Klimaforschung aus Potsdam El Niño in Bewegung

Ein Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) hat mit einer Animation zeigen können, dass das Klimaphänomen El Niño in diesem Jahr besonders stark ausgeprägt ist. Bei der alle vier bis sieben Jahre wiederkehrenden Strömungsänderung am pazifischen Äquator wird das kalte und nährstoffreiche Auftriebswasser vor der peruanischen Küste vom warmen Oberflächenwasser des Pazifiks verdrängt – mit weitreichenden Folgen für die Umwelt. Starkregen, Überschwemmungen und hohe Meerwassertemperaturen zeigen sich im Ostpazifik, während in Indonesien und Australien extreme Trockenheit und Waldbrände daraus resultieren.

Die mit El Niño verbundene Meeresspiegeländerung kann vom Satelliten aus mit Radarhöhenmessung beobachtet werden. GFZ-Wissenschaftler Tilo Schöne hat aus den Daten des Satelliten Jason-2 eine Animation der zeitlichen Änderungen des Meeresspiegels im Pazifik erzeugt (media.gfz-potsdam.de/gfz/wv/animation/15/elnino2015.gif). Die Animation ist eine Zeitrafferaufnahme des pazifischen Meeresspiegels von Januar bis Dezember 2015, alle zehn Tage erfolgte eine Zusammensetzung der Radarmessungen zu einem neuen Bild.

Zu Beginn dieses Jahres zeigt sich der Pazifik ungefähr so, wie es dem langjährigen Mittel entspricht. Seit der Jahresmitte baut sich dann aber langsam ein Meeresspiegelanstieg auf, der vor allem temperaturbedingt ist: Das Meerwasser dehnt sich aufgrund seiner angestiegenen Temperaturen im mittleren bis östlichen Pazifik aus. In der Animation erscheint dieses rot. Am Ende ist in dem kurzen Film der Stand vom Dezember 2015 zu sehen, es zeigt sich im mittleren und östlichen Pazifik ein über 40 Zentimeter gegenüber dem dem langjährigen Mittel erhöhter Meeresspiegel. Das Maximum der aktuellen El-Niño- Phase wird für Januar/Februar 2016 erwartet. 

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