Peter Hartwig (M.), Jonas Weydemann und Jakob D. Weydemann erhalten am 17. Januar 2020 den Produzentenpreis des Bayerischen Filmpreises.  FOTO: ARD / Bayerischer Rundfunk
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Bayerischer Filmpreis Potsdamer Produzent für "Systemsprenger" ausgezeichnet

Sarah Kugler

Der Film "Systemsprenger" erzählt von einem schwer erziehbaren Mädchen. Produzent Peter Hartwig betont die Wichtigkeit des Themas.

Potsdam - Der Potsdamer Produzent Peter Hartwig ist für den Film "Systemsprenger" mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit seinen Kollegen Jonas Weydemann und Jakob D. Weydemann nahm er den mit 100.000 Euro dotierten Preis am 17. Januar im Münchener Prinzregententheater entgegen. "Die Freude war riesig groß", sagte Hartwig gegenüber den PNN. Nicht nur, weil der Bayerische Filmpreis nach dem Deutschen Filmpreis die wichtigste Auszeichnung für Filmschaffende in Deutschland sei, sondern auch, weil die Jury Filme sehe, die sich mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetze.

"Systemsprenger" erzählt von Benni, einem gewalttätigen Mädchen, das mit gerade mal neun Jahren eine endlose Kette von betreuten Wohngruppen und Notunterkünften hinter sich hat. Solche Kinder, die sich nicht in die Betreuungskonzepte der Jugendhilfe integrieren lassen, werden im Fachjargon Systemsprenger genannt. Die Rolle wurde von der erst 11-jährigen Helena Zengel gespielt. Der Film wurde auf der Berlinale 2019 mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.  

Auszeichnung mit vielen Freunden gefeiert

"Wir müssen viel mehr Geschichten erzählen, die in der Mitte unserer Gesellschaft spielen", betont Hartwig. Es freue ihn besonders, dass "Systemsprenger" als "hoch empathischer" Spielfilm so viel aufmerksam bekomme und scheinbar viele zum Nachdenken anrege. "Bei der Preisverleihung war eine große Sympathie für den Film zu spüren, das war schön", sagt Hartwig, der die Auszeichnung mit vielen Freunden feierte. 

Überhaupt sei die Veranstaltung rund um den Bayerischen Filmpreis genau die richtige Mischung aus feierlich, aber nicht zu schick: "Es ist immer sehr lebendig, die Reden greifen gesellschaftliche und politische Themen auf und legen auch den Finger in die Wunde." 

Und noch ein kleiner Potsdam-Erfolg: Regisseur Philipp Stölzl wurde in der Kategorie „Sonderpreis des Bayerischen Filmpreises“ für seine Arbeit in der Ufa Fiction-Produktion „Ich war noch niemals in New York“ ausgezeichnet. Der Film wurde teilweise in den Babelsberger Filmstudios gedreht



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