Die Universität Potsdam hat sich mit der Schlösserstiftung auf eine Weiternutzung bis August 2029 verständigt.  Foto: Andreas Klaer
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Campus Neues Palais Bücherhäuschen darf vorerst bleiben

Carolin Kulling

Der ehemalige Bücherladen am Campus Neues Palais steht seit 2016 leer. Nun sollen dort drei studentische Projekte einziehen. Aber es gibt auch Kritik.

Potsdam - In die frühere kleine Buchhandlung „Havelbuch“ auf dem Universitätscampus Am Neuen Palais soll studentisches Leben einziehen. Der Flachbau, der seit der Schließung des Ladens 2016 leer steht, soll nach Plänen der Universität Potsdam künftig von Studierenden genutzt werden. 

Das Haus in zentraler Lage zwischen dem südlichen Communs-Gebäude und Cafeteria sowie Auditorium Maximum war zu DDR-Zeiten errichtet worden. Die Schlösserstiftung als Eigentümerin hatte das kleine Haus ursprünglich bereits mit Auszug der Buchhandlung abreißen wollen. Mittlerweile hat die Stiftung aber gemeinsam mit der Hochschule die Weiternutzung des Gebäudes für Studierende für gut zehn Jahre gesichert.

Erst 2029 soll der Flachbau abgerissen werden

Laut Stiftungssprecher Frank Kallensee kann das Häuschen bis zum 30. August 2029 genutzt werden. Darauf habe sich der mittlerweile nach Berlin gewechselte frühere Stiftungschef Hartmut Dorgerloh noch im vergangenen Jahr bei einem Gespräch mit Uni-Präsident Oliver Günther geeinigt. Erst danach soll der Flachbau im Zuge der „denkmalpflegerischen Arrondierung des Bereiches“ abgerissen werden, sagte Kallensee den PNN.

Drei studentische Projekte sollen in das ehemalige Bürgerhäuschen einziehen. Foto: Andreas Klaer Vergrößern
Drei studentische Projekte sollen in das ehemalige Bürgerhäuschen einziehen. © Andreas Klaer

Genutzt werden soll das Häuschen künftig von drei studentischen Projekten, wie Uni-Sprecherin Silke Engel den PNN bestätigte: Neben dem Uni-Shop, der unter anderem Pullover und Tassen mit Uni-Potsdam-Schriftzügen verkauft, sollen auch ein Selbstlernzentrum, wo Studierende abseits der Bibliotheken einen ruhigen Lernort finden können, sowie ein Café der Studierendeninitiative „Freiraum“ einziehen. 

Im ersten Raum im Eingangsbereich soll der Uni-Shop mit einer Buchtheke untergebracht werden, im hinteren Raum die beiden anderen Initiativen. Geplant sei, dass das noch in diesem Sommer passieren kann. Das Gebäude sei bereits durch die Uni entrümpelt worden, so die Sprecherin.

Noch einige Fragen

Derzeit müssten aber noch einige Fragen geklärt werden. So seien zwar bauliche Veränderungen nicht erlaubt, aber der Grundriss des schlauchförmigen Gebäudes mache Anpassungen für die neue Nutzung nötig, erklärte die Unisprecherin. So gibt es für den hinteren Raum nur eine gemeinsame Außentür. Der barrierefreie Zugang im hinteren Bereich müsse noch geklärt werden – denkbar sei etwa eine Rampe. 

Ebenfalls geprüft werde derzeit, wie die beiden Bereiche im hinteren Raum mit ihren jeweils verschiedenen Öffnungszeiten möglichst platzsparend auch räumlich getrennt werden können – zum Beispiel mit einer Schiebetür. Mit einem Ergebnis der Prüfungen rechne man in etwa einem Monat.

Ist der Raum doch zu klein?

Die nötigen Umbau- und Herrichtungsarbeiten übernehme dann die Universität, so die Sprecherin. Auch bei der Einrichtung werde die Hochschule die Studierendeninitiativen unterstützen und beispielsweise Mobiliar zur Verfügung stellen oder es finanzieren.

Von zwei der drei Studierendeninitiativen gibt es indes Kritik an den Plänen – bei den beiden, die sich den hinteren Raum teilen sollen. Sara Meyer von der „Freiraum“-Initiative hält den Raum mit rund 20 Quadratmetern für zu klein: „Wir kritisieren diese Pläne, weil sich mit der zur Verfügung gestellten Fläche nicht das umsetzen ließe, was wir uns wünschen würden“, sagte sie. Auch die derzeit noch fehlende Barrierefreiheit kritisiert sie. Für Veranstaltungen wie Lesungen oder Filmabende sei das aber wichtig, betont sie. Das Konzept von „Freiraum“ sieht vor, einen Treffpunkt für Studierende zu schaffen, an dem neben dem normalen Café-Betrieb auch Veranstaltungen außerhalb des Universitätsrahmens möglich sind. „Freiraum“ hatte für sein Vorhaben unter anderem auf der Online-Petition-Plattform fast 800 Unterschriften gesammelt.

Ein Lernraum mit ruhiger Umgebung

Kritik kommt auch von Kilian Binder, der sich für das Selbstlernzentrum engagiert. Auch er hält den hinteren Raum für zu klein: „Auf dieser Fläche lässt sich weder das Eine noch das Andere realisieren“, sagt er. Mit der jetzt angepeilten Lösung sei „am Ende eher geschadet, als gewonnen“. Binder und seine Mitstreiter wollen in dem Häuschen einen Lernraum mit ruhiger Umgebung schaffen. 

Ein ähnliches Angebot existiere zwar bereits am Campus – aber ebenfalls auf zu kleiner Fläche. Beim Uni-Shop wiederum erhofft man sich durch den Umzug mehr Präsenz am Campus.

Die Pläne der Universität seien Ende Februar bei einem Treffen zwischen den Studierenden und Uni-Präsident Günther besprochen worden, so Unisprecherin Engel. Die Raumplanung könne nicht mehr verändert werden, sagte sie den PNN. (mit Jana Haase)

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