Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup glaubt noch an eine Eröffnung des Flughafens BER 2020. Foto: Bernd Settnik/dpa
© Bernd Settnik/dpa

Kommentar Den BER-Eröffnungstermin 2020 können wir uns abschminken

Gerd Appenzeller

Der Termin war lange bekannt, trotzdem sagen zwei wichtige Firmen für den Flughafenbau eine Sitzung ab. Das ist sicher kein gutes Zeichen. Ein Kommentar.

Schönefeld - Wenn jemand einer Einladung vor ein parlamentarisches Gremium nicht folgt, ist er entweder dumm oder arrogant oder hat ein schlechtes Gewissen. Der Ausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses für Beteiligungen hatte zwei am Bau des BER maßgeblich beteiligte Firmen zu einer Sitzung am 14. März mit entsprechend langem Vorlauf eingeladen.

Es handelt sich um die Firmen Bosch und Caverion, die zusammen in den letzten Jahren Millionenrechnungen für den Bau des BER schrieben und die genau jene Gewerke verantworten, an deren Mängel die Eröffnung des Flughafens bislang immer wieder scheiterte. Bosch baut in Schönefeld die Brandmeldeanlage, Caverion das Sprinklersystem.

Auch der TÜV strich seine Teilnahme

Beide Firmen sagten ihre Teilnahme an der Sitzung am 14. März jetzt ab. Man muss nicht dreimal raten, um darauf zu kommen, warum. Da auch der TÜV, der die fertige Anlage ja prüfen muss, seine Teilnahme an der Sitzung strich, gibt es nur eine Erklärung: Den Eröffnungstermin im Oktober 2020 können wir uns abschminken.

Bosch und Caverion wären am 14. März offensichtlich nicht in der Lage, die termingerechte und mängelfreie Fertigstellung ihrer Gewerke zuzusagen. Und der TÜV hat naturgemäß keine Lust, sich zu einem Zustand zu äußern, den er nicht prüfen kann. Am 3. Juni 2012 sollte der BER eigentlich an den Start gehen. Seit der heute noch amtierende Siemens-Vorstand schon vor Jahren die Meinung vertrat, es sei eigentlich egal, wann vom BER die ersten Maschinen starten, muss man jetzt wohl fragen, wem das noch alles egal ist.

Zur Startseite