer Patienten erinnerten sich noch an all das, was die Bäkemühle im Lauf der vergangenen Jahrzehnte war, sagt Anne Gastmeier. „Ich selbst bin hier immer auf meinem Schulweg vorbeigegangen“, so die 37-Jährige. „Und mein Vater hat hier Säcke geschleppt, als die Mühle noch zur LPG Stahnsdorf gehörte.“ Andere erinnerten sich an Familienfeiern im späteren Restaurant, so die Ärztin.

Das historische Treppenhaus Foto: PNN / Ottmar Winter Vergrößern
Das historische Treppenhaus © PNN / Ottmar Winter

Ab 2006 an hatte Gastronom Pietzner die Mühle betrieben, Anfang 2013 hatte er jedoch auf die Verlängerung seiner Pacht verzichtet. Der Betrieb habe sich gerade im Winter, wenn die Terrasse geschlossen werden müsse, nicht rentiert, hatte Pietzner damals als Begründung angegeben. Ein nachfolgender Gastronom hielt sich nur kurz.

Wie viel Geld sie und ihre Vater in die Restaurierung investiert haben, möchte Anne Gastmeier nicht verraten: „Viel auf jeden Fall.“ Die Mühle habe entkernt werden und alte Kupfer- und Aluminiumleitungen entfernt werden müssen. Die Außenfassade sei ebenso instandgesetzt worden wie das Treppenhaus, das im Gegensatz zum Rest des Gebäudes erst im Jahr 1989 errichtet wurde und in dem eine Gedenktafel aus dem Jahr 1695 eingemauert ist.

Das Haus mit Garten. Foto: PNN / Ottmar Winter Vergrößern
Das Haus mit Garten. © PNN / Ottmar Winter

Das Erdgeschoss wurde räumlich neu aufgeteilt und umgestaltet, sodass die internistische und pneumologische Praxis dort einziehen konnte. Im Obergeschoss der Bäkemühle wiederum befindet sich nun die Privatwohnung, in der Anne Gastmeier mit ihrer Familie lebt.

Es fehlt nur noch das Mühlrad

Die 1695 errichtete Bäkemühle gehörte einst zum Besitz der Adelsfamilie Hake und ist bereits mehrmals vor dem Abriss bewahrt worden. Zuletzt kaufte die Landschaftsgärtnerei Alpina AG das Gebäude, um es zu erhalten. Das historische Mühlrad war zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb, da der Fluss Bäke Ende des 19. Jahrhunderts versandet war. Die Alpina AG hat das Rad eingelagert, es könne jederzeit von den neuen Eigentümern abgeholt werden, sagte Vorstand Jürgen Schrabbe auf PNN-Anfrage „Das Holzrad ist verrottet, die Achse aber noch in Ordnung – und es kann sicher mit wenig Aufwand repariert werden.“ Aufgrund des fehlenden Flusswassers müsste das Rad allerdings elektronisch betrieben werden.

„Aktuell haben wir genug mit der neu eröffneten Praxis zu tun“, sagt Anne Gastmeier. Sie schließe aber nicht aus, dass das Mühlrad eines Tages wieder angebracht werde. Sie hofft dafür auf Förderung durch die Gemeinde.

Fußgängerbrücke im Park ist wieder begehbar

Die jedoch verweist an Andreas Kerkow von der Unteren Denkmalschutzbehörde. „Für den gesamten Landkreis gibt es bei uns jährlich 300 000 Euro an Fördermitteln“, so Kerkow. Die Summe teile sich in der Regel auf 30 bis 50 Objekte auf, deren Erhalt mit bis zur Hälfte der jeweiligen Investitionskosten bezuschusst werde.

Jeweils bis zum Jahresende können Eigentümer die Förderung beantragen.

Auch ohne Mühlrad ist die Gemeinde Kleinmachnow jedoch sehr erfreut, dass die Bäkemühle nun wieder genutzt wird, wie Sprecherin Martina Bellack sagt. „Wir bedauern zwar, dass die öffentliche Nutzung nicht mehr so gegeben ist wie bei einer Gastronomie, aber freuen uns, dass das Gebäude nun wieder zugänglich ist.“

Auch die lange gesperrte Fußgängerbrücke im Park, der an die Bäkemühle grenzt, soll am morgigen Donnerstag wieder geöffnet werden. Durch einen Grundstückstausch war die Gemeinde in den Besitz der Brücke gelangt und konnte sie Instand setzen.

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