Das Gebäude in Lychen wurde völlig zerstört. Foto: dpa
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Update Bäckerei in der Uckermark explodiert Eine Frau schwer verletzt

Oliver von Riegen Leonie Asendorpf Andreas Rabenstein

Nur noch Trümmer sind in Lychen von einem Teil eines Hauses am Markt vorhanden. Eine mögliche Ursache deutet sich an, ist aber nicht sicher.

Lychen - Eine Explosion mitten im Herzen der Stadt hat die Kleinstadt Lychen in der Uckermark erschüttert. Ein Doppelhaus am Markt mit einer Bäckerei stürzte am Freitag teilweise ein, teilte die Polizei mit. Eine 55 Jahre alte Mitarbeiterin der Bäckerei wurde dabei verletzt. Gas deutet sich als eine mögliche Ursache an - dies steht aber nach Angaben der Ermittler noch nicht sicher fest.

Die Explosion geschah am frühen Morgen kurz vor 5.00 Uhr. Als die Bäckerei-Mitarbeiterin dort war, ertönte ein Knall. Die Frau habe Gesichtsverletzungen durch Splitter erlitten, teilte die Polizei mit. Sie wurde nach Angaben der regionalen Leitstelle mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Berlin geflogen.

Dort, wo ein Teil des Hauses stand, ist nur noch ein Schuttberg vorhanden. Trümmer liegen übereinander. Eine Hauswand ragt noch in die Höhe und steht wie ein Solitär. Die Explosion hat von dem anderen Teil des Hauses die Außenwand weggerissen. Das Haus ist nach Angaben der Polizei einsturzgefährdet und unbewohnbar. „Bild“ und „B.Z.“ schrieben, es habe sich um eine Gasexplosion gehandelt. Im Haus war außer der Bäckerei noch ein Geschäft, darüber Wohnungen.

Stunden nach der Detonation trat noch Gas aus

Am Ort der Detonation trat auch mehrere Stunden später offensichtlich noch Gas aus: „Die Gaskonzentration ist nach wie vor hoch“, sagte ein Polizeisprecher. Eine Gasexplosion könne als Ursache allerdings noch nicht mit Sicherheit genannt werden. „Es finden umfangreiche Erdarbeiten statt.“ Experten suchten nach der Ursache, Spürhunde sollten in den Trümmern eingesetzt werden.

Die Bewohner der umliegenden Häuser wurden in Sicherheit gebracht. „Weitere Evakuierungsmaßnahmen laufen“, sagte der Sprecher. Bis zum Nachmittag seien davon 24 Menschen betroffen. Zunächst waren es 15 Menschen, die vorübergehend bei der Feuerwehr unterkamen.

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Bürgermeisterin Karola Gundlach zeigte sich bestürzt über die Explosion. „So etwas haben wir hier auch noch nicht gehabt“, sagte die parteilose Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe einen Schreck bekommen, als sie das Haus gesehen habe. Ihr sei durch den Kopf gegangen, ob noch jemand im Haus sei. Die Stadt hilft nach ihren Angaben bei der Versorgung von evakuierten Menschen und bei der Suche nach Unterkünften.

Markt war zunächst noch weiträumig abgesperrt

Das Doppelhaus mit der Bäckerei steht direkt am Markt mitten in der Stadt. Schräg gegenüber ist das barocke Rathaus der Flößerstadt Lychen, die auch Stadt der sieben Seen genannt wird. Der Markt war zunächst noch weiträumig abgesperrt. Die zuständige Leitstelle Nordost warnte über die Katastrophen-App Katwarn Bewohner und Besucher, den Bereich in der Innenstadt weiträumig zu umfahren.

Nur wenige Meter entfernt vom Explosionsort liegt das Strandcafé. Die Auswirkungen waren auch dort zu spüren: Strom war vorhanden, aber das Wasser wurde wegen der Ermittlungen vorübergehend abgestellt. „Wir haben heute trotz allem geöffnet“, sagte Mitarbeiterin Annika Blume. „Wir versuchen, das Beste daraus zu machen.“ Denn in dem Café hatte sich eine Hochzeitsgesellschaft angesagt. (dpa)

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