Andreas Hueck, Künstlerischer Leiter des Poetenpacks. Foto: Ottmar Winter
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Potsdamer Kulturpolitik Poetenpack will festen Standort am Alten Markt

Die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ prüft, die Nutzbarkeit ihrer geplanten Räume. Neben dem Poetenpack gibt es noch zwei weitere Interessenten. 

Potsdam - Die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ prüft die kulturelle Nutzung des von ihr geplanten Eckhauses Am Alten Markt 13/14. Das teilte Genossenschaftsvorstand Sebastian Krause auf PNN-Anfrage mit. Derzeit gebe es drei Interessenten für die ersten beiden Etagen des Hauses. Mit der Stadt Potsdam ist vereinbart, diese für „öffentliche Nutzungen“ zur Verfügung zu stellen. 

Interesse bekundet haben sowohl das Potsdam Museum, das dort  den hauseigenen Kunstbestand zeigen möchte, das Autonome Frauenzentrum Potsdam sowie das Theater Poetenpack – unter anderem wegen akuter Raumnot. Die gerade erst im letzten Jahr bezogene Zimmerbühne musste sich das Theater sowieso mit den Machern der Potsdamer Mitmachmusik, teilen, die Terminvergabe für die Räume sei zuletzt sehr schwierig gewesen, wie der Künstlerische Leiter Andreas Hueck sagt. Eine vom Theater nicht leistbare Mieterhöhung kam außerdem hinzu, sodass es dem Poetenpack nicht mehr möglich ist, die Räume in der Zimmerstraße zu nutzen. Regelmäßig spielt das freie Theater im Q-Hof oder im Heckentheater des Parks Sanssouci. Mit einem festen Spielstandort möchte es stärker in der Stadt Potsdam präsent sein, die das Theater jährlich mit 35.000 Euro fördert.

Die „Karl Marx“ baut das Gebäude Am Alten Markt 13/14 sowie die jeweiligen direkten Nachbarhäuser. VISUALISIERUNG: PONNIE IMAGES/VAN GEISTEN.MARFELS ARCHITEKTEN Vergrößern
Die „Karl Marx“ baut das Gebäude Am Alten Markt 13/14 sowie die jeweiligen direkten Nachbarhäuser. © VISUALISIERUNG: PONNIE IMAGES/VAN GEISTEN.MARFELS ARCHITEKTEN


Die Lage ist für das Theater ideal

Am Alten Markt ergebe sich nun die Chance, einen festen Theaterstandort in Potsdams Mitte zu etablieren, wie Hueck sagt. „Das würde sicher auch den Alten Markt beleben.“ Die Lage sei sowohl für das Theater als auch für die Besucher ideal und auch die räumlichen Bedingungen wären eine Verbesserung zur Zimmerstraße. „In dem neuen Haus gäbe es ordentliche Toiletten und genug Platz für einen Backstagebereich mit Umkleide und Maske.“

Für die Genossenschaft sind alle drei Interessenten nachvollziehbar und würden aus ihrer Sicht gut zum Ort passen, wie Krause mitteilt. Leider reiche die Fläche von der Größe her nur für eine der drei Nutzungen, die derzeit geprüft werden. „Aus den verschiedenen Nutzungen ergeben sich unterschiedliche technische Anforderungen an das Gebäude. Aktuell überprüfen unsere Planer, ob und wie diese im Gebäude umgesetzt werden können.“ 

Stadt Potsdam hält sich bedeckt

So stelle die Nutzung der Flächen als Museum beispielsweise erhöhte Anforderungen in den Bereichen der Raumklimatisierung, des Brandschutzes, der Lichtplanung und der Sicherheit. Wenn die Überprüfung abgeschlossen ist, will die Genossenschaft erneut auf die Interessenten sowie die Stadt zugehen und die Ergebnisse besprechen. „Da alle möglichen Nutzungsideen einer Förderung durch die Stadt bedürfen, wird die Stadt mitentscheiden wollen, mit wem wir einen Vertrag abschließen“, so Krause. Die „Karl Marx“ befinde sich im Austausch mit allen Interessenten und der Stadt.

Die Stadt Potsdam hält sich allerdings bedeckt: „Unter der Berücksichtigung des mit der Grundstücksvergabe vertraglich vereinbarten Nutzungsspektrums für ,öffentliche Nutzungen’ liegt die Entscheidung und damit auch die Präferenz für die Nutzung des Eckhauses bei dem Eigentümer, der Wohnungsgenossenschaft ,Karl Marx’“, heißt es dort. 


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