Falschparker. Der Alte Markt wurde mit Eröffnung des Museum Barberini verstärkt als Parkplatz genutzt, an manchen Tagen verteilt das Ordnungsamt bis zu 80 Knöllchen. Jetzt wurde ein großes Parkverbots-Schild an der Zufahrt aufgestellt. Foto: Andreas Klaer
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Lesermeinung Falschparken und andere Verkehrssorgen

„Augen auf!“ vom 7. Februar über das Parkverbot auf dem Alten Markt

Zu Ihrem Kommentar, dass an keinem anderen repräsentativen Platz in Potsdam geparkt werden darf, kann ich nur sagen, dass das leider nicht stimmt. Regelmäßig wird der schöne Platz vor dem Nauener Tor zugeparkt. Und das, obwohl vorher ein „Durchfahrt verboten“-Schild und mehrere Parkverbotsschilder aufgestellt sind. Ein Fahrschüler dürfte bei seiner Führerscheinprüfung direkt aussteigen und es später noch mal versuchen! Das Ordnungsamt knickt ein und behauptet auf Nachfrage, dass es dort „Klagen“ gab und ihnen dort „die Hände gebunden seien“. Kein Wunder, dass die Autofahrer in Potsdam mittlerweile machen, was zu ihrem Vorteil ist.

Petra Krenzlin, Potsdam

Ich verstehe die Aufregung gar nicht. Sicherlich wäre es zwar praktisch, wenn die Besucher gleich vor dem Museum Barberini parken könnten. Doch überall auf der Welt ist es so, dass Museumsgebäude im Stadtzentrum oft nur zu Fuß erreicht werden können. In Potsdam eben auch. Ich meine, wer nicht hören oder sehen will, muss fühlen. Ausgeschildert ist jedenfalls eindeutig. Ich wohne in der Nähe und komme gelegentlich dort vorbei. Ich habe schon versucht, Fremde vor einem Knöllchen zu bewahren und auf das Park- und zum Teil Halteverbot hingewiesen. Die Antworten waren zum Beispiel: „Jetzt haben die ja schon Feierabend“, „Provinzler“ oder „Vielleicht haben wir Glück“. Wer so denkt, muss eben zahlen. Ganz einfach. Andererseits müsste sich die Stadt tatsächlich um die Parkplatznot Gedanken machen und eventuell vorübergehende Parkplätze einrichten. Denn der große Parkplatz Am Kanal wird nicht auf Dauer reichen. Mir fällt dafür das Berggruen-Gelände an der Hauptpost, auch die Friedrich-Ebert-Straße entlang der Fachhochschule ein. Solche Flächen könnten vielleicht vorübergehend hergerichtet werden? Vor allen Dingen muss schnell eine Lösung her, denn die Anwohnerparkplätze in der Burg- und Joliot-Curie- Straße sind auch ständig zugeparkt.

Elisabeth Karth, Potsdam

„Wilder Parkplatz in der Innenstadt wird kostenpflichtig“ vom 16. Februar

Das ist erneut ein Beispiel für die bürgerfeindliche Politik der Stadt Potsdam. Anstelle Parkflächen für Besucher und Bürger auszuweiten, um den Innenstadtbereich für Einkäufe und Aufenthalt attraktiv zu machen, wird genau das Falsche vollmundig propagiert. Das Shopping verlagert sich absehbar nach Berlin, somit leiden der Einzelhandel und die Gastronomie in Potsdam, denn die Parkgebühren haben sich in exorbitante Höhen katapultiert. Die Stadtverordneten und Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sind offensichtlich von allen guten Geistern verlassen und gehören bei den nächsten Wahlen abgestraft. Die Verkehrsbehörde und das Ordnungsamt mag es freuen, haben sie doch erneut einen Freibrief erhalten, um die Stadt mit Parkautomaten und weiteren Verbotsschildern zu überziehen. Beschaffung, Wartung und Unterhalt der Parkautomaten und Verbotsschilder kostet ebenso Geld wie der Einsatz der Hüter des Gesetzes. Hinzu kommen die irren Vorschläge für die Ausweitung von Tempo- 30-Zonen auf Hauptstraßen, was das Verkehrschaos noch weiter fördern wird. Umweltpolitik sieht anders aus, ich plädiere für ein Durchfahrtverbot für Lastkraftwagen über 2,8 Tonnen und eine „Grüne Umweltzone“ im Innenstadtbereich.

