Der Meeresspiegel wird in den kommenden Jahren sehr schnell steigen - wenn jetzt nicht gehandelt wird. Foto: Foto: Felipe Dana/dpa
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Potsdamer Forscher warnen Meeresspiegel könnte bis 2100 um über einen Meter steigen

Wilhelm Pischke

Der Anstieg des Meeresspiegels könnte schnell stark ansteigen, heißt es in einem aktuellen Bericht, an dem Potsdamer Klimaforscher mitgewirkt haben. Aber eine Verlangsamung sei möglich, heißt es.

Potsdam - Wenn die Menschheit weiterhin so viel Treibhausgas wie bislang ausstößt, könnte der Meeresspiegel bis 2100 um mehr als einen Meter ansteigen. Das ist das Ergebnis einer Befragung von mehr als 100 internationalen Meeresspiegel-Experten, die von Wissenschaftlern der Nanyang Technological University in Singapur geleitete wurde. 

Die Menschen haben es selbst in der Hand

"Was wir heute innerhalb weniger Jahrzehnte tun, bestimmt den Meeresspiegelanstieg für viele Jahrhunderte", sagte Ko-Autor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) nach einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung seines Instituts. Die Menschheit habe es damit aber auch selbst in der Hand, wie stark sie die Risiken für Millionen von Menschen an den Küsten der Welt ansteigen lasse. 

Stefan Rahmstorf, Experte am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Foto: Martin Schutt/dpa Vergrößern
Stefan Rahmstorf, Experte am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). © Martin Schutt/dpa

Für das Szenario eines unverminderten Ausstoßes und einer durchschnittlichen Klimaerwärmung von 4,5 Grad Celsius sagten die Experten einen Anstieg des Meeresspiegels zwischen 0,6 und 1,3 Metern voraus. Bis 2300 könne der Meeresspiegel demnach sogar zwischen 1,7 und 5,6 Metern ansteigen. Selbst bei einer schwächeren Erwärmung von 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau sagen die Experten einen steigenden Meeresspiegel von durchschnittlich etwa 0,5 Metern bis 2100 voraus. 

Die aktuellen Schätzungen der Experten liegen nach PIK-Angaben im Schnitt höher als die jüngsten Prognosen des Weltklimarat (IPCC). Die Befragung wurde im Journal "npj Climate and Atmospheric Science" veröffentlicht. (dpa)


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