BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup. Foto: dpa
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Vorzeitiger Rückzug BER-Chef Lütke Daldrup räumt Posten

Stefan Kruse Simon Sachseder

In einem Interview hat Engelbert Lütke Daldrup seinen Abschied als BER-Chef zum September 2021 angekündigt. Wer ihm nachfolgt, ist noch unklar.

Schönefeld - Der Chef des Berliner Hauptstadtflughafens, Engelbert Lütke Daldrup, wird zum September 2021 seinen Posten räumen. Das kündigte er in der „Berliner Morgenpost“ (Mittwoch) an. „Meine Aufgaben sehe ich im Wesentlichen erfüllt“, sagte er der Zeitung. Ein Flughafensprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Wunsch des 64-Jährigen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte den gelernten Stadtplaner vor vier Jahren als Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH durchgesetzt. Zuvor hatte Lütke Daldrup als Staatssekretär im Roten Rathaus Müllers Flughafenpolitik koordiniert.

Der Flughafen war nach neun Jahren Verspätung im vergangenen Jahr eröffnet worden. Der Bau des BER war geprägt von Planungsfehlern, technischen Problemen und Baumängeln. Sechs Mal wurde die Eröffnung verschoben. Die Kosten für den Bau und den Schallschutz der Anwohner verdreifachten sich auf rund sechs Milliarden Euro.

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Wegen der Coronakrise wird der BER wohl noch mehrere Jahre nicht ausgelastet sein. Die Flughafengesellschaft rechne erst im Jahr 2025 mit einer Erholung des Flugverkehrs auf Vorkrisenniveau, hatte Lütke Daldrup noch Ende Januar gesagt. Bis dahin werde der Staatsbetrieb weiter Geld von seinen Eigentümern benötigen, den Ländern Berlin und Brandenburg und dem Bund.

Den Angaben der „Berliner Morgenpost“ zufolge wäre der Vertrag des BER-Chefs eigentlich bis 2022 gelaufen. Zu einer möglichen Nachfolge wollte er sich demnach nicht äußern. Das müssten die Gesellschafter entscheiden.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Bretschneider dankte Lütke Daldrup für seine Arbeit, dieser habe in einer "sehr schwierigen Zeit große Verantwortung übernommen". Die Inbetriebnahme des BER sei "maßgeblich der Verdienst seiner Arbeit" gewesen. In seiner Sitzung am Freitag will sich der Aufsichtsrat demnach mit der Personalie befassen. Über eine mögliche Nachfolge wurde zunächst nichts bekannt. (dpa/mit AFP)

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