Reinhard Peterson, Potsdam

Diskussion über Schleichwege

Seit vielen Jahren ist die Durchfahrt vom Neuen Markt über die Siefert- zur Yorckstraße eine Abkürzung für sehr viele Autofahrer geworden, obwohl die Durchfahrt verboten ist. Doch die Polizei unternimmt nichts dagegen. Das muss und soll sich ändern.

Alexander Ackenhausen, Potsdam

„Weltweite Studie: Nur wenig Stau in Potsdam“ vom 22. Februar

Ich habe es schon immer geahnt: Der angebliche Dauerstau in Potsdam ist ein Konstrukt der Medien und von jammernden Autofahrern, die sich überall freie Fahrt wünschen. Ich habe einen Dauerstau – auch an der Zeppelinstraße – jedenfalls noch nie gesehen. Diese Studie bestätigt das nun.

Jens Dörschel, Potsdam

Verkehrsdebatte

Immer wieder lese ich bei Ihnen etwas über die Verkehrsbelastung in Potsdam. Aber niemals etwas über konstruktive Vorschläge. Eine wachsende Stadt braucht Handel und Wandel und Besucher und Arbeitskräfte und Handwerker aus dem Umland. Und Bewohner von Potsdam wollen nach Berlin zur Arbeit. Auch innerhalb von Potsdam ist Verkehr nötig. Diesen nur zu behindern, beseitigt ihn nicht. Potsdam hat in den 1990er-Jahren begonnen, eine vierspurige Verbindung parallel zur Bahn von Babelsberg nach Waldstadt und Rehbrücke zu bauen. Leider scheiterte das Vorhaben am breiten Nuthestrom, denn eine Brücke über dieses Hindernis ist bis heute nicht finanzierbar. Dennoch wäre sie sehr sinnvoll.

Noch viel wichtiger sind attraktive Angebote für die Verknüpfung von Verkehren. Damit meine ich, dass das Umsteigen an den Knotenpunkten optimal zu gestalten ist. Der Bahnhof Rehbrücke bietet sich eigentlich auch für Potsdamer als Alternative für die Fahrt nach Berlin an. Durch ein sehr umfangreiches Fahrradplatzangebot zeichnet er sich jetzt schon aus. Aber insgesamt stellt sich dieser Haltepunkt nicht wirklich als attraktiver Verkehrsknotenpunkt dar. Bei einer Havarie oder Störung am Potsdamer Hauptbahnhof kann Rehbrücke wohl nicht als Ausweichort dienen. Liegt das daran, dass Rehbrücke im Landkreis liegt? Mit diesen kurzen Anregungen würde ich gerne eine Diskussion über Wünsche und Ideen von am Verkehr Teilnehmenden ins Leben rufen. Es gibt außer Tempo 30 und schmaleren Straßen vielleicht auch noch andere Dinge, die problemlösend sein können und umsetzbar sind.

Frank-Rudolf Britz, Nuthetal

„Tram-Flatrate“ vom 11. Februar

Ihr Vorschlag einer Zwangsabgabe an die Verkehrsbetriebe ist rechtlich nicht umzusetzen. Zu viele Leute fahren selten oder nie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich zum Beispiel gehe hauptsächlich zu Fuß oder fahre mit dem Fahrrad. Selbst für die Pflichtgebühr des Rundfunks oder Fernsehens kann eine Befreiung beantragt werden.

Karl-Otto Eschrich, Potsdam

Den Vorschlag finde ich ganz toll. Endlich mal ein machbarer Lösungsansatz.

Bärbel Matthes, Potsdam

Ich nutze das Auto jeden Wochentag für meinen Arbeitsweg von 85 Kilometern und freue mich, wenn ich es am Wochenende stehen lassen kann. Das vorhandene Nahverkehrsnetz ist für uns ein Grund für den Umzug nach Potsdam gewesen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Möglichkeit, jederzeit – ohne Geld zu zücken – in ein Nahverkehrsmittel einsteigen zu können, das Nutzungsverhalten ändert. Kein Verständnis habe ich für viele, die möglichst jeden Weg im Auto absolvieren. Auch wenn wir fast alle Wege zu Fuß erledigen können, würden wir die Abgabe unterstützen.

Jens Freitag, Potsdam

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