Entnommene Abstrichtests und Blutproben.   Foto: Kay Nietfeld/dpa
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Studie des Hasso Plattner Instituts Blutverdünner bei Covid-19 hilfreich

Covid-19-Patienten, die mit Blutverdünnern behandelt werden, haben bessere Überlebenschancen. Das ergab eine Studie des HPI, deren Ergebnisse weltweit wichtig sein könnten. 

Griebnitzsee/New York - Eine Untersuchung von Wissenschaftlern des Hasso-Plattner-Institutes for Digital Health at Mount Sinai (HPI·MS) hat ergeben, dass stationär behandelte Covid-19-Patienten bessere Überlebenschancen haben, wenn sie mit Blutverdünnern behandelt werden. Die Forscher, die mit dem Mount Sinai Health System in New York City zusammenarbeiten, hatten mithilfe biomedizinischer Informatiktechniken Datensätze von 2773 Covid-19-positiven Patienten ausgewertet, die zwischen 14. März und 11. April 2020 in das Mount Sinai Health-Krankenhaus aufgenommen worden waren. Hintergrund der Studie ist die Erkenntnis, dass eine große Anzahl von Patienten, die mit Covid-19 ins Krankenhaus kommen, oft lebensbedrohliche Blutgerinnsel entwickeln, die zu tödlichen Thrombosen und Herzinfarkten führen können. 

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„Diese Studie ist erst der Anfang"

Die HPI-Untersuchung ergab nun, dass Erkrankte, die eine höhere Dosis Blutverdünner als die übliche Vorbeugungsdosis erhielten, einen besseren Genesungsverlauf zeigten. Auch stellten die Forscher fest, dass die Wirkung der Blutverdünner bei beatmeten Patienten stärker ausgeprägt war: 62,7 Prozent der intubierten Patienten, die nicht mit Blutverdünnern behandelt wurden, starben, im Vergleich zu 29,1 Prozent, die mit Blutverdünnern behandelt wurden. „Die Studie zeigt, wie wichtig es ist, dass wir Patientendaten in Echtzeit analysieren. Nur so können wir jetzt schnell handeln, Leben retten und die Krankheitsverläufe von Patientinnen und Patienten verbessern“, sagte Erwin Böttinger vom HPI. Die „vielversprechenden Ergebnisse“ könnten nun schnell weltweit in der stationären Covid-19-Behandlung Anwendung finden

„Diese Studie ist erst der Anfang für umfassendere Analysen mit bis zu 5000 COVID-19-positiven Patientinnen und Patienten, bei der wir die Wirksamkeit von drei verschiedenen Gerinnungshemmern evaluieren werden und dann vielleicht diese Daten für zukünftige klinische Studien verwenden können", sagt der leitende Studienautor Girish Nadkarni, Ärztlicher Direktor am Hasso Plattner Institute for Digital Health. „Wir freuen uns über diese vorläufigen Ergebnisse, die sich positiv auf COVID-19-Patienten auswirken und ihnen möglicherweise eine größere Überlebenschance geben können, auch wenn weitere Analysen und Studien erforderlichsind, um den genauen Effekt von Blutverdünnern bei COVID-19-Patienten zu verstehen.“


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