Regiobus Potsdam-Mittelmark muss personalbedingt improvisieren. Die Busse bleiben im Depot. Foto: Andreas Klaer
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Öffentlicher Nahverkehr in Teltow Kein Bus wird kommen

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Der Ärger wegen baustellenbedingter Einschränkungen im Busverkehr in der Region wächst. Teltows Grüne wollen sie nicht länger hinnehmen.

Teltow  - Die baubedingten Fahrplanänderungen im Busnetz der Region sorgen weiter für Diskussion. Nachdem sich erst vor wenigen Wochen in Kleinmachnow Eltern darüber beklagt hatten, dass ihre Kinder in den vorübergehend eingesetzten Großraumtaxis morgens nicht zur Schule gekommen sind, wird nun auch in Teltow Kritik am geänderten Fahrplan laut. Die Stadtverordnetenfraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) in einem Antrag auf, beim Landkreis auf eine Rückkehr zum alten Fahrplan zu drängen. 

„Die Kürzungen von Buslinien, die Taktdehnung und die damit einhergehenden Fahrzeitverlängerungen sind für viele Teltower eine Zumutung“, heißt es dort. Die Grünen hatten zunächst auch gefordert, die finanzielle Beteiligung der Stadt am ÖPNV-Angebot aufgrund der erheblichen Leistungskürzungen auf den Prüfstand zu stellen. Davon sei die Fraktion nach einer ersten Beratung des Antrags im Sozialausschuss am Montag aber wieder abgerückt, erklärte der Fraktionsvorsitzende Eberhard Adenstedt den PNN. 

Busunternehmen fehlt Personal

Wie berichtet hatte die Regiobus Potsdam-Mittelmark GmbH zum 1. Oktober auf einigen Linien den Fahrbetrieb eingeschränkt. Grund sind die aktuellen Bauarbeiten in der Region, insbesondere auf dem derzeit gesperrten Stahnsdorfer Bäkedamm. Durch Umleitungen und verlängerte Fahrzeiten in dem Abschnitt könnten nach Unternehmensangaben nicht mehr alle Anschlüsse im weiteren Verlauf der betroffenen Linien gewährt werden. Vor allem stünden nicht genügend Fahrer zur Verfügung, hieß es (PNN berichteten). 

Unter anderem fährt die zwischen Teltow und Stahnsdorf verkehrende Linie X1 derzeit werktags zwischen 8 und 20 Uhr nur noch bis zum Teltower S-Bahnhof, aber nicht mehr bis zum Regionalbahnhof. Im weiteren Streckenabschnitt müssten Busfahrgäste auf eine andere Linie ausweichen. Das bedeutet nicht nur längere Fahr-, sondern auch zusätzliche Wartezeiten, erklärt Eberhard Adenstedt. Der Grünen-Politiker hält das für unakzeptabel. „Allein schon aus Gründen des Klimaschutzes darf die Einrichtung von Baustellen nicht als Begründung für die Reduzierung des ÖPNV-Angebotes in der Region dienen“, argumentiert er. 

Großraumtaxis für Schüler weiter ein Problem

Das gelte auch für die Linie 629, die zwischen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf verkehrt. Dort setzt Regiobus seit Anfang Oktober in den Vormittags- und Nachmittagsstunden achtsitzige Pkws statt Busse ein. In Kleinmachnow hatten Eltern schon kurz nach dem Fahrplanwechsel dagegen protestiert, da insbesondere morgens nicht mehr alle Schüler im Kleinbus Platz fanden. Seit Mitte Oktober fährt auf der Strecke am Morgen zwar wieder ein großer Bus, am Nachmittag bleibe das verkleinerte Platzangebot aber ein Problem. „Schüler, die nach 14.50 Uhr Schulschluss haben oder in der Nachmittagsbetreuung sind, kommen unter Umständen in den eingesetzten Sammeltaxis nicht mit", erklärte Sabine Käferstein, Elternvertreterin der Evangelischen Grundschule in Kleinmachnow den PNN. Auch Kitas und Schulen, die einen Ausflug machen wollen, können nicht auf den Bus zurückgreifen, sagte sie. Gleiches gilt für Eltern mit Kleinkindern oder Babys, Rollstuhl- und Rollator-Fahrer. 

Regiobus sei bemüht, die Auswirkungen - insbesondere im Schülerverkehr -so gering wie möglich zu halten, versichert das Unternehmen. Auch würde die Linie X1 aller Voraussicht nach wieder regulär fahren, wenn die Sperrung des Bäkedamms aufgehoben ist. Weitere kurzfristige Änderungen seien aufgrund der Baustellen- und Personal-Situation derzeit aber nicht absehbar, erklärte Regiobus-Sprecherin Anette Lang den PNN. „Es macht ja auch keinen Sinn, mehr Busse zu versprechen, die dann nicht kommen“, sagte sie. 

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