"Reflect" heißt das 3D-Filmprojekt von Xenorama und Kammerakademie, das am Aktionstag von KulturMachtPotsdam erstmals vorgestellt wird. Foto: Xenorama
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Digitales 3D-Experiment am Aktionstag der Kultur Klassische Musik, ganz unklassisch

Auf der digitalen Plattform „RZSpektral Enterspace“ soll am 13. März digital experimentiert werden. Mit dabei: Ein 3D-Konzert von Kammerakademie Potsdam und Xenorama.

Potsdam - Der digitale Raum mit dem zungenbrecherischen Namen „RZSpektral Enterspace“ wurde vom Rechenzentrum extra für den Aktionstag am 13. März entwickelt: Das Bündnis KulturMachtPotsdam will ab 16 Uhr auf sechs virtuellen Plattformen zeigen, dass die Potsdamer Kultur ein Jahr nach dem ersten Lockdown sehr wohl noch da ist.

Im „RZSpektral Enterspace“ sollen Begegnungen und interaktive Live-Formate umgesetzt werden. Ausgehend von dem Zoom-Programm hat die Regisseurin Sina Schmidt hier verschiedene Formate des Austauschs entwickelt: Über eine „Schaltzentrale“ kann man aus 13Orten wählen – darunter etwa „Klosett keck“, „Tanzdiele taktvoll“oder „Wandelhalle wunderbar“. 

Swing tanzen, Kinder in die Tanzschule schicken - oder der KAP zuhören

Hier kann man mit der Potsdamer Flashmob Choreo Swing tanzen lernen (ab 16.15 Uhr) oder parallel seine Kinder ab drei Jahren in die ADTV Tanzschule „Balance“ schicken. Oder aber man lässt sich von der digitalen Schaltzentrale um 21 Uhr mit dem Ort „Lichtspiel luxuriös“ verbinden.

Dort ist ein nahezu abendfüllendes Programm von Kammerakademie Potsdam (KAP) und Xenorama zu erwarten: Ein Konzert in Form eines gemeinsam produzierten 3D-Films, danach ein Gespräch mit den Künstler:innen. Unter dem Titel „Reflect“dirigiert Miguel Pérez Iñesta Hans Abrahamsens zeitgenössische Komposition „Winternacht“, Alban Bergs „Sinfonie Fragment“ und Gustav Mahlers „Blumine“ in der Bearbeitung von Frank Lippe.

Die Potsdamer Lichtdesigner von Xenorama sind: Richard Oeckel, Moritz Richartz, Lorenz Potthast, Tim Heinze und Marcel Bückner. Foto: Moritz Richartz Vergrößern
Die Potsdamer Lichtdesigner von Xenorama sind: Richard Oeckel, Moritz Richartz, Lorenz Potthast, Tim Heinze und Marcel Bückner. © Moritz Richartz

Kein einfacher Stream, sondern ein neuartiges Konzerterlebnis 

Statt aber nur einem Stream zu folgen, sollen Besucher:innen mitten drin im Geschehen sein. Angekündigt ist eine „virtuelle 360˚-Performance“: Nicht die Musiker:innen sitzen im Zentrum, sondern das Publikum. „Wir beschäftigen uns seit einiger Zeit mit neuen Wegen für ein kreatives Aufeinandertreffen von analoger Musik mit digitaler Technik“, sagt KAP-Geschäftsführer Alexander Hollensteiner

Zusammen mit dem audiovisuell arbeitenden Potsdamer Kollektiv Xenorama wurde jetzt ein Konzept entwickelt, „das diesen Austausch spielerisch verarbeitet“. Gefilmt wurde im Januar im Waschhaus, der Ort mit Spiegelfolien,Visuals und Licht gestaltet. „Dabei verschwimmen Wahrnehmungsgrenzen“, sagt Hollensteiner. Etablierte Formen eines klassischen Konzerts würden neu beleuchtet. 

Eine Sneak Preview, Nachfolgeprojekte gepant

„Lichtspiel luxuriös“ ist eine Sneak Preview, also Vorschau: Mehrere Varianten, dieses Format erleben zu können, sind noch in Planung, so Hollensteiner. Ob als Stele im Kunstraum, an einem noch zu findenden Ort im Stadtgebiet oder als begehbare Installation im Kesselhaus – dem Film „Reflect“ wird man wiederbegegnen. Womöglich auch im eigenen Wohnzimmer: Auch eine Heimnutzung wird geprüft, „samt VR-Brillen-Lieferung“.

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