Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Foto: Patrick Pleul/dpa
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Prognose zur Landtagswahl In Brandenburg legen nur Grüne zu

Fünf Monate vor der Landtagswahl verliert die rot-rote Koalition weiter an Zustimmung, davon profitieren andere Parteien.

Potsdam - Fünf Monate vor der Landtagswahl in Brandenburg klettern die Grünen auf ein Allzeithoch von 12 Prozent und legen derzeit als einzige Partei im Land zu. Dagegen verharren SPD, CDU und AfD etwa gleichauf, wie schon seit Monaten nahezu unverändert. Das ist im Kern das Ergebnis des neuen Brandenburg-Trends des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag des rbb-Nachrichtenmagazins „Brandenburg aktuell“ und von „Antenne Brandenburg“, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Der SPD im Land droht damit weiterhin der Verlust der Vorherrschaft.

SPD nur mit hauchdünnem Vorsprung

Wenn am Sonntag Landtagswahlen wären, lägen die von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke geführten Sozialdemokraten mit einem hauchdünnen Vorsprung 21 Prozent vorn, gefolgt von der von Herausforderer Ingo Senftleben geführten CDU mit 20 Prozent, während die AfD mit 19 Prozent auf Platz drei käme. Die Linken, die seit 2009 mit der SPD in Brandenburg in einer rot-roten Koalition regieren, liegen aktuell bei 16 Prozent. Die FDP, die es 2014 nicht wieder in den Landtag geschafft hatte, wäre mit 5 Prozent im Parlament vertreten. 

Wie knapp das alles ist, illustriert allerdings der Fakt, dass das Institut infrastest dimap selbst die Fehlerquote seiner Umfragen mit plus/minus 3 Prozent angibt. Für diese Umfrage waren Anfang April 1000 Wahlberechtigte in Brandenburg repräsentativ befragt worden. 

Es bleibt bei Tiefstwerten für die SPD

Die SPD, die in Brandenburg bislang immer die Ministerpräsidenten stellte, und bei der Wahl 2014 noch mit 31,9 Prozent gewann, verharrt damit bei Tiefstwerten. Allerdings kann auch die Union Senftlebens, der Woidke beerben und Ministerpräsident werden will, weiterhin nicht zulegen. 2014 hatten die Christdemokraten 21 Prozent. Der SPD-Regierungschef, der jetzt vom Landesvorstand als Spitzenkandidat nominiert wurde, bleibt nach der Umfrage der bekannteste und beliebteste Politiker im Land. Dennoch sind nur 55 Prozent zufrieden mit seiner Arbeit. So schlechte Werte hatten seine Vorgänger Matthias Platzeck und Manfred Stolpe nie. 

Woidke selbst hatte noch 2014 Popularitätswerte von 70 Prozent. Mit CDU-Oppositionsführer Ingo Senftleben sind demnach nur 25 Prozent zufrieden, wohl eine Folge seiner nach wie vor geringen Bekanntheit. Die rot-rote Regierungskoalition ist auch nach dieser Umfrage von einer Neuauflage weit entfernt. Rechnerisch möglich wären etwa Rot-Rot-Grün oder ein Bündnis von CDU, Linken und Grünen. 
Am 26. Mai finden Kommunalwahlen statt, für die landesweite Umfragen unter 1000 Befragten keine seriösen Ergebnisse zulassen. Gefragt nach Vertrauen in kommunalpolitische Kompetenz liegen SPD (20) und CDU (19) mit Abstand vorn. 

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