"Beef", ein Kurzfilm von Ingride Santos, wird bei den Sehsüchten 2020 in der Sektion "Future" gezeigt. Foto: Sehsüchte
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49. Studentenfilmfestival Sehsüchte So läuft das diesjährige Festival der Filmuni Babelsberg ab

Das Potsdamer Studentenfilmfestival "Sehsüchte" findet dieses Jahr sowohl analog als auch digital statt: Das Programm soll im Coronajahr 2020 mit unverstelltem Blick in die Zukunft schauen.

Potsdam - Die Sehsüchte 2020 setzen auf den unverstellten Blick. Ohne Folie, ohne Filter, ohne Sehhilfe. "20:20 Vision" lautet das Motto des Studentenfilmfestivals, das dieses Prinzip für alle Kenner der Optometrie knapp auf den Punkt bringt. Allen anderen sei gesagt: "20:20 Vision" steht für optimale Sicht, für volle Punktzahl beim Sehtest. Im Krisenjahr 2020 will die 49. Ausgabe des Festivals seinen optimierten Blick vor allem auf die Zukunft lenken.

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Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Sehsüchte in diesem Jahr vom 23. bis 27. September statt. Auch in diesem Jahr wird der Campus der Filmuniversität dafür in einen Festivalort verwandelt. Aber erstmals gibt sich das ausschließlich von studentischer Hand organisierte Festival eine neue Form: als Hybrid-Festival. Neben dem analogen Programm in der Filmuniversität Babelsberg, am Waschhaus Potsdam und im Babelsberger Thalia Kino ist fast das gesamte Programm auch digital auf der Webseite des Festivals zu verfolgen. Filme sind dort für 24 Stunden am Tag der Kinovorführung abrufbar.

Der Spielfilm "Zu zweit allein" von Sabine Koder ist bei den Sehsüchten 2020 dabei im Rennen um einen der vier Preise.  Foto: Sehsüchte Vergrößern
Der Spielfilm "Zu zweit allein" von Sabine Koder ist bei den Sehsüchten 2020 dabei im Rennen um einen der vier Preise.  © Sehsüchte

In Potsdam dabei sein, auch wenn man nicht dabei sein kann

Dadurch können die internationalen Filmemacher dabei sein, auch wenn sie aufgrund der Pandemie nicht nach Potsdam reisen können. Der Gedanke dahinter dürfte auch demokratischer Natur sein: Weil wegen der Sicherheitsbestimmungen in der Pandemie nur wenige Plätze in den Kinosälen zur Verfügung stehen, bleiben die Filme so dennoch so vielen Zuschauern verfügbar. Wer online schaut, zahlt auch nur 9 statt der sonst üblichen 30 Euro. Gezeigt werden über 100 Filme aus 30 Ländern. Insgesamt sind das 1768 Filmminuten. 32 Spielfilme sind dabei, davon sechs Langfilme, die anderen sind Kurzfilme. 

Der Schauspieler Burghart Klaußner ist bei den Potsamer Sehsüchten 2020 Mitglied der Spielfilm-Jury. Foto: picture alliance / dpa Vergrößern
Der Schauspieler Burghart Klaußner ist bei den Potsamer Sehsüchten 2020 Mitglied der Spielfilm-Jury. © picture alliance / dpa

Prominente Jurys: Burkhardt Klaußner, Burhan Qurbani und Peter Hartwig

Auch in diesem Jahr sollen wieder vier Jury-Preise für die Filme im Hauptprogramm und ein Publikumspreis für einen Genrefilm vergeben werden. Die Jurys sind wie in den vergangenen Jahren prominent besetzt: In der Jury für den besten Spielfilm sind unter anderem der Schauspieler Burghart Klaußner ("Das weiße Band") und der Regisseur und Drehbuchautor Burhan Qurbani vertreten. Letzterer machte gerade für seine Produktion von "Berlin Alexanderplatz" von sich reden.

Produzent Peter Hartwig ist bei dem Studentenfilmfestival Sehsüchte 2020 Teil der Jury für die beste Produktion. Foto: Manfred Thomas Vergrößern
Produzent Peter Hartwig ist bei dem Studentenfilmfestival Sehsüchte 2020 Teil der Jury für die beste Produktion. © Manfred Thomas

Der Potsdamer Produzent Peter Hartwig, langjähriger Wegbegleiter von Andreas Dresen und zuletzt für den Film "Systemsprenger" ausgezeichnet, ist in der Jury "Fokus Produktion" dabei. Die Drehbuchautorin Ruth Thoma ("Der Junge muss an die frische Luft") darf als Jurymitglied die besten Drehbücher sichten. Außerdem wird der beste Dokumentarfilm prämiert, sowie von Kinder- und Jugendjurys in der Sektion "Future" die beiden besten Kinder- und Jugendfilme.

Das Programm sei 2020 "experimentell, inhaltlich und formell sehr unterschiedlich", sagt Saskia Bender vom Organisationsteam. Mit der Bandbreite der ausgewählten Filme wolle man durchaus auch das Publikum spalten, "so wie vielleicht auch wir vom Auswahlteam gespalten waren." Insgesamt konnte das studentische Team aus 974 Einreichungen aus der ganzen Welt auswählen - was in etwa der Zahl an Zusendungen aus dem Vorjahr entspricht, so Bender. 

Die meisten der Produktionen waren glücklicherweise abgeschlossen, bevor Corona auch den Filmbetrieb weitgehend lahmlegte. Wie das im kommenden Jahr, dem ersten nach Beginn der Pandemie, sein wird, weiß im Moment noch niemand. Aber man kann davon ausgehen, dass der scharfe Blick des Festivalteams sich auch dorthin wendet.

Sehsüchte 2020, vom 23. bis 27. September auf dem Campus der Filmuniversität Babelsberg sowie online. Tickets für alle Formate gibt es hier.


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