Nachholbedarf: Die Band Beatsteaks spielte erstmals seit ihrer Gründung 1995 jetzt im Waschhaus. Dafür gleich zweimal. Foto: IMAGO/Martin Müller
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Open-Air-Konzert im Waschhaus Rock’n’Roll, der einen zittern lässt

Oliver Dietrich

Die Berliner Band Beatsteaks spielte erstmals im Potsdamer Waschhaus - dafür gleich zwei Konzerte. Das erste war exklusiv für die Held:innen der Pandemie: Ärzte und Pflegekräfte.

Potsdam - Seit dem Gründungsjahr 1995 stehen kleine Clubs genauso wie die ganz großen Bühnen auf dem Spielplan der Berliner Band Beatsteaks. Nur dem Waschhaus hatten sie bisher noch keinen Besuch abgestattet. Es wurde Zeit. Seit Sonntag hatte sie sich dort verschanzt, um ausgiebig zu proben – nach fast drei Jahren pandemiebedingter Konzertpause. 

Ein Geheimkonzert und für Ärzte und Pflegekräfte

Am Mittwochabend gab es das erste Highlight in der Arena: ein exklusives Konzert für Ärzte und Pflegekräfte. Zuvor hatte die Band Krankenhäuser mit Covid-Station in Berlin und Brandenburg angeschrieben – und Beschäftigte exklusiv zum geheimen Auftaktkonzert eingeladen. 1200 Menschen kamen. 

Sogar etwas mehr waren es am Donnerstag zum Open-Air-Konzert bei perfektem Wetter. Angeheizt wurde der Konzertabend von der Berliner All-female Band 24/7 Diva Heaven, die ganz im Stile ihrer Vorbilder wie L7 oder Hole eine gehörige Rockwalze vorwegschickte. Die Beatsteaks ließen sich dagegen Zeit, bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Zwei furiose Stunden

Es folgten zwei furiose Stunden, die vor komprimiertem Rock’n’Roll nur so zitterten. Die Mitsing-Nummer „Let me in“ – die mittlerweile unfassbare 20 Jahre auf dem Buckel hat – kam gleich zu Anfang ins Programm, aber auch für Coversongs waren die Beatsteaks zu haben: die Hildegard-Knef-Huldigung „Von nun an ging’s bergab“, die Ende 2020 für einen Überraschungshit sorgte - oder natürlich auch die wahnsinnig schöne „Linie 1“-Entlehnung „Hey Du“. 

Im Laufe des Abends folgten noch einige Stücke mit Wiedererkennungswert. Beeindruckend, wie viele grandiose Songs in den letzten Dekaden entstanden und immer noch fest im Kopf verankert sind. Es ist aber auch die Performance dieser Ausnahmeband, die einen immer wiederkommen lässt. Apropos: Dass die Beatsteaks ins Waschhaus zurückkommen, gilt als ausgemacht.

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